Bayern: Bayerische Meisterschaft im Fingerhakeln findet statt - Damen ausgeschlossen
Autor: Agentur dpa
Miesbach, Sonntag, 09. Juli 2023
Am Sonntag (9. Juli) ist in Miesbach eine urbayerische Traditions-Sportart ausgetragen worden: Die Meisterschaft im Fingerhakeln.
Es geht um Kraft. Mann gegen Mann. Magnesium für die Hände, wie beim Klettern. Manchmal auch eine Art Absturz, allerdings nicht über Felswände, sondern nur hintenüber vom Hocker. Beim Fingerhakeln messen nach alpenländischem Brauch die Mannsbilder ihre Kraft. Gibt der Schwächere nach oder lässt los, fällt der Sieger nach hinten, zur Unfallvermeidung gehalten von einem "Auffänger".
Schiedsrichter-Kommando: "Beide Hakler fertig. . . zieht!" Wer den anderen über den Tisch - beziehungsweise die Tischkante - zieht, hat gewonnen. Die entsprechende Redensart ist, so sagen die Hakler, aus diesem urbayerisch-archaischen Kräftemessen entstanden.
Bayerischer Meister im Fingerhakeln: Es bedarf Training - sonst drohen Verletzungen
Gut 150 Fingerhakler aus neun Gauen haben am Sonntag im oberbayerischen Miesbach um den Titel des bayerischen Meisters gekämpft, wie beim Gewichtheben in verschiedenen Klassen: Leichtgewicht, Mittelgewicht, Halb-Schwergewicht und Schwergewicht. Zuvor sind Jugend und Senioren dran, die Ältesten sind an die 80.
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Mit Expandern machen sich die Hakler warm, mancher föhnt die Finger - damit sie trocken sind und der Lederring nicht abrutscht, in den die Hakler die Finger einhaken. Sonst reißt leicht die Haut weg. Blutige Finger gehören dazu, heißt es. Blutige Taschentücher zeugen davon.
Damen-Hakeln? Fehlanzeige. "Die Kraft ist bei den Damen nicht so da. Wir schließen sie nicht aus. Aber eine zierliche Frau wird sich nie an den Tisch setzen", sagt Georg Hailer, Vorstand der Schlierachgauer Fingerhakler als Gastgeber der Meisterschaft. So bleiben die Damen im Festzelt bei Blasmusik, Bier und Brotzeit fürs Klatschen zuständig.
Keine Frauen beim Wettkampf zugelassen - Wieso das?
Dass Frauen bei Wettkämpfen nicht zugelassen sind, regeln die Statuten, sagt Thomas Post, Vorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Fingerhakler. Sein Vorgänger Anton Bader sagt, es sei ein "männlicher Kraftsport", bei dem man "der Frau imponieren kann".
Beeindruckt sei sie schon, besonders wenn der Schmächtigere gewinne, sagt Tina Hasenstab, die mit ihrem Partner hergekommen ist. "Aber imponieren wäre zu viel gesagt." Mithakeln reizt sie nicht. Sie wolle keine blutigen Finger, sagt sie - so sehen es die meisten der Damen.