Demos sind der erste Schritt
"Mit der Idee, die Schöpfung zu bewahren, hat unser Leben nichts zu tun. Demonstrieren ist der erste Schritt", sagte Lasse Landskron von der "Fridays for future"-Bewegung. Und Dorle Frey vom "Fair-ein" gab zu bedenken, dass oft von anderen verlangt werde, was man selbst aus Bequemlichkeit unterlässt.
Um auf die verschieden großen Fußabdrücke, die die Menschen in den verschiedenen Erdteilen hinterlassen, aufmerksam zu machen und auch, um die "Fridays for future"-Bewegung zu unterstützen, initiierten die evangelische und katholische Kirche gemeinsam diesen Schöpfungs-Gottesdienst. Ursprünglich trugen sich die Macher mit dem Gedanken, den Gottesdienst "Saturday for future" zu nennen. Doch stattdessen entschieden sie sich für eine positive Nachricht: "Du hast uns deine Welt geschenkt". Sie wollten für Umsicht, Nachhaltigkeit und mehr Verantwortungsbewusstsein werben.
Trotzdem sei der Schöpfungs-Gottesdienst eine "Verneigung vor den Jugendlichen", machte Pfarrer Traugott Burmann klar. "Wir können auch als Kirche nicht tatenlos zusehen. Wir müssen etwas tun - mehr als bisher", waren er sich mit dem katholischen Stadtpfarrer Hans Roppelt einig.
Pfarrer kam mit dem Rad
Hans Roppelt, selbst mit dem Fahrrad zur Nikolaikirche gekommen, betonte, dass es oft Gedankenlosigkeit sei, die die Menschen zu ihrem Tun bewege. Er ging auf die Bergpredigt ein, sie gebe klare Handlungsanweisungen.
Pfarrer Traugott Burmann legte das Jesus-Wort "Ihr seid das Salz der Erde" aus. Salz wirke nicht von allein, es müsse sich einmischen, sich hingeben und auflösen. "Die Kirche neigt dazu, sich nicht einzumischen."
Es sei enttäuschend, was das Klimakabinett vorgeschlagen habe, sagte Burmann und forderte jeden Einzelnen auf, Salz zu sein "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder zerstören." Nach dem Gottesdienst trafen sich die zahlreichen Besucher zum Gespräch im Alten Friedhof. Aufgetischt wurde ein kleines Buffet - natürlich fair und regional.