Windheim

St. Nikolauskirche erstrahlt in neuem Glanz

Pfarrei Windheim-Hirschfeld: Wiederindienstnahme und Festgottesdienst mit dem Erzbischof Dr. Ludwig Schick bis auf weiteres verschoben
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Sie freuen sich auf ihr "neues" Gotteshaus (von links): Pfarrer Cyriac Chittukalam, Kirchenpfleger der Windheimer Kirchenverwaltung Manfred Fehn, Architekt Georg Neubauer, Mitglied der Kirchenverwaltung Stefanie Bauer, der Kirchenpfleger St. Marien Hirschfeld, Albrecht Förtsch, Kirchenverwaltungsmitglied Antonie Schneider, ehrenamtliche Messner Wendelin Vetter und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Loretta Herrmann.   Fotos: Veronika Schadeck
Sie freuen sich auf ihr "neues" Gotteshaus (von links): Pfarrer Cyriac Chittukalam, Kirchenpfleger der Windheimer Kirchenverwaltung Manfred Fehn, Architekt Georg Neubauer, Mitglied der Kirchenverwaltung Stefanie Bauer, der Kirchenpfleger St. Marien Hirschfeld, Albrecht Förtsch, Kirchenverwaltungsmitglied Antonie Schneider, ehrenamtliche Messner Wendelin Vetter und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Loretta Herrmann. Fotos: Veronika Schadeck
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Der 29. März und letzte Sonntag im Monat sollte ein großer Tag in der Pfarrei Windheim-Hirschfeld werden. Denn an diesem Tag sollte die Pfarrkirche St. Nikolaus nach einer rund neunmonatigen Sanierungsphase wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Erzbischof Dr. Ludwig Schick hatte sein Kommen zugesagt. Bei einem gemeinsamen Stehempfang nach dem Festgottesdienst sollten die Gläubigen Gelegenheit erhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Doch daraus wird nun wegen dem Corona-Virus und den aktuell unerfreulichen Entwicklungen nichts. Der Festgottesdienst und die Feierlichkeiten wurden bis auf weiteres verschoben.

In den letzten neun Monaten wurde unter der Federführung des Architekten Georg Neubauer von Müller Architekten vieles an und in der Pfarrkirche St. Nikolaus getan und bewegt, damit das Zentrum des Glaubens und des Gemeindelebens für die nächsten Generationen erhalten bleibt.

Die Menschen sind das eigentliche Fundament der Kirche

Doch das schönste Bauwerk bleibt eine leere Hülle, wenn es nicht mit Leben erfüllt wird. Die Menschen sind das eigentliche Fundament der Kirche, und in Windheim findet man ein reges Gemeindeleben vor. Nun hoffen und beten die Gläubigen, dass sie bald wieder ihre Gottesdienste, Taufen, Kommunion-, Hochzeit- und Trauerfeiern in ihrer Pfarrkirche St. Nikolaus feiern können.

Bei den Sanierungsarbeiten wurde unter anderem die Decke im Kirchenschiff, das Heizungssystem, der Außen- und Innenputz erneuert. Die Empore wurde zurückgesetzt und eine komplett neue Bestuhlung eingesetzt. Eine Besonderheit ist, dass der Hochalter und die Seitenaltäre restauriert worden sind (wir berichteten).

Für die Menschen in Windheim und Hirschfeld ist der Hochaltar mit vielen Erinnerungen verbunden. Manche wurden davor getauft, die meisten empfingen die Heilige Kommunion. Schon beim Betreten der Pfarrkirche, die unter Denkmalschutz steht, fallen viele kostbare und kunsthistorische Merkmale an den Altären auf. Eines davon ist das Gemälde des heiligen Nikolaus im barockem Hochaltar. Über dem Bildnis thront Gottvater, Gottsohn und Gott heiliger Geist.

Der Hochaltar und die Seitenaltäre sind aus marmoriertem Holz mit vielen Bildern und Figuren. Zwischen und neben den Säulen befinden sich die golden gefassten Holzfiguren des Heiligen Heinrich und Kunigunde sowie Sebastian und des heiligen Otto. Der linke Seitenaltar, ein marmorierter Holzaufbau wurde bereits um 1744 von Johann Georg Melltzer gefasst. Der rechte Seitenaltar stammt aus dem 18. Jahrhundert. Kunstvoll ist auch die Kanzel aus dem Jahre 1755 mit vergoldetem Rocailledekor und von einer korinthisierenden Säule getragen. Mit den kunstvollen Verzierungen und der prächtigen Ausgestaltung mit Gold sind das in der Tat die Schmuckstücke der Pfarrkirche.

Die Altäre wurden im Zuge der Sanierungsmaßnahme vom Kirchenrestaurator Stefan Löffler wieder richtig in Szene gesetzt.

In diesem Zuge gilt der Dank der Familie und dem Schauberger Unternehmen Rösler Ceramtec, die mit ihrer Spende die Restauration dieser beeindruckenden Altäre ermöglichten. Wie die Firmenchefin Marietta Rösler erklärte, habe die Pfarrkirche für sie eine besondere Bedeutung. Hier wurde sie getauft, ging zur Kommunion und wurde getraut. Zudem soll mit dieser Spende auch die Verbundenheit zur Gemeinde signalisiert werden, komme doch ein Teil ihrer Mitarbeiter aus Windheim.

"Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist eine Bereicherung für die Pfarrei und für die Gemeinde", freut sich der Kirchenpfleger Manfred Fehn. Er bedauert, ebenso wie Pfarrer Cyriac Chittukalam, dass die Wiederinbetriebnahme verschoben werden musste. Aber die gesetzlichen und kirchlichen Vorgaben müssen eingehalten werden, geht es doch um die Schutz von Menschen.

Beide freuen sich über die gelungene Sanierung und hoffen, dass die Feierlichkeiten bald nachgeholt werden können. Cyriac Chittukalam spricht von einer lebendigen und sehr aktiven Kirchengemeinde und davon, dass die Pfarrkirche St. Nikolaus nicht nur ein Ort des Glaubens ist, sondern auch ein Mittelpunkt der Gemeinde.

Die St. Nikolauskirche, die im Jahre 1613 zur Pfarrkirche erhoben wurde, hat eine lange Geschichte vorzuweisen. Eine Kapelle wird bereits im Jahre 1190 genannt. 1478 wurde Windheim zur Pfarrei erhoben.

Die Umfassungsmauern des Chores und der Kernbau des Langhauses sind spätmittelalterlich. Gegen 1611 wurde das bestehende Chorgewölbe eingezogen. Die Sakristei entstand vermutlich bald um 1617. In den Jahren 1705 bis 1709 wurde das Langhaus verlängert und erhöht. Zudem wurde der Turm über dem Chor errichtet. Eine Erweiterung der Sakristei nach Osten und Anfügung einer Vorhalle an der Westseite der Kirche erfolgte in den Jahren 1954/55. Und vor 50 Jahren wurde die Sakristei und der Neubau eines erhöhten Anbaus vollzogen.

Neuer Termin kommt

Die Wiederindienstnahme der Pfarrkirche St. Nikolaus mit dem Erzbischof Dr. Ludwig Schick wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Bevölkerung und die Gläubigen werden rechtzeitig darüber informiert, wenn ein neuer Termin feststeht. Veronika Schadeck

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