"Sachsens Glanz und Preußens Gloria" im Armeemuseum Friedrich der Große auf der Plassenburg in Kulmbach

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Eine Grenadiermütze von Sachsen-Gotha um 1750 gehört zu den Ausstellungstücken, die im Rahmen der Sonderausstellung "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" zur Zeit auf der Plassenburg zu sehen ist.Foto: Bernd A. Windsheimer
Eine Grenadiermütze von Sachsen-Gotha um 1750 gehört zu den Ausstellungstücken, die im Rahmen der Sonderausstellung "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" zur Zeit auf der Plassenburg zu sehen ist.Foto: Bernd A. Windsheimer

"Sachsens Glanz und Preußens Gloria" heißt eine Sonderausstellung, im Armeemuseum Friedrich der Große auf der Plassenburg in Kulmbach zu sehen ist.

"Sachsens Glanz und Preußens Gloria" heißt eine Sonderausstellung, die zur Zeit im Armeemuseum Friedrich der Große auf der Plassenburg in Kulmbach zu sehen ist.

Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen ("August der Starke") erwarb als August II. die polnische Königskrone und regierte beide Länder in Personalunion bis zu seinem Tode 1733. Gegen Ende seiner Regierungszeit reformierte er seine Armee von Grund auf.
Das Ergebnis der Neuorganisation wurde in einer Truppenschau mit Feldlager der gesamten 27 000-Mann starken sächsischen Armee im Juni 1730 vorgestellt, die in der Nähe von Zeithain stattfand. Das "Zeithainer Lustlager" war eine organisatorische Meisterleistung, die europaweit für Aufsehen sorgte. Es war nicht nur die größte Truppenschau Europas, es galt vor allem als das gigantischste Barockfest seiner Zeit, das "Spektakel des Jahrhunderts", welches wegen seiner Pracht und Üppigkeit bis heute Inbegriff barocker Lebensart ist. Zum Einsatz kamen dabei auch osmanische Staatszelte, von denen heute zwei in der Türckischen Cammer im Dresdner Residenzschloss zu besichtigen sind. Dem barocken Selbstverständnis entsprechend sollte es den absolutistischen Machtanspruch des Herrschers widerspiegeln.

Sein Sohn August III. kämpfte mit dieser Militärmacht an der Seite Friedrichs des Großen im Ersten Schlesischen Krieg (1740-1742) um das Habsburger Erbe. Zwei Jahre später trennten sich ihre Wege und Sachsen trat zusammen mit der Habsburger-Herrscherin Maria Theresia gegen Preußen an, militärisch aber wenig erfolgreich: Nach der Niederlage bei Kesselsdorf schlossen Sachsen und Österreich mit Preußen 1745 Frieden.

In den nächsten elf Jahren gelang es Maria Theresia mit ihrem Kanzler Kaunitz eine übermächtige europäische Koalition gegen den "bösen Mann" aus Preußen zu schmieden. Österreich, Frankreich, Sachsen, Russland und Schweden waren bereit, 1757 gegen Friedrich loszuschlagen und sein Reich auf seine ursprüngliche Größe eines kleinen Kurfürstentums zu reduzieren.

Da Friedrichs Spionagenetz vorzüglich funktionierte, wusste er über die Pläne seiner Feinde genauestens Bescheid. In einem für die Gegner völlig überraschenden Präventivschlag marschierte er schon im August 1756 in das Kurfürstentum Sachsen ein und zwang den größten Teil der am Lilienstein bei Pirna umzingelten sächsischen Armee zur Kapitulation. Sachsen wurde besetzt und bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) als militärische Operationsbasis benutzt. Da die Subsidienzahlungen (Hilfsgelder) der verbündeten Engländer zur Finanzierung seiner Kriegskosten bei weitem nicht reichten, beutete Friedrich das besetzte Sachsen durch unmenschliche Kontributionen fast bis zum wirtschaftlichen Ruin aus. Der in seiner polnischen Zweitresidenz Warschau residierende sächsische Kurfürst musste dem tatenlos zusehen. Die Schlösser seines Kanzlers Brühl, der die Koalition gegen Friedrich maßgeblich vorangetrieben hatte, wurden gnadenlos verwüstet.
Nach dem im sächsischen Hubertusburg abgeschlossenen Frieden (15. Februar 1763) war Sachsen ein wirtschaftlich ruiniertes Land.

Das DDR-Staatsfernsehen hat diese 35 Jahre wechselvoller preußisch-sächsischer Geschichte in einem opulenten Mehrteiler verfilmt und ihm den signifikanten Titel "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" gegeben.
Die kleine Sonderausstellung im Armeemuseum Friedrich der Große auf der Plassenburg will mit typischen Objekten die einzelnen Stationen dieser ab 1740 meist leidvollen Nachbarschaftsbeziehung dokumentieren.
Besonders hervorzuheben sind eine Grenadiermütze von Sachsen-Gotha um 1750, ein Husaren-Offizierssäbel und eine Offiziers-Säbeltasche wohl aus der Zeit des Zeithainer Lagers um 1730 und ein zeitgenössisches Gemälde, das Offiziere aller Waffengattungen in einem sächsischen Schloss zeigt.
Ergänzend dazu passt die Vitrine über den Frieden von Hubertusburg von 1763 in der ständigen Ausstellung.
Fotos der einzelnen Objekte finden Sie in der Homepage des Armeemuseums.