Weihnachten hat in Deutschland einen besonderen Stellenwert und der eigene geschmückte Christbaum zum Fest ist uns sehr heilig.
Betrachtet man die Verkaufszahlen von 29.8 Millionen Bäumen in den vergangenen Jahren, sind wir Deutschen Spitzenreiter in Europa. Produziert werden in Deutschland 19 Mio Bäume jährlich. Der Rest wird aus den skandinavischen Ländern, insbesondere Dänemark importiert. Die größte Anbaufläche in Deutschland findet man mit 180.000 Hektar im Sauerland. In unserer unterfränkischen Heimat befindet sich das größte Anbaugebiet in Mittelsinn mit 250 Hektar und 150.000 Christbäumen.

Auch die Gemeinde Bergtheim hat im Jahr 2019 für die Gemarkung Dipbach einen Antrag beim Amt für Forst und Landwirtschaft auf die Neuanlage einer Christbaumkultur gestellt. Nach einer eingehenden Überprüfung der Unterlagen wurde dem Antrag im Sommer 2020 zugestimmt.
Auf einer Fläche von 4100 qm in der Dipbacher Gemarkung an der Grenze zu Untereisenheim erhielt die Gemeinde Bergtheim eine Genehmigung zur Aufforstung/Neuerrichtung einer Christbaumkultur.
Hier wurde die Fläche eingezäunt und für eine Anpflanzung vorbereitet.
Sieben verschiedene Tannenarten wurden bereits auf der Fläche als 3 jährige Pflanzen angepflanzt. Die Kulturdauer wird zwischen 7 und 8 Jahre betragen.
Als Alternative zu den fallenden Holzpreisen in den vergangenen Jahren, sind die Preise für Christbäume weiterhin sehr stabil.
Durch Veränderung in der Gesellschaft geht der Trend auch mehr zu kleineren Christbäumen. Wurde vor einigen Jahren noch Wert auf Größe gelegt, platziert man momentan lieber einen kleinen Baum in der Wohnlandschaft.
Angelegt wurde die Fläche nun mit verschiedenen Arten:

Nordmanntanne (Abies nordmannia) :

Hierbei handelt es sich um die beliebteste Baumart in Deutschland zu Weihnachten. Sie zählt zu den Lieblingsarten in deutschen Wohnzimmern.

Die Nordmann-Tanne ist im westlichen Kaukasus und im Ostpontischen Gebirge in Georgien, Russland, der nordöstlichen Türkei und Aserbaidschan heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet bildet keine zusammenhängende Fläche. Die Gesamtfläche des Verbreitungsareals im Ostpontischen Gebirge umfasst circa 13.200 Hektar.

Blautanne (Picea) :

Die Blautanne stammt aus den Rocky Mountains im Westen der Vereinigten Staaten; ihr Vorkommen reicht vom südlichen Idaho und Wyoming südlich bis nach Arizona und New Mexico, wo jedoch nur isolierte Bestände vorkommen. Sie bildet in Höhenlagen zwischen 1800 und 3000 Meter einen Teil des Bergwaldes. Die Stech-Fichte ist in Mitteleuropa und Russland winterhart und wird hier überaus häufig in Gärten und Parks gepflanzt.

Die Blautanne ist eine Baumart des kühl-milden Klimas mit niedrigen Temperaturen im Sommer und geringen Niederschlägen im Winter. Die Jahresniederschläge liegen zwischen 460 und 600 mm, wovon rund 50 % als Regen während der Vegetationsperiode fällt. Sie ist anspruchslos bezüglich des Standorts, bevorzugt aber nährstoffreiche, frische, sandige bis kiesige Lehme in Tälern oder auf sanften Hängen. Der pH-Wert sollte zwischen 6,8 und 7,2 liegen. Sie ist sehr beständig gegen hohe Luftemissionswerte, verträgt einen Schattenstandort jedoch nur bedingt. Auf trockenen Standorten gedeiht sie besser als andere Fichtenarten. Sie ist bis zu einer Temperatur von −40 C frosthart.

