Beamten-Bashing in Bayern? Polizeigewerkschafter erhebt schwere Vorwürfe
Autor: Redaktion
Bayern, Donnerstag, 12. März 2026
Die bayerische Staatsregierung rund um Ministerpräsident Söder mischt sich in Tarifverhandlungen ein. Eine "absolute Frechheit", wie Polizeigewerkschafter Grimm feststellt.
Neue Tarifergebnisse erhitzen derzeit das Gemüt von Beamten in Deutschland. Doch dass bayerische Beamte besonders unzufrieden sind, hängt auch mit der Staatsregierung und ihrem Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zusammen.
Schon bevor der finale Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) stand, hatte Söder mit seinem Kabinett angekündigt, dass Tarifergebnis erst mit sechsmonatiger Verzögerung auf die eigenen Beamten übertragen zu wollen. "Dieser Vorgang war an sich schon einmalig in ganz Deutschland und zeigt die neue Gangart der bayerischen Staatsregierung mit ihren Beamten", kritisiert Thorsten Grimm, unterfränkischer Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, das angekündigte Vorgehen.
Neuer Tarifvertrag in Bayern: Schrittweise Anhebung in drei Stufen
Das Tarifergebnis beinhaltete letztlich eine Anhebung der Entgelte für Tarifbeschäftigte um insgesamt 5,8 Prozent in drei Stufen:
- erste Stufe: 2,8 Prozent zum 1. April 2026, mindestens 100 Euro
- zweite Stufe: weitere 2,0 Prozent zum 1. März 2027
- dritte Stufe: noch einmal 1,0 Prozent zum 1. Januar 2028
Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten, beginnend am 1. November 2025 und endend am 31. Januar 2028, also einen Monat nach der dritten Erhöhung.
Beamten-Bashing in Bayern? Tarifergebnis eine "absolute Frechheit"
"Der Tarifabschluss war in sich schon nicht zufriedenstellend, zumal sich Bayern hier in einer sehr grenzwertigen Art und Weise in die Tarifverhandlungen eingemischt hat, obwohl Bayern gar nicht Teil der Verhandlungspartner der TDL war", resümiert Thorsten Grimm eine aus seiner Sicht durchwachsene Tarifrunde, die auch eine fünfmonatige Nullrunde für die Tarifbeschäftigten beinhaltete.
Video:
Jetzt habe die bayerische Staatsregierung die Ankündigung der sechsmonatigen Verzögerung wahr gemacht und beschlossen, dass die erste Stufe für die Beamten erst zum 1. Oktober 2026 und die zweite Stufe zum 1. September 2027 umgesetzt werde. Die dritte Stufe solle beim 1. Januar 2028 bleiben.