SV Frensdorf: Teamwork auch abseits des Rasens

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Amelie Striegel im Vorwärtsgang. Mit vier Treffern führt sie derzeit die interne Torjägerliste der Frensdorfer Damen an. Fotos: Bernd Riemke
Amelie Striegel im Vorwärtsgang. Mit vier Treffern führt sie derzeit die interne Torjägerliste der Frensdorfer Damen an. Fotos: Bernd Riemke
Elf Freunde! Auf das Team des SV Frensdorf passt dieser sprichwörtliche Zusammenhalt wie die Faust aufs Auge. Amelie Striegel hat ihre fußballerische Heimat gefunden.
Elf Freunde! Auf das Team des SV Frensdorf passt dieser sprichwörtliche Zusammenhalt wie die Faust aufs Auge. Amelie Striegel hat ihre fußballerische Heimat gefunden.
 

Beim Bayernligisten SV Frensdorf hat Amelie Striegel seit Beginn dieser Spielzeit ihre neue fußballerische Heimat gefunden.

Aller guten Dinge sind drei: Als drittes von vier Geschwistern wurde Amelie Striegel in eine Fußballerfamilie förmlich hineingeboren. Auch wenn Mama Diana ohne zu zögern feststellt: "Das Sportliche hat sie von mir." So tummelte sich Klein-Amy schon von Kindesbeinen an auf dem Fußballplatz. Onkel Georg Striegel schnürte ein Jahr lang für TSV 1860 München die Stiefel, Papa Peter kickte nach einem Stelldichein beim Club später für den TSV Ebermannstadt in der Landesliga und wie selbstverständlich knipst auch ihr älterer Bruder Julian für den SV Moggast, nach dem Abstieg in der Kreisklasse 2 ER/PEG. Tore schießen können die Striegels und da steht Amelie ihren männlichen Familienmitgliedern in Nichts nach. "Acht Pokale als Torschützenkönigin zieren meine Regale", verkündet die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin nicht ohne Stolz.

Was Tennis mit Fußball verbindet

Ihre Jugend verbrachte sie beim TSV Ebermannstadt. Obgleich der Fußball immer an erster Stelle stand, jagte sie auch der kleinen gelben Filzkugel auf dem Tenniscourt hinterher. "Die kurzen Sprints während der Ballwechsel helfen mir auch beim Fußball", sagt die 23-Jährige, die in der heimlichen Hauptstadt der Fränkischen Schweiz eine behütete Kindheit verbrachte. "Sportentzug war das einzige, womit mich meine Eltern bestrafen konnten", schmunzelt sie heute in Erinnerung an erfolgreiche Jahre, in denen sie nicht selten etwa 40 Tore für die Ebser Mädchen erzielte. Die Mannschaft hatte Papa Peter 2005 aus der Taufe gehoben und mit seiner schnellen und ballgewandten Tochter ein treffsicheres Zugpferd. Doch rückblickend bezeichnet es die Angreiferin als einzigen Fehler ihrer Laufbahn, nicht länger in Jungs-Mannschaften gespielt zu haben, was ihrer sportlichen Entwicklung womöglich förderlich gewesen wäre.

Diese Entwicklung führte sie dennoch in die U17 der Spvgg Hausen, wo die Gegner in der Bayernliga plötzlich nicht mehr DJK Eggolsheim sondern FC Bayern München hießen. Der zeitliche Aufwand war jedoch enorm und so zog es die heimatverbundene Fränkin zurück nach Ebermannstadt, wo sie die TSV-Damen mit ihren Toren regelmäßig zum Klassenerhalt in der Kreisliga schoss.

Im zarten Alter von 13 Jahren scheiterte ein Wechsel ins Internat des 1. FC Nürnberg noch, weil das Heimweh der damaligen Schülerin zu groß war. Doch der Ansporn, es noch einmal höherklassig zu versuchen, verschwand nie aus ihrem Kopf. "Vielleicht ist es wirklich noch einmal an der Zeit, Gas zu geben", dachte sich der Blondschopf, als das Angebot der SpVgg Greuther Fürth ins Haus flatterte. Wegen der Doppelbelastung durch ihre berufliche Ausbildung war sie im Ronhof für die U23 eingeplant und tat dort in der BOL Mittelfranken das, was sie am besten kann: Tore schießen. Mit 16 Treffern in 17 Einsätzen sicherte sie sich im dritten Jahr beim Kleeblatt ligaweit wieder einmal die Torjägerkanone, doch das sportliche Glück fand sie so richtig erst nach ihrem Wechsel zum SV Frensdorf diesen Sommer.

Angelockt von ihrer ehemaligen Mitspielerin Katharina Sturm fühlte sich die ehrgeizige Angreiferin auf Anhieb pudelwohl und berichtet von wahren Gänsehautmomenten in der Kabine, wenn sich die Bayernliga-Damen gegenseitig motivieren.

Wasser marsch!

Bis zur angestrebten Perfektion ist es freilich noch ein weiter Weg, doch in Sachen Teamwork sind die Frensdorfer Damen jetzt schon unerreichbare Spitze. Der Tatsache geschuldet, dass es im Sportheim des SV lediglich einen Wassertank gibt, tritt beim Duschen nach dem Training gelegentlich akute Knappheit des reinigenden Nasses auf. "Ich brauch' immer am längsten. Als das Wasser einmal zur Neige ging und ich mit eingeschäumten Haaren einen Kopf wie ein Eiswürfel bekam, haben mir meine Mädels einfach das Wasser aus ihren Trinkflaschen drüber geschüttet", schmunzelt Striegel über den Fakt, dass ihr neues Team einfach für jedes Problem eine Lösung findet - und sei es beim Gehirnfrost unter der Dusche.