Fraser Tanne (Abies fraseri) :

In den USA ist dieser mit einem Marktanteil von 80% der beliebteste Baum zu Weihnachten.

Die Fraser-Tanne ist in den südlichen Appalachen im östlichen Nordamerika beheimatet, so u. a. im Great-Smoky-Mountains-Nationalpark. Das begrenzte Verbreitungsgebiet befindet sich in den US-Bundesstaaten Tennessee, North Carolina und Virginia.Dort gedeiht sie in Höhenlagen von 1200 bis 2038 Meter.

Die Fraser-Tanne ist sehr Schnitt verträglich und weist einen kegeligen, aufrechten Wuchs auf.

Koloradotanne (Abies concolor) :

Die Kolorado-Tanne hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet im Westen Nordamerikas. Die Varietät Abies concolor var. concolor besiedelt Höhenlagen der Rocky Mountains von 2100 m bis 2700 m, während Abies concolor var. lowiana mehr auf Bergen nahe der Pazifikküste auf Höhenlagen zwischen 1200 m und 2100 m in der Sierra Nevada und zwischen 1500 m und 3000 m in den San Bernardino Mountains in Südkalifornien zu finden ist. Die Abies concolor var. concolor stellt in den südlichen Rocky Mountains die Klimaxbaumart dar. Optimal für ihre Entwicklung scheinen Nord- und Ostseiten der Gebirge Oregons und Kaliforniens zu sein.

In gemäßigten Klimaten ist die Kolorado-Tanne als Park- und Gartenbaum stark verbreitet, da sie nur geringe Standortansprüche stellt und Trockenheit sowie Frost erträgt.

Pazifische Edeltanne:

Die Edel-Tanne kommt im humiden pazifischen Nordwesten der USA vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Washington über Oregon bis nach Nordwestkalifornien. Sie wächst im Küstengebirge und in der Kaskadenkette in Höhenlagen zwischen 650 und 1.680 Meter.

Die Edel-Tanne bevorzugt kontinentales oder gemäßigtes Klima mit kühlen Sommern und hohen Niederschlägen (2000 bis 2500 Millimeter/Jahr). An den Boden stellt sie geringe Ansprüche, meidet aber Kalk. Gegen Winterkälte, Spätfröste, Schneedruck und Wind ist sie widerstandsfähig, verträgt aber als Lichtbaumart nur sehr wenig Schatten. Temperaturen von −20 C und weniger übersteht sie problemlos.

Küstentanne ( Abies grandis) :

Die Küsten-Tanne ist im westlichen Nordamerika heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet reicht entlang der Pazifikküste von Vancouver Island und von British Columbia über Washington und Oregon bis Nordwestkalifornien. Davon abgetrennt kommt sie auch im Inland östlich bis Idaho und West-Montana vor.

Die Küsten-Tanne steigt bis in Höhenlagen von 1600 Meter. Sie bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche, feuchte aber gut drainierte Böden.

Weiß Tanne (Abies alba) :

Wegen verschiedener ökologischer und ökonomischer Einflüsse hat der Bestand an Weiß-Tannen in Deutschland und anderer Länder in Mitteleuropa in den letzten 200 Jahren stark abgenommen. Zu den ökologischen Einflüssen gehörten der Befall durch eingeschleppte Schädlinge wie der Weißtannentrieblaus (Dreyfusia nordmannianae) sowie Schälschäden durch Rotwild und Verbissschäden durch Rot- und Rehwild. Zu den ökonomischen Einflüssen zählten die Kahlschlagwirtschaft, die Übernutzung sowie die Bevorzugung der Fichte im Waldbau. Ein wesentlicher Faktor für die höhere Empfindlichkeit mitteleuropäischer Weiß-Tannen ist jedoch die Variabilität genetischer Variation, die durch die nacheiszeitliche Wanderungsgeschichte im Süden höher als im Norden ist. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Klimawandel wird die Weiß-Tanne in der Forstwirtschaft immer wichtiger, da sie Vergleichsweise gut Trockenheit übersteht und auch bei höheren Temperaturen nicht ausfällt.

