AfD fordert eine bayerische "ICE-Polizei" - kurz darauf tötet die US-Behörde einen Mann
Autor: Agentur dpa, Florian Hauner
Bayern, Sonntag, 25. Januar 2026
Die AfD in Bayern fordert eine spezielle Einheit der Polizei für Abschiebungen. In den USA sorgt die Arbeit einer ähnlichen Behörde für heftige Kritik und Diskussionen.
Der bayerische Landesverband der AfD fordert eine "Asylfahndungs- und Abschiebegruppe" der bayerischen Polizei, nach Vorbild der umstrittenen US-Behörde ICE. Einen Tag später tötet eben jene Behörde erneut einen Menschen in Minneapolis auf offener Straße. Das Heimatschutzministerium stellt den Fall als Notwehr des Beamten dar, doch Videos von der Szene befeuern die Kritik an den Razzien der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten und dem martialischen Vorgehen gegen protestierende Zivilisten.
Schon als die 37-jährige US-Bürgerin Renee Good Anfang Januar bei einem ICE-Einsatz in Minneapolis in ihrem Auto erschossen worden war, bezeichnete die Regierung das Vorgehen als Notwehr eines Beamten in akuter Lebensgefahr. Doch auch in diesem Fall zeichneten Videos ein anderes Bild. Landesweit machte sich Empörung breit, Demonstranten und die oppositionellen Demokraten sprachen - wie auch jetzt wieder - von völlig überzogener Gewalt und mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung.
Videos im Netz widerlegen Behauptungen des Ministeriums
Von dem Vorfall auf offener Straße kursieren mehrere Augenzeugenvideos aus verschiedenen Perspektiven im Netz. Auf einem davon, das die Deutsche Presse-Agentur verifiziert hat, ist zu sehen, wie mehrere Vermummte in Einsatzkleidung eine Person gewaltsam zu Boden bringen und versuchen, diese zu fixieren. Offenkundig handelt es sich dabei um Alex Pretti, ein 37-jähriger US-amerikanischer Krankenpfleger. Er wollte eine Frau vor den Behörden schützen. Am Ende wird er von acht Einsatzkräften umringt.
Dann fallen Schüsse, dem Ton nach sind es etwa zehn. Es kann sein, dass verschiedene Personen schießen, eindeutig ist das den Aufnahmen nicht zu entnehmen. Auch als der Mann regungslos am Boden liegt, schießt mindestens einer der Vermummten weiter auf ihn.
Zur Frage der möglichen Bewaffnung Prettis, der nach Polizeiangaben zum Tragen einer Schusswaffe berechtigt war, kann man anhand der von dpa überprüften Videos keine klare Aussage treffen. Auf einem der in sozialen Netzwerken kursierenden Videos wirkt es so, als sei ihm von den Beamten eine Pistole abgenommen worden - allerdings schon vor den ersten Schüssen, was die These von der angeblichen akuten Lebensgefahr für die Einsatzkräfte zusätzlich infrage stellen würde.
Ein Video, das unser inFranken.de-Redakteur entdeckt hat, zeigt wie Alex Pretti zuerst mit Pfefferspray besprüht wird, daraufhin drücken die Beamten ihn zu Boden und als er versucht aufzustehen fallen zehn Schüsse. Meiner persönlichen Meinung nach gleichen die Aufnahmen einer spontanen Hinrichtung. Wer will, kann sich das Video anschauen (Triggerwarnung: Verstörender Inhalt und Gewalt) und sich seine eigene Meinung bilden.
Forderung nach einer bayerischen ICE-Polizei
AfD-Fraktionschefin Ebner-Steiner bekräftigte kurz vor der Kommunalwahl die Forderung nach einer "Remigration" von Straftätern, Ausreisepflichtigen "und Personen, die sich den deutschen Pass erschlichen haben". "Außerdem müssen alle Aufenthaltstitel und Einbürgerungen überprüft werden, dahingehend, ob sie rechtmäßig sind."