Augsburg: Steine auf Autofahrer geworfen - Urteil gegen Lkw-Fahrer gefallen
Autor: Agentur dpa
Augsburg, Freitag, 09. Februar 2024
Aus Langeweile will ein Lastwagenfahrer immer wieder Steine auf Autos geworfen haben, mehrere Menschen wurden verletzt. Nun ist er verurteilt worden, aber nicht im Sinne der Staatsanwaltschaft.
Update vom 09.02.2024: Viereinhalb Jahre Haft für Lkw-Fahrer nach Steinwürfen auf Autos
Wegen zwölf Steinwürfen auf entgegenkommende Fahrzeuge auf autobahnähnlichen Bundesstraßen ist ein Lastwagenfahrer zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann in einer Reihe von Fällen wegen versuchten Mordes angeklagt, das Landgericht Augsburg folgte dieser Ansicht am Donnerstag (8. Februar 2024) aber nicht.
Die Strafkammer verurteilte den 50-Jährigen nur wegen Körperverletzungsdelikten, vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie Sachbeschädigung. Zudem wurde ihm der Führerschein entzogen.
Video:
Etliche Fahrzeuge waren von den Kieselsteinen aus der Fahrerkabine des Mannes getroffen worden, mehrere Windschutzscheiben wurden beschädigt. Drei Frauen und ein Mann wurden verletzt, aber nicht schwer. Die Fälle seien letztlich glimpflich ausgegangen, sagte der Vorsitzende Richter Franz Wörz. "In keinem einzigen Fall haben wir einen schweren Unfall."
Der Lkw-Fahrer hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der Rumäne hatte für ein Bauunternehmen als Materialfahrer gearbeitet und dabei täglich Hunderte Kilometer im Großraum Augsburg zurückgelegt.
Der Staatsanwalt hatte die Fälle, in denen die entgegenkommenden Wagen auf der Bundesstraße schätzungsweise mit Tempo 120 unterwegs waren, als Mordversuche gewertet. Trotz des Schrecks beim Aufprall der Steine konnten alle Autofahrer Schlimmeres verhindern. Dennoch waren die Opfer nach den Taten mitunter schockiert von dem Erlebnis.
Der Lasterfahrer hatte die Würfe mit der Langeweile während des langen Arbeitstages hinter dem Steuer begründet. Erst flogen Apfelreste und Bananenschalen aus dem Fenster, später waren es die Steine. Der Mann räumte ein, dass er dabei mit möglichen "katastrophalen Folgen" gerechnet habe - aber nur mit schweren Unfällen, töten habe er niemanden wollen.
Der Richter betonte, dass letztlich das Motiv unklar geblieben sei. Auch Stressabbau und Bewältigung familiärer Probleme seien als Motiv möglich. Aber: "Ein vernünftiger Mensch macht so was natürlich nicht", betonte Wörz.