Hinzu kommen noch weitere längerfristige Darlehen, welche im Laufe des Jahres von 37 auf 45 Millionen Euro angestiegen sind. Damit beläuft sich die aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung der Einwohner im Kreis Forchheim auf knapp 320 Euro und damit 163 Prozent über dem landesweiten Durchschnitt.
In den kommenden Jahren sollen weitere 23 Millionen Euro durch Investitionen, hinzukommen. Damit läge die Prokopfverschuldung im Jahr 2029 mit 301 Prozent über dem bayernweiten Durchschnitt.
Diese Summe deckt sich nahezu mit Bauabschnitt 1 der angestrebten Sanierung des Herder-Gymnasiums Forchheim. Inzwischen hat sich die hier ursprünglich geplante Investitionssumme verdreifacht.
Auch im früheren Verlauf der Sitzung hatte das geplante Vorhaben für Unruhe und hitzige Diskussionen gesorgt. Nicht müde, immer weiter nachzubohren, zeigte sich besonders Sebastian Körber (FDP), der nachhakte: „Es gibt eine Möglichkeit, das Gebäude doch noch abzureißen und in Holzhybridbauweise neu aufzubauen.“ Körber offenbarte sich als Anhänger und Verfechter dieser Bauweise.
Martin Walz (CSU) beschäftigen hingegen besonders die Fragestellungen: „Warum ist die Heizung, die doch so dringend benötigt wird, erst in Bauabschnitt 2 dran?“
Ohne Heizung im Winter?
Zuvor hatte Tanja Schmidt (Hochbauamt) ihrer Sorge Ausdruck verliehen: „Im Winter bangen wir jeden Morgen, ob die Heizung funktioniert oder ob wir die Schüler wieder in den Fernunterricht schicken müssen.“
Walz zeigte sich auch besorgt, ob der in Aussicht gestellte mögliche Stopp nach jedem Bauabschnitt, in der Praxis tatsächlich so umgesetzt werden kann: „Ich sehe die Gefahr, dass wir die Sanierung nach Bauabschnitt 1 nicht stoppen können, wenn wir die Heizung erst im zweiten Bauabschnitt angehen wollen.“
Lisa Badum (Grüne) sorgte sich um etwas gänzlich anderes: „Ist am Lehrerparkplatz wirklich nur eine E-Ladesäule vorgesehen?“ Körber war weiter in Fahrt und signalisierte MdB Badum, dass man sich damit vielleicht in Berlin auseinandersetzen könne, hier ginge es jedoch um wichtigere Dinge.
Architekt zeigt sich streitbar
Auch Christiane Meyer (Freie Wähler) gegenüber zeigte er sich streitbar und bot ihr „Nachhilfe in Grundlagen der Architektur“ an. Auslöser dafür war eine Meinungsverschiedenheit darüber, ob die Beratungsleistungen in der Kostenübersicht des Projekts in Baunebenkosten umbenannt werden sollten. Der Freie Demokrat hielt dies für überaus wichtig. Meyer hingegen vertrat die Meinung: „Kosten bleiben Kosten, egal, wie wir die Position nennen.“
Obwohl noch großer Diskussionsbedarf bestand und es noch viele Wortmeldungen gab, stellte Martin Distler (Grüne) den Antrag, zur Abstimmung überzugehen. Da die Mehrheit diesem Vorschlag folgte, fand der Diskurs ein jähes Ende.
Auch die Kommunen werden ihren Gürtel enger schnallen müssen. Als seitens der AfD der Wunsch laut wurde, die Kreisumlage nicht weiter zu erhöhen, entgegnete Zimmermann kurz und knapp: „Die wird steigen müssen.“
Wenn der Kreistag seinem Zeitplan treu bleibt, wird in wenigen Monaten zu erfahren sein, wie sehr die Haushaltsumlage erhöht und damit die Belastung an die Städte und Gemeinden durchgereicht werden wird.