Erdbeben im Grenzgebiet zu Tschechien: So schwer hat es Bayern getroffen
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Oberpfalz, Freitag, 23. Oktober 2026
Ein Erdbeben der Stärke 3,5 hat in der Nacht die Grenze zwischen Bayern und Tschechien erschüttert. Die Erdstöße waren auch in der Oberpfalz zu spüren.
Das Grenzgebiet zwischen Tschechien und Bayern ist in der Nacht auf Freitag (23. Oktober 2026) durch ein leichtes Erdbeben erschüttert worden. Gemäß den Erdbebendaten des Geophysikalischen Instituts der tschechischen Akademie der Wissenschaften betrug die Stärke etwa 3,5. Der Erdbebenherd befand sich demnach nördlich von Bela nad Radbuzou in einer Tiefe von ungefähr neun Kilometern. Die Erschütterung ereignete sich kurz nach 0.30 Uhr.
Die automatisch erstellten Erdbebendaten müssen noch von Wissenschaftlern verifiziert werden. Das Seismologische Zentrum Europa-Mittelmeer (EMSC) gab die Stärke leicht abweichend mit 3,3 und die Tiefe mit 16 Kilometern an. Die Entfernung zur Grenze nach Bayern wurde in ersten Schätzungen auf rund zehn Kilometer beziffert.
"Haus und Bett haben sehr gewackelt": Menschen aus Oberpfalz schildern Erdbeben
In der Oberpfalz gingen bei der Polizei vereinzelt Anrufe wegen des Bebens ein, insbesondere aus dem östlichen Teil der Region, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Schäden sind aktuell nicht bekannt. Wie unsere Kollegen von der Mittelbayerischen Zeitung berichten, wurde das Erdbeben in der Oberpfalz vor allem im Landkreis Neustadt an der Waldnaab wahrgenommen. Auf Erdbebennews schildern demnach Menschen aus dort gelegenen Gemeinden ihre Erlebnisse - so erzählt eine Person etwa von einem lauten Knall, der zunächst an eine Explosion erinnert habe. "Haus und Bett haben sehr gewackelt", heißt es in der Schilderung.
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Auch Bewohner des tschechischen Bezirks Tachov berichteten Medien zufolge von einem Grollen oder Dröhnen sowie einem starken Stoß. "Das war ein Schuss wie aus einer Kanone", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Tremesne, Kristian Ebenhöh, der Zeitung "Pravo". "Das ganze Haus hat gebebt." Fast alle seiner Nachbarn seien in der Nacht davon aufgewacht, Schäden seien aber vorerst nicht gemeldet worden.
Eine Bewohnerin der Kleinstadt Primda berichtete, es sei ein "wirklich sehr unangenehmes Gefühl" gewesen. Sie verglich das Geräusch mit dem von in der Ferne vorbeifahrenden schweren Lastwagen. Andere Augenzeugen in der Stadt Domazlice dachten, ein Heizungskessel sei explodiert oder ein Hubschrauber gelandet.
Erinnerungen an Beben von 1985
Im Oktober 2022 wurde im Bezirk Tachov ein Erdbeben der Stärke 2,2 gemessen. Im Jahr 1985 hatte ein Beben der Stärke 4,6 die Region um die Stadt Cheb (Eger) im Westen Tschechiens erschüttert. Dabei waren Risse in Hauswänden entstanden. Schornsteine stürzten ein und Dachziegel fielen herab.