Augsburg: Dreifachmama (30) getötet - Kinder sollen Tat gesehen haben
Autor: Agentur dpa
Augsburg, Dienstag, 03. Februar 2026
Eine 30-Jährige wird in Augsburg getötet, verdächtigt wird ein 29-Jähriger. Er selbst soll keine enge Beziehung zu der Frau gehabt haben. Sein Ziehvater jedoch schon.
Im Prozess um das Gewaltverbrechen an einer dreifachen Mutter in Augsburg hat der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen. Der 29-Jährige steht im Verdacht, die Frau in ihrer Wohnung mit vier Kopfschüssen getötet zu haben, er ist wegen Mordes angeklagt. "Er wird keine Angaben machen", sagte Verteidiger Jörg Seubert zu Beginn des Prozesses. Eventuell werde sich der Angeklagte später in dem Verfahren äußern.
Der Mann soll am 19. Mai des vergangenen Jahres spätabends unbemerkt in die Wohnung der 30-Jährigen eingedrungen sein und die Mutter erschossen haben. Die Frau hatte drei kleine Kinder. Ein Sohn und eine Tochter waren während der Tat im Haus und mussten das schreckliche Geschehen mitansehen. Die Tochter fand die blutüberströmte Mutter und alarmierte über eine Verwandte die Polizei.
Dreifachmama (30) in Ausgburg erschossen - Trennung von Ex der Auslöser?
Der Auslöser der Tat soll gewesen sein, dass sich die Frau von dem Ziehvater des Angeklagten wenige Wochen zuvor getrennt hatte und der 29-Jährige dies quasi rächen wollte. Dabei soll der beschuldigte Deutsche selbst gar keine enge Beziehung zu der Frau gehabt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Ziehvater des Angeklagten jahrelang mit der Mutter des Beschuldigten liiert. In dieser Zeit habe der Ziehvater den heute 29-Jährigen mit großgezogen.
Nach dem Ende dieser Beziehung soll der Ziehvater dann etwa fünf Jahre lang mit der später getöteten Frau zusammen gewesen sein. In dieser Zeit kamen eine Tochter und ein Sohn zur Welt, die Frau hatte zudem aus einer früheren Beziehung eine etwas ältere Tochter. Das Verhältnis zwischen dem Ziehvater und dem Angeklagten soll über die Jahre hinweg immer eng gewesen sein.
Nach Angaben der Ermittler hatte sich die 30-Jährige im vergangenen April im Streit von dem Ziehvater getrennt, nachdem die Partnerschaft bereits von der "Kontroll- und Eifersucht" des Mannes geprägt gewesen sei. Danach soll der Ziehvater den Angeklagten wie einen Detektiv auf die Frau angesetzt haben, um sie auszuspionieren.
Angeklagter soll 30-Jährige beschattet haben
Der Angeklagte soll dafür einen regelrechten Beobachtungsposten bei Altglascontainern in der Nähe des Wohnhauses der Frau gehabt haben. Außerdem soll er sogar extra von Landsberg am Lech, wo er eigentlich lebte, nach Augsburg in die Nähe der Frau gezogen sein. Beide Männer hatten laut Staatsanwaltschaft immer wieder auf die 30-Jährige eingeredet, dass diese die Beziehung zu dem Ziehvater fortsetzt - ohne Erfolg.
Am Tattag soll er gegen 23.40 Uhr in die Wohnung der bereits schlafenden Frau eingedrungen sein. Die Haustür soll auch ohne Schlüssel zu öffnen gewesen sein, denn der Ziehvater hatte nach den Angaben der Staatsanwaltschaft die Tür bei einem früheren Streit beschädigt. In der Wohnung soll die 30-Jährige erwacht und den Eindringling zur Rede gestellt haben - dann sollen die tödlichen Schüsse gefallen sein.