Trebgast
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Trebgaster Kirchweih

Vom 22. bis 26. August 2019 lädt Trebgast herzlich zu seiner Kirchweih ein
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Die große (Mitte), die mittlere (links) und die kleine (rechts) Glocke der Trebgaster Johanneskirche läuten am Sonntag und laden zum Kirchweih-Gottesdienst ein.   Foto: Dieter Hübner
Die große (Mitte), die mittlere (links) und die kleine (rechts) Glocke der Trebgaster Johanneskirche läuten am Sonntag und laden zum Kirchweih-Gottesdienst ein. Foto: Dieter Hübner
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Am Sonntag, 25. August, wenn die Fahne am Glockenturm weht, werden die Glocken der Johanneskirche um 8.30 Uhr zum ersten Mal, und um 9 Uhr zum zweiten Mal vorläuten, um die Bevölkerung zum Kirchweih-Gottesdienst um 9.30 Uhr in die schmucke Markgrafenkirche einzuladen. Ist eigentlich jedem bewusst, dass an einem Festtag - wie es das Kirchweihfest nun einmal ist - die Glocken anders läuten als zu einem "normalen" Gottesdienst? Dafür gibt es nämlich extra eine "Läute-Ordnung". Der Autor hat sich dieses Mal in den Glockenturm und in das Kirchenarchiv begeben, um Ihnen das verschiedene Geläut zu den verschiedenen Anlässen etwas genauer zu "erläutern".

Der "Türkenschlag"

Außer zu Gottesdiensten wird in Trebgast traditionell zum Gebet geläutet (kath. "Angelus"). Und zwar morgens um 6 Uhr (mittlere Glocke), mittags um 12 Uhr (große Glocke) und abends um 19 bzw. 20 Uhr (mittlere Glocke). Wer aufmerksam hinhört, bemerkt mittags zusätzlich dreimal drei Schläge: Das ist nicht etwa ein unkontrolliertes Nachläuten, sondern eine Besonderheit: Der sogenannte "Türkenschlag". Dabei handelt es sich offenbar um ein im 17. Jahrhundert von der Obrigkeit angeordnetes besonderes "Gebetssignal" wegen ehemals drohender Türkengefahr. Heute ruft dieses Signal eher zum Beten des Glaubensbekenntnisses auf.

Das Elf-Uhr-Läuten der mittleren Glocke wurde früher zwar oft - vor allem von vielen Handwerkern am Bau - als die Zeit gesehen, sich ein "Elfa-Seidla" zu gönnen. Vorwiegend in bäuerlicher Umgebung hatte es aber den praktischen Sinn, die Arbeit auf dem Feld rechtzeitig vor der Mitte des Tages zu Ende zu bringen. Das Freitagsläuten um 9 Uhr geht höchstwahrscheinlich auf die frühere Übung zurück, die Passionsandachten und anscheinend überhaupt jeden Freitag einen Gottesdienst zu halten, den vor allem die Schüler besucht haben.

An normalen Sonntagen ertönt zum ersten Vorläuten die große Glocke, zum zweiten Vorläuten die mittlere Glocke, fünf Minuten vor Gottesdienstbeginn das Vollgeläut, und zum Vaterunser-Gebetsläuten die mittlere Glocke. Zu besonderen Fest- und Feiertagen - Christfest, Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt, Trinitatis, Kirchweihfest, Reformationsfest - wird schon beim ersten Vorläuten mit einer Minute Vollgeläut, gefolgt von einer Minute mit der großen Glocke, zum Gottesdienst erinnert. Danach erfolgt das Geläut wie an normalen Sonntagen.

Daneben gibt es besondere Glockenkombinationen zu besonderen Ereignissen. Bei Hochzeiten ertönt beim Einzug - ebenso wie zur Einsegnung bei der Konfirmation - ein Vollgeläut. Beim Taufgottesdienst läutet zu Beginn die große Glocke. Bei Sterbefällen läutet am Tag der Beerdigung in der Regel um 9 Uhr dreimal eine halbe Minute die kleine Glocke, danach zwei Minuten die mittlere und die große Glocke. Zur Trauerfeier erklingen die mittlere und die große Glocke auf dem Weg von der Halle zur Kirche, von der Kirche zur Halle, auf dem Weg von der Halle zum Grab, und auf dem Rückweg zur Kirche.

Auch wenn das alles auf den ersten Blick wahrscheinlich etwas verwirrend war: Vielleicht ist der eine oder andere jetzt auch ein wenig "geläutert" und hört beim nächsten "Glockenspiel" etwas genauer hin, und kommt beim traditionellen Kirchweihkonzert, das am Samstag um 19 Uhr in der Johanneskirche stattfindet, wieder etwas zur Ruhe. Dort präsentiert der Mailänder Konzert-Organist Paolo Springhetti die "Königin der Instrumente", mit einem für die Barock-Orgel ausgewähltem, abwechslungsreichem Programm, unter anderem mit Werken von J. Pachelbel, J.S. Bach, sowie eigenen Improvisationen im barocken Stil.

Die personelle Situation in manchen Vereinen führt heuer dazu, dass sich das Kirchweihgeschehen am Sonntag nicht - wie in den letzten Jahren üblich - auf dem Marktplatz in der Ortsmitte abspielt. Die örtliche Gastronomie (siehe Anzeigen) ist natürlich trotzdem von Donnerstag bis Montag wie gewohnt bestens auf die Gäste vorbereitet und wird sie mit regionalen fränkischen Schmankerln und Wildspezialitäten verwöhnen. Denn sie wissen ja: In TREBGAST wird der Gast groß geschrieben. Dieter Hübner

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