Anfragesturm nach Aprilscherz: Bayerische Brüder stellen Lederhosen-Unterhosen vor
Autor: Redaktion
Berchtesgaden, Dienstag, 18. April 2023
Statt nur ein paar Lachern haben die Lederhosenmacher Aigner aus Berchtesgaden eine neue Geschäftsidee bekommen. Sieht man die Lederhosen-Unterhose etwa bald als Bestandteil der bayrischen Tracht?
Aprilscherze haben eine lange Tradition und sorgen jedes Jahr aufs neue sowohl für Gelächter als auch für Kopfschütteln. Während sich früher noch eher darauf konzentriert wurde, Familie und Freunde "in den April zu schicken", spielten sich viele wirklich gelungene Aprilscherze in den sozialen Medien ab. Auch Unternehmen, sowohl groß als auch klein, nutzen den 1. April gerne für Marketingzwecke.
Sowohl Freud als auch Leid verbinden die zwei Brüder Engelbert und Michael Aigner aus Berchtesgaden mit ihrem Aprilscherz, der dafür sorgte, dass die Telefone bei den gelernten "Säcklern", also Lederhosenmachern, gar nicht mehr still stand. Wie konnte das passieren?
Aprilscherz geht nach hinten los: Alle wollen die Unterhose im Trachtenstil
Als reinen Scherz posteten die Brüder am 1. April auf Instagram ein Foto von einem der beiden in einer sogenannten "Lederbux", einer Unterhose im Stile der klassischen Lederhose. Das Produkt bewarben sie als einmaliges Angebot, dass es nur an diesem Tag für 19,90 Euro im hauseigenen Laden "Lederhosen Aigner" zu kaufen geben würde. Sogar die Konfektionsgrößen, in der die "Bux" erhältlich sein sollte, von XS bis XXL, gaben sie an, sodass es wirklich wie eine waschechte Produktwerbung daherkam. Auf besonderen Wunsch wäre es sogar möglich, eine "Eichenlaubstickerei" zusätzlich darauf zu bekommen.
Für die Aktion hatten Engelbert und Michael aus einem Rest Hirschleder, wie er häufig bei der Maßanfertigung ihrer Lederhosen anfällt, die "Lederbux" maßgenau geschneidert. Wer von den beiden Modell stand, bleibt allerdings geheim. Mit dem Post wollten sie sich, wie viele andere auch, einen Scherz erlauben. Das ging jedoch nach hinten los. So wurden sie überhäuft mit Anfragen und Nachrichten auf den sozialen Medien, auch das Telefon klingelte scheinbar durchgehend. Scheinbar wollte jeder unbedingt eine eigene "Lederbux" haben.
Das ging so weit, dass sich die Scherzbolde fragten, ob sie nicht selbst einem Aprilscherz zum Opfer gefallen waren. Selbst am 2. April, der 2023 auf einen Sonntag fiel, riefen so viele Interessenten an, dass Engelbert Aigner sein Handy ausschalten musste. Bei soviel Ansturm stellten sie sich die Frage, ob die "Lederbux" nicht tatsächlich als fester Bestandteil der Kollektion in Serie gehen sollte. Doch mit ihren jetzigen Aufträgen haben die Brüder genug zu tun: Ihre Lederhosen, allesamt Maßanfertigungen, haben eine Wartezeit von knapp einem Jahr. Auch die Materialkosten machen die Produktion der "Lederbux" unwahrscheinlich, gut 100 Euro müssten die Aigners wohl verlangen, um diese und ihren Arbeitsaufwand entschädigt zu bekommen.
Aus den Hirschlederresten ihrer gewöhnlichen Arbeit macht Michael Aigner aber dennoch etwas Nützliches. So stellt er unter anderem Geldbeutel und Schlüsselanhänger her, die Kund*innen im Geschäft dann gegen eine Spende erhalten können. Das so erhaltene Geld nutzen die Aigners, um die Rettung des Regenwaldes zu unterstützen. Wofür ihnen am Ende auch niemand, der noch so gerne eine "Lederbux" gehabt hätte, böse sein kann.