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Großer Warntag in Bayern: Heute schrillt dein Handy


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa, Stefan Schoder

Bayern, Donnerstag, 10. Sept. 2026

Heute Vormittag dürften zahlreiche Menschen erschrecken. Heute ist großer Warntag. Das kannst du bei Problemen tun.
Nicht erschrecken: Heute heulen in Bayern erneut die Sirenen und dein Handy sollte schrillen. Es ist bundesweiter Warntag.


Wenn das Smartphone am heutigen Donnerstag (10. September 2026) plötzlich laut klingelt und in der Ferne die Sirenen heulen, müssen die Menschen nicht erschrecken: Anlass ist der bundesweite Warntag, an dem die verschiedenen Warn- und Meldewege im gesamten Bundesgebiet getestet werden.

So aktuell wie in diesem Jahr war der bundesweite Warntag selten. Experten stuften die Bedrohungslage in Deutschland als hoch ein: Energieversorger wehren Hackerangriffe ab, über Kasernen und Industrieanlagen werden Drohnen gesichtet, und Sprengstoffanschläge sollen möglichst verhindert werden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte, es sei jederzeit mit dem Risiko von Anschlägen zu rechnen. Um die Menschen bei Katastrophen, Notfällen oder im Verteidigungsfall schnell und effektiv informieren zu können, müssen die Warnsysteme funktionieren. Daher heulen in ganz Deutschland - auch in Bayern - am Donnerstag (10. September 2026) erneut testweise die Sirenen. Handys senden Hinweistöne und Warnmeldungen erscheinen auf den Displays. 

Bundesweiter Warntag 2026 – dieses Jahr mit Neuerung

Die wichtigsten Fragen und Antworten: Der Probealarm beginnt um 11 Uhr. Der Bund verschickt einen Warntext an Rundfunksender, App-Server und weitere Multiplikatoren, die an das Modulare Warnsystem des Bundes (Mowas) angeschlossen sind. Diese übermitteln die Probewarnung zeitversetzt an Warnkanäle wie Fernseher, Radios und Smartphones. 

Erstmals kann beim Warntag auch die Entwarnung per Cell Broadcast auf die Handys geschickt werden. Diese Funktion wurde Ende November 2025 eingeführt. Zuvor war es mit Cell Broadcast zwar möglich, zu warnen, aber nicht, über denselben Kanal Entwarnung zu geben. Diese wird dabei mit der niedrigsten Warnstufe 3 ausgespielt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt daher, diese Warnstufe auf dem Smartphone zu aktivieren.

Der Freistaat sieht sich gut vorbereitet. "Sowohl das Innenministerium als auch die Bezirksregierungen als höhere Katastrophen- und Zivilschutzbehörden und die einzelnen Kommunen bereiten sich sorgfältig auf den Warntag vor", erklärte eine Sprecherin. Es sei wichtig, die Funktionsfähigkeit aus digitalen und analogen Warnmitteln regelmäßig zu testen, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung im Ernstfall bestmöglich erreicht und vor Gefahren gewarnt werden könne. Die Ministeriumssprecherin verwies darauf, dass der Freistaat daher seit über 20 Jahren jeweils im März einen eigenen landesweiten Probealarm durchführe.

Was bei Problemen getan werden kann

Auf seiner Webseite hat das Bayerische Innenministerium die drei wichtigsten Sirenensignale aufgeführt. Um die Bevölkerung zu warnen, wird ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton abgespielt. Dieser zeigt an, dass schwerwiegende Gefahren für die öffentliche Sicherheit bestehen und man auf Durchsagen in den Medien achten soll. Ein einminütiger Dauerton hingegen gibt Entwarnung. Außerdem gibt es einen dreimal in der Höhe gleichbleibenden Ton, der zwölf Sekunden dauert. Zwischen den Tönen liegen je zwölf Sekunden Pause. Dieser Ton dient in Bayern dazu, bei Feuern und anderen Notständen Einsatzkräfte der Feuerwehren zu alarmieren. Wer sich anhören möchte, wie die Signale klingen, findet auf der Webseite des Bayerischen Innenministeriums entsprechende Hörproben.

Wie in den Jahren zuvor können Bürgerinnen und Bürger auch in diesem Jahr nach dem Probealarm ihre Erfahrungen teilen – auch bei Problemen.

Von Donnerstag, 11.00 Uhr, bis zum 17. September kann bei einer Online-Befragung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitgemacht werden.

Teilnahme für Kommunen keine Pflicht

Beim ersten Warntag dieses Jahres wurde erstmals auch die Entwarnung über Cell Broadcast getestet. Insgesamt verlief der landesweite Probealarm laut Innenministerium positiv und überwiegend störungsfrei. Mit vielfältigen Warnmitteln wie Sirenen, Warn-Apps und digitalen Stadtinformationstafeln sei man gut für den Ernstfall gerüstet, um die Bevölkerung schnell und zuverlässig zu warnen. Kleinere Störungen, etwa verzögerte Auslösungen, seien inzwischen behoben worden, hieß es.

In Bayern gibt es derzeit mehr als 11.000 Sirenen. Ein Großteil davon wird der Sprecherin zufolge am Donnerstag auch zu hören sein. Da die Teilnahme an dem Aktionstag aber freiwillig ist, werden wohl nicht alle Kommunen ihre Warnkanäle vor Ort testen.

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