Die Kerwa gehört zur fränkischen und bayerischen Lebensart - und damit zur jahrhundertealten Kultur des Zusammenlebens - einfach dazu.

"Die bewusste Pflege dieses Brauchtums stärkt Identität und Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander und mit der Heimatgemeinde", erklärt Bürgermeister Klaus Hacker.

Die Oberreichenbacher Kirchweih wird zum Gedenken an die Weihe der Egidien-Kirche gefeiert. Deshalb wird insbesondere zum Festgottesdienst mit Pfarrer Peter Söder um 18 Uhr am Kirchweihfreitag eingeladen, der bei passendem Wetter im Freien stattfindet.

Ein buntes Fest

Nach dem Gottesdienst wird Bürgermeister Klaus Hacker um 19 Uhr auf dem Dorfplatz das erste Fass anstechen und die Kirchweih eröffnen. In diesem Zusammenhang bedankt sich das Gemeindeoberhaupt insbesondere bei den Ortsburschen und -madli, die bei der Kirchweih eine zentrale Rolle einnehmen und jedes Jahr mit ihrem abwechslungsreichen Programm für einen erfolgreichen Ablauf garantieren.

Dabei wird auch viel Wert auf die Traditionen gelegt, vom Aufstellen des Kirchweihbaumes über den Umzug bis hin zu den unterhaltsamen Ortburschenspielen und dem Betz´n raustanzen.

Gefeiert wird die Oberreichenbacher Kirchweih auch in Brauereigaststätte Geyer sowie in der Taverna bei Vassili. Die beiden Gastronomiebetriebe haben sich, auf die Kirchweih vorbereitet und werden den Gästen das Beste aus Küche und Keller servieren. Zudem hat man von beiden Gastwirtschaften einen schönen Blick auf den Dorfplatz und das Kirchweihgeschehen.

Beim Frühschoppen am Montag besteht im Brauereigasthof Geyer die Gelegenheit, wie in früheren Zeiten Kerwaslieder zum Besten zu geben und der "Quetschn-Klaus" wird für die nötige Stimmung sorgen.

Jubiläum der "alten Schule"

In diesem Jahr feiert Oberreichenbach am Kirchweihwochenende auch den 300. Geburtstag der "alten Schule" mit einer Fotoausstellung und einer Besichtigung. Die Initiatorinnen Inge Amm und Waltraud Frohring sowie Sandra Berlacher haben eine interessante Ausstellung mit alten Fotos, Zeitungsartikel, Büchertaschen und weitere sehenswerte Gegenstände zusammengetragen. Die Ausstellung kann nach dem Gottesdienst und am Kirchweihsonntag von 13 bis 18 Uhr besucht werden.

Unter der Leitung von Christoph Heinrich Ellrodt (1675-1705) soll 1680 erstmals in Oberreichenbach Schulunterricht abgehalten worden sein.

Ein besonderer Ort

Eine ländliche Idylle, wie sie schon von vielen Dichtern besungen wurde, kann man auf den Wanderwegen rund um Oberreichenbach genießen. Dass dieses Paradies in Form des Wandergebietes rund um Oberreichenbach nur ein paar Kilometer nordwestlich des Großraums Nürnberg-Fürth-Erlangen liegt, wissen die Wenigsten. Es lohnt sich, die sagenumwobene Teichlandschaft rund um Oberreichenbach und Tanzenhaid zu erforschen. Die Gemeinde gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Aurachtal und liegt im Dreieck zwischen Herzogenaurach, Emskirchen und Weisendorf am Beginn des von Teichen geprägten Aischgrundes. Richard Sänger