Druckartikel: Josef Maier insolvent: Traditionshändler bekannt für "besonderes Fleisch"

Josef Maier insolvent: Traditionshändler bekannt für "besonderes Fleisch"


Autor: Daniel Krüger

Bad Wörishofen, Donnerstag, 22. Januar 2026

Ein Fleischhändler aus Bayern, den es bereits seit 1973 gibt, musste jetzt Insolvenz anmelden. Das Familienunternehmen beliefert unter anderem Rewe.
Der Allgäuer Fleischproduzent steckt in finanziellen Schwierigkeiten.


Der Wildfleisch-Spezialist Josef Maier GmbH & Co. KG aus Bad Wörishofen im Allgäu hat zum Jahresende 2025 Insolvenz angemeldet. Das 1973 gegründete Familienunternehmen gilt als führender deutscher Verarbeiter von Wildfleisch und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. "Josef Maier steht für besonderes Fleisch und natürlichen Fleischgenuss", heißt es auf der Website. Erst im Januar wurde verkündet, dass ein chinesischer Konzern einen bayerischen Bratwurst-Hersteller übernimmt.

Nach Unternehmensangaben erwirtschaftete Josef Maier 2024 einen Umsatz von 61,4 Millionen Euro. Dennoch musste erstmals seit acht Jahren ein Verlust von 2,4 Millionen Euro verbucht werden, so die LZ. Als Ursache für die Insolvenz nennt das Unternehmen zwei zentrale Faktoren: "Die vormalige Kreditlinie stand kurzfristig nicht mehr zur Verfügung", zitiert die Lebensmittelzeitung. Zusätzlich habe die Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu einem unerwarteten Umsatzrückgang geführt.

Erst vor vier Jahren neues Werk eröffnet: Bayerischer Fleisch-Produzent ist Traditionsunternehmen

Das Unternehmen beliefert Kunden in zehn Ländern mit überwiegend gefrorenen Wildprodukten. Zu den Abnehmern zählen neben dem Einzelhandel – darunter Rewe – vor allem Großverbraucher und die Gastronomie. Vor etwa vier Jahren hatte Josef Maier eine neue Produktionsstätte in Landsberg am Lech eröffnet. Der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Maier erklärte damals laut Lebensmittelzeitung: "Mit Europas größtem und modernstem Werk in Sachen Wildverarbeitung haben wir die Grundlage für die nächsten Jahrzehnte und für den Generationenwechsel in unserem Familienunternehmen gelegt."

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In der Anlage sollten verstärkt "kleinere Verpackungsgrößen für den Lebensmitteleinzelhandel" produziert werden. Bei Rewe sind Produkte wie tiefgefrorenes Hirschedelgulasch und Rehbraten aus der Keule erhältlich. Ob diese aus dem Sortiment verschwinden werden, ist derzeit nicht absehbar, berichtet Ruhr24. Der vorläufige Insolvenzverwalter Alexander Hubl von der Ulmer Kanzlei Schneider Geiwitz sucht derzeit nach Lösungen für eine Unternehmensfortführung. Gespräche mit Investoren über eine übertragende Sanierung laufen bereits. Bei Rewe in Bayern wird indes ein Leberkäse zurückgerufen.

"Ziel der aktuellen Maßnahmen ist es, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu festigen und tragfähige Perspektiven für eine Fortführung zu entwickeln", wird in der Mitteilung betont, so die Lebensmittelzeitung. Verbundene Unternehmen und Auslandstöchter sind vom Insolvenzverfahren nicht betroffen. Der Wildfleischmarkt steht vor Herausforderungen. Nach Angaben des Jagdverbands stammen 49 Prozent des in Deutschland verkauften Wildfleisches vom Wildschwein, gefolgt von Reh mit 36 Prozent und Rothirsch mit 10 Prozent. Die Kilopreise für Privatverbraucher stiegen laut Yougov Haushaltspanel innerhalb von drei Jahren von durchschnittlich 14,20 Euro auf derzeit 19 Euro, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Wildfleisch konkurriert damit mit deutlich günstigeren Fleischsorten. 

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