Für Entdecker: Abenteuer im Wald

1 Min
Fertig zum Tierweitsprung: Wer schafft es so weit wie eine Maus, wer macht dem Reh Konkurrenz?Dagmar Besand
Fertig zum Tierweitsprung: Wer schafft es so weit wie eine Maus, wer macht dem Reh Konkurrenz?Dagmar Besand
Rehturm: Viele Stufen führen zur Aussichtsplattform.
Rehturm: Viele Stufen führen zur Aussichtsplattform.
 
Lehrreiche Stationen mit Schautafeln und dazu passenden geschnitzten Skulpturen aus Holz.
Lehrreiche Stationen mit Schautafeln und dazu passenden geschnitzten Skulpturen aus Holz.
 
Carmen Hombach hat den Lehrpfad konzipiert.
Carmen Hombach hat den Lehrpfad konzipiert.
 

Ferien zu Hause – Hier gibt es viel zu erleben, zum Beispiel auf dem Naturlehrpfad am Rehberg

In der Sprunggrube die eigene Sprungkraft mit der von allerlei Tieren vergleichen, auf dem Barfußpfad die verschiedenen Bodenbeläge des Waldes erfühlen, vom Liegestuhl aus in die Baumkronen blicken und auf Schautafeln die Lebensräume von Tieren , Pflanzen und Pilzen entdecken – all das bietet der etwa vier Kilometer lange Naturlehrpfad am Rehberg an insgesamt 21 Stationen. Hier können nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene eine Menge lernen.

Die Attraktion am Rehberg ist der erste einer Serie von Ausflugstipps der Bayerischen Rundschau für schöne Sommerferientage daheim. Gerade für heiße Sommertage ist der schattige Wald ein ideales Ausflugsziel, denn dort ist es meist ein paar Grad kühler als in der Stadt.

Ausgedacht hat sich das Naturlehrpfad-Konzept Carmen Hombach. Bevor sie als Stadtförsterin nach Kulmbach kam, war sie im Walderlebniszentrum Tennenlohe tätig und hat dort viel Erfahrung gesammelt, womit man Kinder und Jugendliche begeistern kann. „Es ist am besten, wenn man sich sein Wissen selbst erarbeite“, meint sie. „Und hier macht das auch noch richtig Spaß!“

Ein Erlebnis für alle Sinne

Mit ihrem fleißigen Team hat die Försterin dafür gesorgt, dass das Abenteuer Natur am Rehberg seit 2012 ein Erlebnis für alle Sinne ist.

Die Stationen zielen darauf ab, den Forscherdrang zu wecken. So verstecken sich interessante Details und Ratespiele auf Klapptafeln an Sträuchern , Bäumen und beim Feuchtbiotop. Ein Baumartenpfad stellt die Charakteristika einzelner Bäume heraus und bietet dazu passende Erklärungen. Hier erfährt man zum Beispiel, dass früher diejenigen als reich galten, die Buchen als Brennholz verwendeten.

Den Pfad zu absolvieren, dauert ungefähr zwei Stunden, je nachdem, was man alles ausprobieren möchte, kann man auch leicht mehr Zeit im Wald verbringen.

Grandiose Aussichten

Und wenn man schon einmal oben ist, auf dem Rehberg, kann man die Gelegenheit nutzen, den 26,4 Meter hohen Rehturm zu besteigen. Wer die 126 Stufen nach oben gemeistert hat, wird mit einem grandiosen Ausblick über die Stadt Kulmbach und auf die Plassenburg belohnt.

Der Rehturm wurde im Jahre 1498 erstmals namentlich erwähnt. Eingegliedert in ein System von Wachtürmen, hatte er einst die Funktion, durch leuchtende Signalfeuer die Bewohner der Plassenburg und der Stadt Kulmbach vor drohenden Gefahren zu warnen. Dieses Alarmsystem erstreckte sich von Bamberg über den Frankenwald und das Fichtelgebirge bis ins Vogtland.

Im Bundesständischen Krieg (1553/54) wurde der Turm zerstört und erst 1889/91 wiederaufgebaut. In den 1970er Jahren war er so baufällig, dass er gesperrt werden musste. Dank Spenden aus der Kulmbacher Bevölkerung konnte er wieder saniert werden. Heute ist der Rehturm einer der bekanntesten Aussichtstürme im Kulmbacher Land und ein beliebtes Ausflugsziel.