Der Kitzinger SPD-OB-Kandidat Manfred Paul lud zu einem Bauforum. Die Diskussion zeigte, dass Wohnen ein Thema ist, das auch vielen Kitzingern auf dem Nagel brennt.
Stadtpolitik könnte so einfach sein: "Der Oberbürgermeister darf nicht am Schreibtisch sitzen, sondern muss der erste sein, der unterwegs ist." Das ist die Meinung des Aschaffenburger Oberbürgermeisters Klaus Herzog und gleichzeitig der wichtigste Tipp für Manfred Paul , der werden will, was Herzog schon seit vielen Jahren ist, ebenfalls Oberbürgermeister. Allerdings nicht in Aschaffenburg, sondern in Kitzingen.
Um das zu werden, hatte der Kandidat der SPD für den Posten des Stadtoberhaupts am Freitagabend in die Fastnachtakademie geladen und gut 80 Gäste waren gekommen. In vier "Foren" will Paul aktuelle Themen der Stadt ansprechen, sich und andere umfasend informieren, daraus so etwas, wie ein Wahlprogramm, aber auch eine Arbeitsgrundlage für den Fall des Wahlerfolgs generieren. Am Freitag bei der Premiere stand das Thema "Bauen und Wohnen" auf der Agenda und dazu hatte sich Paul drei Fachleute geladen: Zum einen den OB von Aschaffenburg, Klaus Herzog; den Investor Wolfgang Rosentritt, in Kitzingen bekannt unter anderem durch die Sanierung des BayWa-Areals am Mainufer und schließlich Thomas Wirth, Landschaftsarchitekt und Städteplaner und Gründer des Büros arc.grün .
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Fäden laufen im Büro des Oberbürgermeisters zusammen
Vier Schwerpunkte hatte sich das Podium für den Abend vorgenommen: Neben bezahlbarem Wohnraum waren das die Stadtentwicklung, Bauflächen und alternative Bau- und Wohnformen, ein Thema das wegen der Absage eines Referenten nur kurz gestreift wurde.
Viele praktische Tipps für die Arbeit an der Spitze einer Stadt hatte Herzog im Gepäck. "Alle Fäden laufen im Büro des OB zusammen,", sagte er. "Seine originäre Aufgabe ist es, Dienstleistungen schnell zu erledigen und die Verwaltung bürgernah aufzustellen." Dazu gehöre es auch, nach außen zu gehen und nicht zu warten, bis Bürger, Unternehmer oder Investoren zur Verwaltung kommen. Wichtig ist ein Innenstadtkonzept.
Das, so Thomas Wirth, gebe es in Kitzingen seit 2006, es wurde 2011 fortgeschrieben. "Eines der besten Konzepte, die ich gelesen habe, mit vielen konkreten Vorschlägen, vieles davon wurde umgesetzt." Entscheidend für solche Konzepte: Sie dürfen nicht in den Schubladen liegen, sondern müssen umgesetzt werden und damit den Boden für Investitionen bereiten. Wichtig ist ein kompetenter Ansprechpartner auf Seiten der Verwaltung.
Ob es den derzeit in Kitzingen gibt , das war sowohl in der Runde, als auch in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum umstritten. Vor allem Wolfgang Rosentritt sperrte sich gegen Kritik: "Ich bin Fürsprecher des Bauamts, erlebe eine gute Zusammenarbeit und Beratung, sowie Ansprechpartner, die sich kümmern." Ein Umstand, den nicht alle Zuhörer bestätigen konnten.
Bezahlbarer Wohnraum, auch für größere Familien
Problematisch, so Rosentritt, ist allerdings die Schaffung von günstigem Wohnraum durch private Investoren. Das ist nur durch staatliche oder städtische Förderung möglich. Allerdings würden durch die vielen neuen Eigentumswohnungen in Kitzingen bestehender Wohnraum auch wieder frei, was zur Entspannung des Marktes führt.