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19. Januar

Sebastianifeier in Stublang

Jährliches Patronatsfest: Stublanger ehren am Sonntag den heiligen Sebastian.
Die Kirchenparade zu Sebastiani führt entlang der Döritz zur Filialkirche.  Foto: Gerd Klemenz
Die Kirchenparade zu Sebastiani führt entlang der Döritz zur Filialkirche. Foto: Gerd Klemenz

An einen Baumstamm gefesselt, den Kopf gesenkt und von drei Pfeilen durchbohrt, blickt der heilige Sebastian vom rechten Seitenaltar der Filialkirche Sankt Nikolaus und Gumbertus leidend und sterbend auf die Gläubigen herab.

Zum Ehrentag des Volksheiligen Sankt Sebastian präsentiert sich die Stublanger Kirche in ihrer ganzen Pracht. Für dieses besondere Wochenende kommt eigens ein Geistlicher vom Rhein in den Gottesgarten. Stublang ist bei Einheimischen sowie bei den Urlaubsgästen bekannt und geschätzt für seine Gastfreundschaft.

Zur Sebastianifeier legen sich die beiden Gasthäuser besonders ins Zeug. Sie tischen ihren Gästen am Wochenende eine Vielzahl von Spezialitäten auf. Es ist ein Kuriosum im Stublang, Sebastian ist kein Patron der Filialkirche und trotzdem ist sein Ehrentag im Ort am Zusammenfluss zwischen Döberten und Döritz Jahr für Jahr ein ganz besonderer. Wohingegen beispielsweise der Tag des Heiligen Gumbertus wenig gefeiert wird, widmen die Stublanger ihrem Sebastian sogar eine Feier. Zu diesem Ehrentag holt die Kirchenverwaltung ganz besondere Liedzettel heraus. Fünf Strophen hat das Preislied, das in keinem Gotteslob zu finden ist. Die Feierlichkeiten zu "Sebastiani" beginnen am Sonntag, 19. Januar, um 9.15 Uhr mit einer Kirchenparade am Gemeindehaus. Entlang der Döritz geht es dann zur Kirche. Der Gottesdienst zu Ehren des Volksheiligen um 9.30 Uhr zelebriert, wie alle Jahre, Professor Johannes Stöhr aus Köln.

Für die Sebastianifeier gab es im 18. Jahrhundert besondere Regelungen. Die große Verehrung des heiligen Sebastian in Stublang hing sicherlich mit der Möglichkeit für die Gläubigen zusammen, an diesem Tag einen Ablass zu erhalten. 1782 gewährte die Bamberger Bistumsleitung der neuen Stublanger Kirche einen solchen Ablass, den es möglicherweise schon in der alten Kapelle gab. Nur für die Feier dieses Sebastianitages wurden jährlich zahlreiche Hostien und eigens weiße Kerzen gekauft. Auch wenn heute der mit diesem Festtag verbundene Ablass keine Rolle mehr spielt, begehen die Stublanger den Sebastianitag noch immer sehr feierlich mit einem Festgottesdienst.