Douglasie ( Pseudotsuga menziesii) :

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Douglasie (Pseudotsuga menziesii) ist der Westen Nordamerikas, wo sie an den Hängen der Rocky Mountains sowie der Kaskadenkette von British Columbia entlang der kalifornischen Sierra Nevada bis nach Mexiko weite Flächen einnimmt.

Der schottische Botaniker David Douglas brachte den nach ihm benannten Baum 1827 von einer nordamerikanischen Expedition mit nach Kew Gardens bei London. Seitdem wird die Douglasie in Mitteleuropa in bedeutendem Umfang im Forst, aber auch in Parks und Gärten angepflanzt.

Gerade durch die Sortenvielfalt besteht die Möglichkeit in den kommenden Jahren viele Nachfragen in der Gemeinde abzudecken.
In der Vorweihnachtszeit ist die Nachfrage nach Schmuckreisig und Weihnachtsbäumen in der Gemeinde mit ihren Ortsteilen sehr hoch.

Hier werden Nachfragen von Vereinen, Kindergärten, öffentlichen und kirchlichen Institutionen leichter zu Bewältigen sein, da Nadelgehölze in dem örtlichen Gemeindewald rar gesäät sind.

Die Anlage wurde so konzipiert das durch eine gezielte Pflanzung der Arbeitsaufwand sehr gering ausfällt und die Fläche gezielt gemäht werden kann. Auch liegt der Schwerpunkt der Anlage auf eine ökologische Bewirtschaftung. Hier wird auf Pestizide und Kunstdünger verzichtet, auch der Einsatz von Herbiziden wird vermieden. Durch regionale Erzeugung wird eine CO 2 Verminderung durch unnötige Transport Kosten aus skandinavischen Ländern erzielt. Besonders stolz ist der Bauhof auch auf die eigene Erzeugung der Weiß-Tannen und Douglasienpflanzen. Diese stammen aus eigener Aussaat bzw. Naturverjüngungen aus dem Gemeinde Forst. Hier konnten die Anschaffungskosten auf Null gesenkt werden und eine saubere CO 2 Bilanz erzielt werden.

Ökologie von Christbaumkulturen :

Die Universität Osnabrück hat in einer Studie die Biodiversität in Christbaumkulturen näher unter die Lupe genommen und ist zu folgendem Entschluss gekommen:


Hohe Dichte an gefährdeten Brutvogelarten in Weihnachtsbaumkulturen

Die Studien bilden die Grundlage, um Handlungsempfehlungen zum biodiversitätsfördernden, nachhaltigen und umweltverträglichen Anbau von Weihnachtsbäumen zu erarbeiten. Erste Ergebnisse zur Vogelwelt der Weihnachtsbaumkulturen zeigen: Landschaftstypen mit Weihnachtsbaumkulturdominanz wiesen statistisch signifikant die größte Vielfalt und die höchsten Dichten an gefährdeten Brutvogelarten auf. Die häufigsten Rote-Liste-Arten waren in abnehmender Häufigkeit Goldammer, Fitis, Bluthänfling, Heidelerche und Baumpieper. Mit Ausnahme des Fitis kamen diese Arten darüber hinaus nahezu nur in Landschaften vor, die von Weihnachtsbaumkulturen dominiert waren. Für die Heidelerche sind die Vorkommen in Weihnachtsbaumkulturen sogar von landesweiter Bedeutung.

In den kommenden Jahren wird der Bestand weiterhin aufgestockt um in Regelmäßigen Abstand von dieser Kultur als Gemeinde zu profitieren.