Berchtesgarden: Wanderer sitzen in Alpen fest - auch Frau aus Franken darunter
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Berchtesgaden, Dienstag, 03. November 2026
Auf 2.300 Metern sitzen zwei Wanderer auf einem vereisten Steig fest, der Rettungshubschrauber muss wegen der Wolken umkehren. Wie die Bergretter sie in der Nacht erreichen.
Zwei Wanderer, die auf einem vereisten Steig am Hohen Göll im Berchtesgadener Land festsaßen, sind von der Bergwacht mithilfe eines Polizeihubschraubers gerettet worden. Der 29-jährige Münchener und seine 25-jährige Begleiterin aus Unterfranken hatten am Samstag (31. Oktober 2026) geplant, vom Alpeltal über das Brett zum ganzjährig geöffneten Stahlhaus zu wandern, teilte das BRK mit. Demnach ging es für sie wegen der Vereisung im Absturzgelände im Bereich des Großen Archenkopfs jedoch nicht mehr weiter. Die beiden setzten gegen 16 Uhr einen Notruf ab.
Den Angaben zufolge befand sich das Duo bereits oberhalb der Nebelgrenze, auf etwa 2300 Metern Höhe. Kurz vor Sonnenuntergang habe die Bergwacht deshalb versucht, sie mit dem Rettungshubschrauber "Christoph 14" aus Traunstein über die Saalfeldener Seite im Südwesten und das Steinerne Meer zu erreichen. Die Wolkendecke sei aber rasch angestiegen und der Hubschrauber mit zwei Bergrettern an Bord musste demnach abbrechen. Die Bergwacht stellte den Angaben zufolge auf einen längeren Einsatz am Boden um.
Achtstündiger Nachteinsatz rettet Wanderer am Hohen Göll
Drei Retter seien als Voraustrupp aufgestiegen. Sie sorgten laut BRK dafür, dass die Wanderer nicht auskühlten, und gaben ihnen Steigeisen. Vier weitere Einsatzkräfte sicherten die vereisten Bereiche mit Seilen. Der Einsatzleiter forderte einen nachtflugtauglichen Polizeihubschrauber mit Rettungswinde an, um alle bei einer Wolkenlücke möglichst schnell ausfliegen zu können.
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Der erste Versuch weiter oben scheiterte laut Angaben an der schlechten Sicht. Schließlich erreichte die Besatzung von "Edelweiß 8" die absteigende Gruppe auf rund 1900 Metern Höhe, holte beide mit der Winde an Bord und brachte sie zum Landeplatz Schneewinkl im Tal. Die übrigen Bergretter stiegen zu Fuß ab.
Die zwei Wanderer blieben unverletzt. Insgesamt waren laut Angaben des BRK 13 Bergretter bis Mitternacht im Einsatz.