Chronik des Kegelclubs Thurnau

Im Exil, in Kasendorf, mussten die Gründungsväter unseres Clubs 1966 ihren Zusammenschluss begehen. Aber sie ahnten bereits, dass dies nicht von allzu langer Dauer sein würde, denn sie gaben sich den Namen Kegelclub Thurnau...
Im Exil, in Kasendorf, mussten die Gründungsväter unseres Clubs 1966 ihren Zusammenschluss begehen. Aber sie ahnten bereits, dass dies nicht von allzu langer Dauer sein würde, denn sie gaben sich den Namen Kegelclub Thurnau. Gründungsmitglieder waren am 10.10.1996: Günter Cichon, Hans Eschenbacher, Heinz Günther, Ludwig Hofmann, Horst Lauterbach, Rudi Schirmer, Siegbert Sinnig, Hilmar Türk, Hermann Ebert, Karl-Heinz Feige, Werner Hirschmann, Rudi Hofmann, Günther Mühlast, Gerd Sell, Joseph Straubinger, Fritz Weihermüller und Erich Wunderlich.

Direkt nach der Gründung bereits griffen zwei Mannschaften in die Pokalrunde der Kulmbacher Privatkegler ein.

Mit dem Neubau der Bundeskegelbahn in der Schorrmühle 1970 und dem damit verbundenen Umzug unseres Clubs nach Thurnau konnte dann endlich die lange Thurnauer Kegeltradition fortgesetzt werden. Anfangs wurden noch keine großen Erfolge erzielt. Aber schon 1973 konnte der erste Tausender gefeiert werden. Nun ging es ständig bergauf. 1974 wurde durch die 1. Mannschaft die bisher längste Siegesserie von 19 (!) Siegen hintereinander aufgestellt.

In der gleichen Saison wurde die 2. Mannschaft Gewinner der Reserve-Rnde und errang dadurch den Landrat-Held-Pokal. In sehr origineller Weise feierten die Sieger ihren Triumph. In einer altehrwürdigen Kutsche, als Begleiter ein Fässchen Bier, ließen sie sich durch die Ortschaft chauffieren. Gefeiert wurden Siege auch früher schon zünftig.
Aus dieser Zeit stammen auch die clubintern ausgespielten Wanderpokale. Immer wieder ragten hier – oft unerwartet – Spieler mit besonderen Leistungen heraus.

Ein Großteil der Kegler fühlte sich nun immer mehr von den sportlichen Leistungsanforderungen des Sportkegelbetriebes angesprochen. Im Juni 1975 ergab sich dann die günstige Gelegenheit: Zur Saison 1975/76 wechselten zwei Mannschaften zum SKV Kulmbach, eine in die A-Klasse, die andere in die B-Klasse. Seit 1982 wird auch bei den Thurnauern nur noch in den Sportkegel-Klassen gekegelt.

Der Schritt zum „Profitum“ erwies sich als richtig. Schnell stellten sich auch hier Erfolge ein. Die 1. Mannschaft spielte einige Jahre in der Kreisklasse eine gute Rolle. Mit Gründung der Kulmbacher Damen-A-Klasse wurde eine Damenmannschaft gemeldet. Auch sie konnte sogar zumindest ein Jahr lang in der Kreisklasse Bayreuth/Kulmbach spielen. Diese Damenmannschaft hat sich leider mittlerweile aufgelöst.

Die komplette Renovierung der beiden Schorrmühlen-Bahnen 1985 mit der anschließenden Durchführung des Sportabzeichens war sicherlich ein weiterer Höhepunkt im Clubgeschehen. Viele andauernde Kegelfreundschaften wurden bei dieser gemeinsamen Aktion mit den Kegelfreunden Kasendorf geschlossen.

25 Jahre Kegeln zeigte 1991 eine rasante Aufwärtsentwicklung der sportlichen Leistung; der damalige Mannschaftsrekord von 2489 Holz und die Vielzahl der errungenen Sportabzeichen belegen dies deutlich. Aber auch die technischen Möglichkeiten werden immer mehr eingesetzt. Leider fiel einer diesen Rationalisierungsmaßnahmen zum Opfer: der Kegelbub. Wieviele unserer „alten Herren“ haben sich wohl noch durch Kegelaufstellen ihr Taschengeld verdient? Mit einem großen Fest und einem Jubiläumsturnier wurde das 25jährige Bestehen des Kegelclubs Thurnau gefeiert. Auch Musik und Tanz fehlten nicht.

Aber nicht nur als aktive Kegler stehen die Mitglieder des KC Thurnau zu unserem Sport, auch Schiedsrichter und Vorstandsmitglieder des SKV Kulmbach (teilweise über 20 Jahre) wurden aus unserem eher kleinen Club über einen recht langen Zeitraum aufgestellt. Kegeln hört halt nicht auf, wenn man die Bahn verlässt. Dabei darf man natürlich nicht die besonders schönen Stunden bei Ausflügen, Maiwanderungen, Grillfesten und lustigen Abenden vergessen. Mittlerweile haben einige der alten Kegler das aktive Feld verlassen, neue sind hinzu gekommen. Wir denken, dass es gerade die Kameradschaft und ein faires sportliches Verhalten sind, die Kegler an den KC Thurnau binden.

Unser Wunsch ist es, dass der Club auch in Zukunft sportlich gedeiht, sozial bindet und verantwortungsbewusste Sportfreunde hervorbringt.

Für den KC Thurnau und seine Mitglieder war es ein großer Verlust, als der Sportwart und aktive Kegler Arno Müller 2005 in der Kegelbahn starb. Diese Lücke, die er hinterlassen hat, wird nicht zu schließen sein. Arno Müller war ein Leistungsträger für den KC Thurnau und ein Freund aller Thurnauer Kegler.

Im Jahr 2007 nehmen zwei Mannschaften des KC Thurnau am aktiven Spielbetrieb teil. Die erste Herrenmannschaft spielt in der B-Klasse Nord, die zweite Herrenmannschaft wurde nach Saisonende 2006/2007 Vizemeister in der Kreisliga Nord.

Auch in der neuen Saison 2007/2008 melden wir wieder zwei Mannschaften an. Unser größter Wunsch ist es, neue Kegler hinzuzugewinnen und damit das vorhandene Potenzial zu steigern.

Einmal im Jahr, nämlich immer am 5. Januar, findet die Vereinsmeisterschaftsfeier statt. Mit einem bunten Programm, bestehend aus Ehrungen für Pokalsieger, Meisterschaften und Unterhaltung feiern die Thurnauer Kegler. Natürlich gibt es auch Spieleabende, an denen auch Interessierte teilnehmen können, die keine Mitglieder des Clubs sind. Nach den Weihnachtsfeiertagen zum Beispiel treffen sich die Kegler, um den Mixed-Pokal auszutragen. Es ist ein Pärchen-Kegeln, von denen einer oder eine nicht dem Kegelclub angehören darf.
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