Hebertshausen: Schulkind stirbt bei Bus-Unfall - Ermittlungen laufen
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
85241 Hebertshausen, Donnerstag, 11. Juni 2026
Zwei Grundschulklassen sind in einem Reisebus in Oberbayern unterwegs, als es plötzlich zum Zusammenstoß mit einem Linienbus kommt. Ein Kind stirbt, mehr als zwei Dutzend Menschen werden verletzt. Nun laufen die Ermittlungen zur Ursache.
Update vom 11.06.2026, 06.30 Uhr: Tödlicher Bus-Unfall - Gutachten soll Antworten liefern
Viele Fragen sind noch offen: Nach dem tödlichen Zusammenstoß zweier Busse in Oberbayern ermittelt die Polizei zur Ursache. Freiwillige Schnelltests hätten ergeben, dass beide Fahrer nicht alkoholisiert gewesen seien, sagte der Dachauer Landrat Stefan Löwl (CSU) nach dem Unfall bei einer Pressekonferenz. "Also, was das betrifft, keine Einschränkung der Fahrtüchtigkeit", sagte der Leiter der Dachauer Polizeiinspektion, Thomas Weber.
Inwieweit die Fahrer mit der für die Kurve auf einer Staatsstraße im Landkreis angemessenen Geschwindigkeit unterwegs gewesen seien, müsse ein Experten-Gutachten klären, sagte Landrat Löwl. Laut Polizei hat die Staatsanwaltschaft München II ein solches Gutachten in Auftrag gegeben, die Ermittlungen zur Ursache dauern an. Bis die Ergebnisse des Gutachtens vorlägen, werde es "sicher ein paar Wochen dauern", sagte Löwl.
Während mehrere Verletzte in Krankenhäusern behandelt wurden, öffnete in der Heimatgemeinde der Grundschüler, Haimhausen, noch am Mittwochabend eine Kirche ihre Tore für Trauernde. In der Schule solle es für alle Schülerinnen und Schüler Angebote zur Betreuung geben, "nicht nur für die betroffenen Klassen", sagte Löwl. Neben den Angehörigen des toten Kindes und der Verletzten stehe auch den Rettungskräften Betreuung zur Verfügung.
Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) sprach von einer unfassbaren Tragödie. "Unsere Herzen weinen", sagte die Ministerin. Sie sprach den Angehörigen des verstorbenen Schulkindes ihr Beileid aus. Den Verletzten wünschte sie gute Besserung und dankte auch den Einsatzkräften.
Bei dem Zusammenstoß war am Mittwoch ein Zweitklässler gestorben. Eine Lehrerin und zwei weitere Kinder wurden schwer verletzt, zwei weitere Kinder erlitten mittelschwere Verletzungen. 26 weitere Kinder und die beiden Busfahrer seien leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Ein Großaufgebot von Rettungskräften war zur Versorgung der Verletzten im Einsatz.
Update vom 10.06.2026, 19.43 Uhr: BRK äußert sich nach tödlichem Bus-Unfall in Bayern
Nach dem Tod eines Zweitklässlers bei einer Kollision von zwei Bussen in Oberbayern ist klar: 30 weitere Kinder, eine Lehrerin und zwei Busfahrer wurden verletzt, zum Teil schwer. "Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei der Familie des verstorbenen Kindes – und bei der Familie, die um ihr schwerverletztes Kind bangt", sagte Dennis Behrendt, Einsatzleiter des Rettungsdienstes. Für die Familien des Toten und der Verletzten sei eine Welt zusammengebrochen. Wenn ein Kind nicht gerettet werden könne, "hinterlässt das auch bei erfahrenen Einsatzkräften tiefe Spuren".
Der Dachauer Landrat Stefan Löwl (CSU) zeigt sich tief bewegt. Er sei in Gedanken bei der Familie des gestorbenen Kindes sowie bei den Verletzten. "Als Vater von drei Kindern, die auch schulpflichtig sind, die auch mit dem Bus gefahren sind, weiß man erst mal, was passiert, wenn man morgens sein Kind auf einen Schulausflug schickt und es dann abends nicht mehr zurückerhält. Für mich ein ganz, ganz schwieriger Tag."