Feier mit Flatterulme und Gedenkstein im Wald bei Heldritt

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Wie ein 480 000 Euro teurer Harvester arbeitet, konnten die Teilnehmer beim Waldspaziergang anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Wald- und Maßkorporation Heldritt hautnah erleben. Foto: Martin Rebhan
Wie ein 480 000 Euro teurer Harvester arbeitet, konnten die Teilnehmer beim Waldspaziergang anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Wald- und Maßkorporation Heldritt hautnah erleben.  Foto: Martin Rebhan
Dem ältesten und dem jüngsten Mitglied der Wald- und Maßkorporation, Ruprecht von Butler und Jakob Florschütz, blieb es vorbehalten, den Gedenkstein an das 150-jährige Bestehen der Vereinigung zu enthüllen. Foto: Martin Rebhan
Dem ältesten und dem jüngsten Mitglied der Wald- und Maßkorporation, Ruprecht von Butler und Jakob Florschütz, blieb es vorbehalten, den Gedenkstein an das 150-jährige Bestehen der Vereinigung zu enthüllen. Foto: Martin Rebhan
 

Die Wald- und die Maßkorporation Heldritt gibt es seit 150 Jahren. Das Jubiläum wurde mit einem Blick in die Zukunft begangen.

Als einen "Glücksfall für die Waldbewirtschaftung" bezeichnete der ehemalige Revierleiter Norbert Wimmer in seinem Buch "Felder, Wiesen und Auen" die Gründung der Wald- und der Maßkorporation Heldritt im Jahr 1869. Vor kurzem konnten die Vereinigungen ihr 150-jähriges Bestehen feiern.

Der Festtag war zweigeteilt. Standen am Vormittag ein Gottesdienst, den Pfarrer Simon Meyer zelebrierte, die Grußworte von Landrat Sebastian Straubel und des Schirmherren, Bürgermeister Tobias Ehrlicher, sowie die Festrede von Ruprecht von Butler im Mittelpunkt des Geschehens, war der Nachmittag vom "praktischen Teil" des Festtages geprägt. Ruprecht von Butler, der mit seinen 94 Lebensjahren das älteste Mitglied der Korporation ist, davon 62 Jahre als Vorstandsmitglied, ging in seiner Rede auf die geschichtliche Entwicklung der beiden Flächen ein. Er erläuterte den Gästen, dass die sogenannte Maßwaldung ein etwa 73 Hektar großes Waldgebiet ist, das schon vor dem Dreißigjährigen Krieg aus 15 Maßen mit jeweils sechs Gerten, also 90 Anteilen, bestand. Die Waldkorporation liegt demnach auf einer knapp 94 Hektar großen Fläche, die zunächst zum erheblichen Teil aus Weidegebiet bestand. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde daraus ein reiner Fichtenwald. Von Butler weiter: "So wurden die ehemaligen 45 Hutrechte zu entsprechenden Waldrechten."

Nutzer wurden Eigentümer

Wichtige Daten waren der 17. April 1883 beziehungsweise der 14. April 1885, als aus den jeweiligen Nutzungsberechtigten Eigentümer der Flächen wurden. In seiner Rede ging Von Butler auf die Arbeit der beiden Korporationen ein und stellte mit fester Stimme fest: "Für mich gibt es keinen Zweifel, dass unsere Korporationswälder vorzüglich bewirtschaftet werden." Von Butler weiter: "Unser Wald war stets ein Musterbeispiel dafür, wie man Nutz- und Schutzfunktionen sinnvoll vereinen und gestalten kann. Außer bei Katastrophen wurde immer weniger Wald genutzt, als nachwächst."

Angesichts der allgemein schwierigen Lage in den Wäldern nach zwei trockenen Sommern fand Ruprecht von Butler mahnende Worte. Er wies darauf hin, dass man nicht in Aktionismus verfallen dürfe, sondern behutsam vorgehen und auch für Veränderungen mit eventuellem Waldumbau aufgeschlossen sein müsse.

Höhepunkt zum Schluss

Die Verantwortlichen des Festtages hatten sich für den Nachmittag etwas Besonderes einfallen lassen. Bei einem Waldspaziergang wurde nicht nur die Arbeit eines Holzvollernters, eines sogenannten Harvesters erklärt, sondern unter anderem auch Themen wie Naturverjüngung, Eschensterben und Biotopbäume angesprochen. Auf großes Interesse stieß die 480000 Euro teure Holzerntemaschine, die drei Fichten aus dem Wald entnahm. Carl-Hubertus von Butler erläuterte hierzu, dass das Gerät in der Lage sei, in einer Stunde die Leistung zu erbringen, die drei Waldarbeiter in drei Tagen leisten können. Deutlich wurde bei dem Spaziergang, dass Handarbeit im Wald unverzichtbar ist. Winfried Wolf zeigte auf, dass die Maschine nur zum Einsatz kommt, wenn größere Mengen an Holz zur Verarbeitung anstehen. "Auf die händische Holzfällung kann nicht verzichtet werden", betonte Wolf. Anhand eines Models zeigte er den Teilnehmern auf, wie, zumindest in der Theorie, ein Baum von Hand gefällt werden soll.

Am Ende des Waldspazierganges standen die Höhepunkte an. Zum einen wurde als Zeichen für die Zukunft eine Flatterulme gepflanzt und zur Erinnerung an 150 Jahre Waldkorporation wurde ein Gedenkstein enthüllt.