Am Donnerstag fand die Infoveranstaltung der Nahwärme Initiative Kasendorf und der ait-deutschland GmbH (Alpha-Innotec) im Musikheim statt.

Hierbei ging es um Möglichkeiten der regenerativen Nahwärmeversorgung mit Hilfe von Wärmepumpen für Haushalte im gesamten Marktgemeindebereich.

Herr Frank Burkel, Mitarbeiter der ait-Deutschland, hat hierbei verschiedene Alternativen ausführlich beleuchtet.

Da die einzelnen Varianten zum Teil doch recht komplex sind, wollen wir diese hier nur kurz aufzeigen:

Die erste Variante berücksichtigt eine oder mehrere zentrale Wärmepumpen, in Verbindung mit einem Hackschnitzelkessel und / oder einem Erdgas-BHKW. In den angeschlossenen Häusern befindet sich, wie bisher auch vorgesehen, eine Übergabestation. Das Netz wird hierbei immer auf hoher Temperatur (ca. 70 – 80C) gehalten.

Die zweite Variante sieht ein „Kaltnetz“ vor, welches das ganze Jahr über mit Temperaturen bis maximal 30C betrieben wird. Die Wäre zum Heizen der angeschlossenen Häuser wird über einzelne, dezentral in den Häusern installierte Wärmepumpen erzeugt. Vorteil hierbei sind die verringerten Netzverluste und die einfache Erweiterungsmöglichkeit des Gesamtnetzes, allerdings muss hierbei natürlich in jeden Haus eine Wärmepumpe eingebaut werden.

Die dritte Variante sieht eine Kombination aus „Kaltnetz“ im Sommer sowie „Heißnetz“ im Winter vor. Hierbei wird dann zur Warmwasserbereitung im Sommer eine sehr kleine „Booster-Wärmepumpe“ dezentral in den Häusern installiert, in Kombination mit der Übergabestation. Dadurch kann das Netz im Sommer kalt gefahren werden, die Netzverluste werden hierbei wieder verringert. In der Heizperiode wird dann das Netz hochgefahren (70 – 80C) und die Beheizung der Häuser erfolgt über die Übergabestation. Die Wärme im Netz kann hierbei sowohl durch Hackschnitzel, einem Erdgas-BHKW, einer zentralen Wärmepumpe oder durch eine Kombination dieser Komponenten erzeugt werden.

Dies alles sind zunächst Ideen, die selbstverständlich noch ausgearbeitet werden müssen. Vergleichbare Nahwärmenetze sind aber bereits in der Umsetzung, auch wenn dies im Moment noch sehr innovativ erscheint. Wir, in Verbindung mit der ait, wollen hier einfach mal über den Tellerrand hinaus schauen und „um die Ecke denken“. Mit dem Knowhow der ait steht uns ein neuer, starker Partner an der Seite und wir sind sehr gespannt, ob sich eine dieser Varianten am Ende vielleicht sogar als Volltreffer erweist.

Eine zusätzliche Idee ist, wer in Kasendorf nicht direkt an das geplante Nahwärmenetz angeschlossen werden kann, hat trotzdem die Möglichkeit, Mitglied der Nahwärme-Genossenschaft zu werden und von den Vorteilen einer großen Gemeinschaft (u.a. evtl. gute Konditionen beim Stromanbieter durch große Abnahmemenge) zu profitieren.

Auch kommt hier die Kooperation der ait-Deutschland zum tragen, die den Mitgliedern mit ihren Konditionen bei der Beschaffung der Wärmepumpen preislich sehr entgegen kommen will.

Wichtiger Aspekt: Das ganze gilt auch für alle Bewohner oder Besitzer von Liegenschaften in den umliegenden Ortsteilen.

Dies alles soll aber keine Hau-Ruck-Aktion werden und bedarf gründlicher Überlegungen auf ganzer Linie.
Welche Möglichkeit für den Marktgemeindebereich Kasendorf schlussendlich die beste sein wird, bringt das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, die in den nächsten Tagen in Auftrag gegeben wird.
Dort werden sämtliche Varianten beleuchtet und die beste für Kasendorf und Umgebung erarbeitet und errechnet.
Das Ergebnis wird frühestens Ende Mai erwartet und wird natürlich sofort bekannt gegeben.