Aktienbrauerei Kaufbeuren stellt Insolvenzantrag - Investoren gesucht
Autor: Erik Jasper, Redaktion
Kaufbeuren, Mittwoch, 17. Juni 2026
Die Aktienbrauerei Kaufbeuren hat Insolvenz angemeldet und stellt sich neu auf. Produktion und Standort in Kaufbeuren bleiben zunächst bestehen, die Suche nach Investoren läuft.
Nach übereinstimmenden Medienberichten hat die Aktienbrauerei Kaufbeuren einen Insolvenzantrag gestellt, um eine wirtschaftliche Neuausrichtung zu ermöglichen. Wie das Unternehmen aus dem Allgäu mitteilt, hat das zuständige Gericht in Aalen (Baden-Württemberg) dem Antrag zugestimmt und eine vorläufige Eigenverwaltung eingerichtet.
Die Produktion, der Braubetrieb sowie bereits vereinbarte Feste und Veranstaltungen in der Region sollen ohne Einschränkungen fortgeführt werden. Der Standort in Kaufbeuren steht laut dem Unternehmen, das sich selbst auf seiner Website als "letzte Repräsentantin der Kaufbeurer Biertradition" bezeichnet, nicht zur Disposition. Unterdessen muss ein beliebter und bekannter fränkischer Bierladen schließen - gegenüber inFranken.de nannte der Betreiber zuletzt die Gründe für das "bittere" Aus.
Aktienbrauerei Kaufbeuren startet Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung
Wie unter anderem BR24 berichtet, wird vor allem die Steuerung der Sanierung neu ausgerichtet: Verwaltung und Geschäftsführung werden demnach nach Aalen bzw. Ellwangen (Jagst) verlagert, wo Volker P. Zimmerer von der Unternehmensberatung Z Management Consulting (ZMC) als Sanierungsgeschäftsführer die maßgeblichen Entscheidungen übernimmt. Olaf Spiekermann wurde als vorläufiger Sachwalter bestellt, die Kanzlei WHP Rechtsanwälte und Betriebswirte begleitet das Verfahren rechtlich und betriebswirtschaftlich.
Video:
Verwaltung und Geschäftsführung wechseln nach Aalen. Dort übernimmt Volker Zimmerer vom Beratungsunternehmen "Z management consulting" (ZMC), das in Ellwangen ansässig ist, die Rolle des Sanierungsgeschäftsführers und trifft die maßgeblichen Entscheidungen. Rechtsanwalt Olaf Spiekermann wurde vom Insolvenzgericht in Aalen als vorläufiger Sachwalter bestellt und vertritt die Interessen der Gläubiger. Die Kanzlei WHP Rechtsanwälte und Betriebswirte übernimmt die rechtliche sowie betriebswirtschaftliche Begleitung.
Für die Belegschaft bedeutet das Verfahren zunächst, dass die Löhne und Gehälter über das Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert sind. Nach Unternehmensangaben arbeiten derzeit 84 Menschen für die Brauerei. Parallel werden Investoren gesucht, um den Standort langfristig zu sichern. Sollte dies nicht gelingen, würde das Allgäu womöglich eine seiner traditionsreichsten Brauereien verlieren. Die Brauerei wurde 1308 gegründet und gehört seit 2013 zum britischen Unternehmen Rokit Drinks. Berichte über wirtschaftliche Probleme des Betriebs gibt es schon seit Jahren.