Amoktat in Schongau: Bürgermeister spricht offen über eigene Angst
Autor: Erik Jasper, Redaktion, Agentur dpa
Schongau, Donnerstag, 09. Juli 2026
Nach der Amoktat an einer Schule in Oberbayern hat sich der Bürgermeister geäußert - und seine persönlichen Gefühle ausgedrückt.
Update vom 09.07.2026, 14.15 Uhr: Bürgermeister und Schulleiter sprechen - Entscheidung von Richter steht an
Nach der mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau hat der Erste Bürgermeister von Schongau, Thomas Schleich (UWV), den Betroffenen Unterstützung zugesagt. "Es ist ein schwarzer Tag für Schongau", sagte Schleich. "Wir werden im Rathaus greifbar sein für Leute, die einen Ansprechpartner brauchen." Man könne unter anderem Kontakte herstellen, etwa wenn Menschen Betreuung benötigten. "Es gilt, dass wir gemeinsam daran arbeiten, Gespräche führen", sagte Schleich. "Ich persönlich bin froh, dass die Schule geöffnet hat", sagte der Bürgermeister, der sich am Tag nach der Tat vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das könne helfen, dass die Schülerinnen und Schüler in der Klassengemeinschaft und mit den Lehrkräften wieder in ihren normalen Alltag zurückfinden. Sie sollten nun vor allem die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Damit sei "diese Woche der Unterricht eher zweitrangig". Laut einem Sprecher des zuständigen Landratsamtes sollen Kriseninterventionsteams für Gespräche vor Ort sein und den Schülern und Lehrern helfen, um das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist. "Man ist aufs Mark getroffen. Man macht sich viele Gedanken", sagte Schleich weiter. "Ich bin auch Familienvater. Ich habe drei Kinder, und zwei Kinder gehen hier auch zur Schule."
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"Wir werden Zeit brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten», schrieb der Bürgermeister auf Instagram. "Aber wir werden diesen Weg gemeinsam gehen." Nach der mutmaßlichen Amoktat an dem Gymnasium ging dort heute die Schule weiter. Zur Tagesordnung übergehen wolle man aber nicht, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes. Kriseninterventionsteams sollten für Gespräche vor Ort sein und den Schülern und Lehrern helfen, um das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist. Einige der Schüler erlebten hautnah, wie ein ehemaliger Mitschüler das Schulgelände betrat, laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf zwei 13-Jährige losging.
Schongau: Wohnung des 16-Jährigen durchsucht - das erhofft sich die Polizei
Die Schülerinnen wurden dabei so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste. Inzwischen sind beide außer Lebensgefahr. Lehrkräfte waren es, die die Polizei dabei unterstützten, den mutmaßlichen Täter zu überwältigen. Dabei handelt es sich um einen 16-Jährigen, der laut Polizei wegen psychischer Probleme in Behandlung war und schon vorher Drohungen ausgesprochen haben soll. Wie er an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, sind Fragen, die noch zu klären sind.
Ebenso, wie es den Schülern und Lehrern geht, die nach der Tat unter Schock standen und betreut werden mussten. Der Jugendliche soll sich in einer "psychischen Ausnahmesituation" befunden haben. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern bestätigte, wurde die Wohnung des 16-Jährigen, der bei seinen Eltern lebt, durchsucht. Dabei gehe es vor allem um die Suche nach dem Motiv für die Tat. Seine Hardware soll ausgewertet werden. Wie genau der Tatvorwurf lautet und ob wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen ihn ermittelt wird, das sei nun Sache der Staatsanwaltschaft.
Nach der mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau soll der mutmaßliche Täter im Laufe des Tages zur Haftprüfung dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Er müsse entscheiden, ob der 16-Jährige in Untersuchungshaft komme oder ob eine einstweilige Unterbringung angeordnet werde, teilten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.
Update vom 08.07.2026, 19.52 Uhr: Amoktat in Schongau - Zufall soll weiteres Blutvergießen an Schule verhindert haben
Verhinderte ein glücklicher Zufall ein weitaus schlimmeres Blutvergießen bei der möglichen Amoktat an einer oberbayerischen Schule? Bei seiner mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium in Schongau konnte der 16-jährige Tatverdächtige laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) lediglich einen Schuss abgeben - dann habe die Waffe versagt.