Mitarbeiter von Knabenchor soll Kinder heimlich nackt gefilmt haben

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Gegen einen Mitarbeiter der Augsburger Domsingknaben werden schwere Anschuldigungen erhoben. Er soll heimlich Kinder nackt gefilmt haben. Die Kriminalpolizei ermittelt bereits seit mehreren Jahren gegen den Mann.

Ein früherer Mitarbeiter der Augsburger Domsingknaben soll heimlich Kinder beim Duschen und in Toiletten gefilmt haben. Wie die Ermittler am Mittwoch berichteten, sind mittlerweile 34 Opfer identifiziert worden. Bei einzelnen Kindern und Jugendlichen stehe die Identifizierung noch aus.

Der inzwischen in Dresden lebende 25 Jahre alte Beschuldigte wird auch verdächtigt, einen damals 13-jährigen Buben vor sechs Jahren in einer Wohnung in München sexuell missbraucht zu haben. Zuerst hatte die Bild-Zeitung über die Ermittlungen gegen den Ex-Mitarbeiter des bekannten katholischen Knabenchores berichtet.

Das bayerische Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet ermittelt zusammen mit der Augsburger Kripo bereits seit fast drei Jahren gegen den Mann. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden damals Computer und Handys sichergestellt, dann wurden zunächst 378 kinderpornografische Bilder entdeckt.

Kriminalpolizei ermittelt seit drei Jahren gegen Beschuldigten

Zwei Jahre später wurden auf verschlüsselten Geräten 160 Videos gefunden, die männliche Kinder und Jugendliche vorwiegend in Duschen oder Toiletten zeigen. Aufgrund der abgebildeten Räume und der ehemaligen Tätigkeit des Beschuldigten kamen die Beamten darauf, dass es sich bei den heimlich gefilmten Buben um Mitglieder des kirchlichen Augsburger Chores handelt.

Der Chor berichtete, dass der Mann früher fünf Jahre für die Domsingknaben gearbeitet habe. Bereits im Februar und März 2023 habe es vier Informationsabende gegeben, um die Familien der Jungen zu gemeinsam mit einer Kommissarin der Polizei zu informieren. Laut dem Bild-Bericht will sich der Verteidiger des Beschuldigten zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten nicht äußern.

Vorschaubild: © Stefan Puchner/dpa