Alte Terrassen, neue Zukunft

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Harald Spitzner (rechts) von Slow Food erläuterte den Besuchern die Besonderheiten der historischen Weinbergslandschaft und der Fischgrät-Terrassen.Christian Licha
Harald Spitzner (rechts) von Slow Food erläuterte den Besuchern die Besonderheiten der historischen Weinbergslandschaft und der Fischgrät-Terrassen.Christian Licha
Die historischen Fischgrät-Terrassen bei Steinbach sollen erhalten und wieder stärker für den Weinbau genutzt werden.
Die historischen Fischgrät-Terrassen bei Steinbach sollen erhalten und wieder stärker für den Weinbau genutzt werden.
 
Am terroir f in Steinbach fand am Sonntag eine Veranstaltung zum Tag des offenen Denkmals statt.
Am terroir f in Steinbach fand am Sonntag eine Veranstaltung zum Tag des offenen Denkmals statt.
 

Die denkmalgeschützten Fischgrät-Terrassen bei Steinbach sollen erhalten werden

rotz des regnerischen Wetters fanden am Sonntag einige Interessierte den Weg in die Weinberge bei Steinbach. Dort stand beim Tag des offenen Denkmals kein historisches Gebäude im Mittelpunkt, sondern eine besondere Kulturlandschaft. Beim Festakt am terroir f wurde ein Projekt vorgestellt, mit dem die denkmalgeschützten Fischgrät-Terrassen erhalten und der Weinbau dort wiederbelebt werden sollen.

In der Denkmalliste

Die Trockenmauern aus Keupersandstein sind in einem charakteristischen Fischgrätmuster angelegt. Die Terrassen am Pfaffenberg und Nonnenberg stehen seit 1981 in der Denkmalliste. Heute sind Teile gefährdet. Nicht mehr bewirtschaftete Flächen verbuschen, Mauern drohen zu verfallen.

Die Organisation Slow Food Mainfranken-Hohenlohe, die Gemeinde Ebelsbach und das Abt-Degen-Weintal wollen deshalb gemeinsam aktiv werden. Mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege soll ein Kommunales Denkmalkonzept entstehen. Ziel sind der Erhalt der Trockenmauern und die Wiederbelebung des Weinbaus.

Harald Spitzner von Slow Food machte deutlich, dass die Sanierung der Mauern von einzelnen Winzern kaum zu stemmen sei. Die Weinbergslandschaft habe es verdient, „wieder wahrgenommen zu werden“. Bürgermeister Martin Horn ( SPD ) begrüßte die Initiative. Viele Menschen seien wohl schon oft an den Weinbergen vorbeigelaufen, ohne deren Besonderheit wahrzunehmen. Auch das Wissen um den fachgerechten Aufbau der Trockenmauern werde seltener.

Der stellvertretende Landrat und Vorsitzende des Abt-Degen-Weintals, Thomas Stadelmann ( SPD ), sah in dem Tag den Auftakt für die weiteren Bemühungen um den Erhalt der Terrassen. „Wir müssen unsere Regionalität und das, was wir an Kulturgut haben, erhalten“, sagte er. Künftig sollen auch Fördergelder zum Erhalt der Terrassen beitragen.

Über 100 Jahre alte Reben

Eine weitere Besonderheit wächst auf den Terrassen. Wie die Vertreter von Slow Food erläuterten, hat sich an zwei Stellen ein Fränkischer Satz erhalten. Dort stehen mehr als 100 Jahre alte, wurzelechte Reben verschiedener Sorten gemeinsam im Weinberg , darunter Roter Gutedel und Blauer Tokajer. Einige Rebstöcke konnten bislang selbst von Fachleuten nicht eindeutig bestimmt werden. Sie sollen erhalten und weiter erforscht werden.

Naturpark-Rangerin Katja Winter verwies auf die lange Weinbautradition. Im 16. Jahrhundert sei Unterfranken das größte Weinanbaugebiet weltweit gewesen.

Wissen beim Wandern

Katja Winter sowie Harald Spitzner und Andreas Schneider von Slow Food vermittelten bei den angebotenen Wanderungen außerdem Wissenswertes über Natur, Terrassen und historischen Weinbau.