Die Wetterprognosen für die kommenden Tage sind hervorragend, man kann also davon ausgehen, dass die Effelter Sommerkirchweih ihrem Namen mehr als gerecht wird. Vom 26. bis 30. Juli feiert die kleine Frankenwaldgemeinde ihre Sommerkirchweih.
Dieses Fest wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1688 erwähnt. Darin heißt es, dass neben einer Ablassbulle aus dem Jahr 1486 auch noch ein 40-tägiger Ablass am Kirchweihfest, nämlich am 1. Sonntag nach Jakobus (25. Juli), erteilt wurde.
Irgendwann wurde die Filialkirche dem Patrozinium der Apostelfürsten Petrus und Paulus unterstellt. Dennoch wird auch heute noch das Kirchweihfest am Sonntag nach Jakobus gefeiert. Die Rodung und Besiedlung des Nortwaldes, wie einst der Frankenwald genannt wurde, begann etwa um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Zu den zahlreichen Rodungsdörfern, die zu dieser Zeit entstanden, gehört auch Effelter. Dieses Dorf hat bis heute seine typische Firm als Rundangerdorf erhalten.
In einer Jahrgangsstiftungsurkunde Ottos VII., Herzog von Meranien, für das Kloster Banz aus dem Jahre 1223 findet sich der erste Nachweis über Effelter, das dort als "Effelteren" bezeichnet wird. Das bedeutet soviel wie "zu den Apfelbäumen". Wenig später kam die Siedlung in den Besitz der Zisterzienserabtei Langheim bei Lichtenfels. 1388 verkaufte das Kloster aus finanziellen Gründen sein "Eygen Teuschnitz", zu dem auch Effelter gehörte, an das Hochstift Bamberg. Dort verblieb es bis zur Säkularisation 1803, um dann bayerisch zu werden.
Bei der Kirche St. Peter und Paul handelt es sich um eine Chorturmkirche, die um 1400 errichtet wurde. 1807 verwüstete ein Brand fast das ganze Dorf, so auch die Kirche. Zwei Jahre später wurde sie wieder aufgebaut und um eine Achse vergrößert. Beeindruckend ist in der Innenausstattung die gotische Madonna, die die Brandkatastrophe überdauerte. Die Kirche ist nach wie vor der Dorfmittelpunkt.
In Effelter gibt es auch zwei Gastwirtschaften. Diese sind für die bevorstehende Kirchweih bestens gerüstet und erfreuen ihre Gäste mit Schlachtschüsseln und fränkischen Kirchweihspezialitäten. Nach dem Festschmaus bieten das Dorf und die Umgebung viele Möglichkeiten für einen herrlichen Spaziergang.