St. Martinszug

Unser jährlich fester Termin am 11.11. ist der Martinszug. Wir freuen uns immer darauf, denn es ist eine Selbstverständlichkeit für uns, die Kindergärten vor Ort mit einem Martinspferd „auszustatten“.

Theresa, die Ausbilderin von Odin, dem stattlichen Martinspferd, führte mit ihm den Zug an. Wir eskortierten die Beiden mit einer Delegation. Nötig hat sie es wohl nicht, aber sicher ist sicher und es macht ja auch Spaß.

Diesmal hatten wir eine Pflegebeteiligungsgruppe dabei. Sie sollten lernen was alles dazugehört einen solchen Termin wahrzunehmen. Wie richte ich das Pferd her und auf was ist zu achten, im Dunkeln alleine von der Herde weg ein Pferd in einen solchen Tumult zu reiten. Welche Sicherheitsaspekte in Form von Abstand und Weit- bzw. Voraussicht sind nötig? Sehr spannend.

Gerne nutzen wir solche Situationen um unsere Schüler zu sensibilisieren und Ihren Horizont zu erweitern.

Wir sind nächstes Jahr wieder gerne das St. Martinspferd und freuen uns schon jetzt darauf !





Grob Fahrlässig – ACHTUNG!!!

In all den Jahren hier erlebten wir höchst selten – aber immer wieder mal – sehr fahrlässiges Verhalten im Straßenverkehr. Doch was am Sonntag, 15.11.2015 ca. 12.00 Uhr auf dem Röderweg (außerhalb vom Wohnbereich) Richtung Wald – besser gesagt vom Wald Richtung Wohngebiet, passierte, ist fasst nicht in Worte zu fassen.

Wir ritten mit kleinen Kindern, auch als Handpferd, da ist man nebeneinander und etwa so breit wie ein Auto. 2 Kinder ritten frei. Wir waren zu 6 und ein Pferd mit Abstand hintereinander waren wir im Zug also ca so groß wie ein Transporter oder Kleiner LKW. Auf einer landwirtschaftlichen Straße ist ein überholen mit ausreichend Abstand überhaupt nicht möglich. Reiten wir ohne Handpferde und wissen, dass die Pferde lässig sind und die Kinder das reiten können, dann reihen wir uns nebeneinander ein und das Auto kann langsam mit viel Abstand vorbeifahren.

Tun wir dies nicht, ist es schlichtweg nicht möglich weil zu viel Gefahr besteht. Wir sind ausgebildete Rittführer und Übungsleiter und wissen genau was geht und was nicht. Pferde sind Fluchttiere und wer keinen Abstand hält riskiert schwere Unfälle und Schäden.

Es näherte sich ein Fahrzeug. Wir merkten, dass ein Überholen nicht möglich ist und blieben auf der Spur. Leider fuhr der Wagen immer näher und gab quasi im Lehrlauf Gas um zu demonstrieren dass er vorbei will. Aber wo denn? Wir nahmen ja den Weg ein. Es war nicht mehr weit zur Kreuzung und so drehte ich mich um und machte mit Handzeichen ein Abstand halten und langsam weiter fahren deutlich. Doch der Fahrer wurde immer aufdringlicher und quetschte das eine Kind mit seinem Pony an den Rand des Weges, entzweite die Gruppe und fuhr dem anderen Reiter mit einem kleinen Kind als Handpferd neben sich auf einem Pferd voll ohne Abstand an den Schweif. Zum Glück sind unsere Pferde gelassen aber das war zu viel. Als das Gas wieder kam stieg der erwachsene Reiter ab und stellte den Fahrer zur Rede. Er wollte erst das Fenster nicht herunterlassen doch machte es dann. Dabei fuhr er weiter in die Pferde rein, die ja jetzt an der Hand waren. Es standen dann um das Auto herum – davor, daneben, dahinter – 6 Pferde!!! Zwischen Gräben, Straße und Chaos. Er fuhr einfach weiter und beschimpfte wir sollten zur Seite gehen. Ich wollte ihm noch begreiflich machen dass es irre gefährlich ist was er tut, aber da war er auch schon weg nachdem er alle Pferde, Ponys und Kinder quasi über den Haufen gefahren hatte.

Folgendes zur Rechtssituation: Ein Pferd ist laut StVO ein Fahrzeug. Es zählt wie ein Auto. Egal wo. Auch mitten in der Stadt. Mehrere Pferde sind ein Verband und es wird gemäß Vorschrift auch nebeneinander geritten.

Pferde sind Fluchttiere und es ist genügend Abstand zu halten. Fährt man zu sehr auf und das Pferd schlägt z.B. aus und trifft die Motorhaube ist der Fahrer selbst am Schaden schuld und muss das auch selbst finanzieren. Von den Verletzungen am Pferd ganz abzusehen – die müssen dann ebenso übernommen werden.

Das Pferd tut dies im besten Fall. Im schlimmsten tut es was Fluchttiere tun, weglaufen. Das ist sehr gefährlich wenn Pferde das tänzeln im Straßenverkehr anfangen wenn es zu eng wird. Dann stecken Sie die anderen Pferde an – denn es sind Herdentiere – und das wollen wir alle nicht.

Unsere Pferde sind hervorragend ausgebildet und gehen ständig im Straßenverkehr – extra um sie abzuhärten. Doch Regeln sind einzuhalten und immer der nötige Respekt zu waren. Sicherheit geht vor. Wenn die Menschen nicht einmal abschreckt Tiere und Kinder umzufahren – dann wird mir Himmelangst. An einem Sonntag Mittag müssen die 5 Minuten Zeit doch einfach drin sein.

Ich bedanke mich bei den restlichen 99 % aller Verkehrsteilnehmer, die solche Situationen immer nutzen und mit einem Grinsen die Pony-Kinderbande beobachten. Sich ein dankbares Winken von Ihnen zufliegen zu lassen und sich am Anblick erfreuen. Die meisten sind vorausschauend und machen oft sogar den Motor aus wenn Sie uns sehen – was nicht nötig ist. Aber das zeigt uns, dass wir gesehen werden und uns mit Achtsamkeit begegnet wird. DANKE dafür.

Dem Herren werde ich nach jetzt 20 Jahren Reiterei das erste Mal eine Anzeige zukommen lassen. Es ist nicht als böse Absicht gedacht, sondern eine Aufklärung der Gefahr war nicht möglich. Da ich den Menschen nicht kenne, komme ich dazu nur durch die Polizei. Das ist nicht gerade der Weg, der uns gefällt aber der einzige um so einer Situation vorzubeugen. Wenn er es das nächste Mal wieder täte und dann passiert etwas Schlimmes könnte ich mir das nie verzeihen. Diese Verantwortung möchte ich für mich nicht übernehmen.