Eintrittspreis für das Oktoberfest: 45 Prozent befürworten Vorschlag
Autor: Aaron Hofmann, Agentur dpa
München, Mittwoch, 11. Februar 2026
Die Idee, für den Wiesn-Besuch einen Eintritt zu verlangen, erfuhr in München keine nennenswerte Unterstützung. Eine Umfrage befeuert die Diskussion.
Update vom 11. Februar 2026: 45 Prozent sind für Oktoberfest-Eintritt - laut Umfrage
Knapp jeder zweite Deutsche hätte einer repräsentativen Umfrage zufolge kein Problem damit, wenn man für den Besuch des Münchner Oktoberfests Eintritt zahlen müsste. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag) würden es 46 Prozent der Bundesbürger begrüßen, wenn Besucherinnen und Besucher künftig Eintritt zahlen müssten, um das Oktoberfest-Gelände zu betreten.
Nur 27 Prozent lehnen Vorstoß zu Eintrittspreisen klar ab
Lediglich 27 Prozent lehnen den jüngsten Vorstoß des bayerischen Bierbrauer-Präsidenten Georg Schneider ab, der sich dagegen ausgesprochen hatte, die Kosten des Volksfests vor allem über hohe Bierpreise zu finanzieren. «Am Ende müssen wir uns die Frage stellen, ob Bier allein reicht, um eine Veranstaltung wie das Oktoberfest zu finanzieren», hatte Schneider Anfang Februar erklärt. Deshalb müsse man als Alternative in Betracht ziehen, Eintritt zu verlangen. Zur Höhe habe er «keine konkreten Vorstellungen».
Weitere 27 Prozent zeigten sich der Umfrage zufolge unentschieden. Bei den Erwachsenen im Alter unter 30 sprach sich sogar mit 51 Prozent die Mehrheit der Befragten für einen Eintrittspreis für das Oktoberfest aus. In Bayern stößt die Forderung, für den Wiesn-Besuch extra zahlen zu müssen, dagegen eher auf Ablehnung. 45 Prozent der Befragten im Freistaat lehnen eine Eintrittsgebühr ab, 33 Prozent hätten kein Problem damit.
Nicht nur Münchens Oberbürgermeister lehnt Eintritts-Idee klar ab
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Wiesn-Chef Christian Scharpf hatten dem Vorstoß umgehend eine klare Absage erteilt. «Das ist ein Volksfest, und das soll es auch bleiben», sagte Reiter. Schließlich gebe es auch Familien, die einfach nur über die Festwiese schlendern wollten. Auch die Wiesn-Wirte selbst lehnen den Vorschlag ab - nicht nur, weil Eintrittsgelder den Volksfestcharakter zerstörten.
Originalmeldung vom 05.02.2026: Brauerpräsident will Eintritt fürs Oktoberfest
Das Oktoberfest wird zunehmend teurer und insbesondere die Bierpreise bereiten vielen Besuchern Sorgen. Während Volks- und Wiesenfeste in Franken im Vergleich zur bayerischen Landeshauptstadt noch spürbar günstiger sind, ziehen auch dort die Preise weiter an.
Neu ist die Überlegung des Münchner Brauerpräsidenten, einen Eintritt fürs Oktoberfest zu verlangen, um dadurch die Lebensmittelpreise zu senken. Diese Idee stößt jedoch auf gemischte Reaktionen. Der Münchner Wiesn-Chef betont: "Das Oktoberfest ist ein Volksfest und kein Freizeitpark".
Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass die Bierpreise beim Oktoberfest jedes Jahr anziehen. Im Jahr 2025 lag der Preis für die Maß Bier zwischen 14,50 und 15,80 Euro und damit durchschnittlich 3,52 Prozent höher als im Vorjahr. 2024 mussten Besucher für einen Liter noch zwischen 13,60 und 15,30 Euro bezahlen. Der Hauptgrund für die Preissteigerung liegt in der Inflation und erhöhten Personalkosten, die unter anderem durch mehr Gäste entstehen.