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11. bis 14. Oktober

Kirchweih Kümmersreuth

Immer am zweiten Wochenende im Oktober feiern die Bewohner ihre Kirchweih.
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Am Wochenende wird in Kümmersreuth Kirchweih gefeiert.  Foto: Gerda Völk
Am Wochenende wird in Kümmersreuth Kirchweih gefeiert. Foto: Gerda Völk

Die Franken sind berühmt für ihre zahlreichen Kirchweihen. Gefeiert wurde ursprünglich die Einweihung einer Kirche oder der Namenstag des Heiligen, dem das Gotteshaus geweiht wurde. Immer am zweiten Wochenende im Oktober ist Kümmersreuth an der Reihe. Als südöstlichster Stadtteil von Bad Staffelstein erstreckt sich die Ortschaft bereits auf den Höhen des fränkischen Juras. Auch wenn die Kerwa heute überwiegend in den Familien gefeiert wird, hat sie dennoch nichts von ihrer Bedeutung verloren. Das religiöse Zentrum der kleinen Juragemeinde ist die katholische Filialkirche Maria Rosenkranzkönigin. Das heutige in der Ortsmitte gelegene Gotteshaus, hatte mehrere Vorgängerbauten. Um 1745 berichtet die Chronik von einem "geringen von holtz aufgebauten Häuslein", in dem die Kümmersreuther ihre Andachten hielten, wenn sie nicht in die Pfarrkirche nach Wattendorf kommen konnten.

In Aufzeichnungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Hinweis zu finden, das mit Genehmigung der Königlichen Regierung und mit Zustimmung der erzbischöflichen Stelle in Kümmersreuth eine neue Kapelle erbaut werden sollte, "welche das religiös-kirchliche Leben" fördern sollte. Damit erfüllte sich um 1854 der Wunsch der Dorfbevölkerung nach einer eigenen kleinen Kapelle, die der Gottesmutter Maria, der unbefleckten Braut des Heiligen Geistes, geweiht war. Anstelle dieser Kapelle steht heute die katholische Filialkirche Maria Rosenkranzkönigin. Vom Aufbau her besteht das um 1948 errichtete Gotteshaus aus einem Hausteinquaderbau mit östlich abgewalmten Satteldach und einem achtseitigem verschieferten Dachreiter mit Zwiebelhaube über dem Westgiebel. Obwohl das Gotteshaus von außen eher bescheiden wirkt, birgt sie im Inneren ein wahres Kleinod, das dem Besucher sofort ins Auge fällt: Die Altarblätter und Kreuzwegstationen des schlesischen Madonnenmaler Paul Plontke. In den Mittelpunkt seines Werkes steht die thronende Muttergottes um die zu beiden Seiten jeweils zwei kleinere Darstellungen aus dem Leben Mariens angeordnet sind. Von der Anlage her ist Kümmersreuth ein klassisches Straßendorf, das 1230 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Damals überließ der Bamberger Bischof Eckbert dem Kloster Langheim diverse Güter in Kümmersreuth, auf die der Graf von Beichlingen und Heinrich von Sonneberg verzichtet hatten.

Im Laufe der Jahrhunderte war auch der Ortsname gewissen Veränderungen unterworfen. Die ältesten überlieferten Namen lauten unter anderen Kunemundesruet (um 1145), Kunenrude und Kumischreuth. Um 1833 zählte der Ort 20 Häuser und 124 Seelen. Das ehemalige Schulhaus aus dem Jahre 1907 dient seit 1968 als Wohngebäude

Von Bewohnern aus grauer Vorzeit erzählt ein Hügelgrab, das 1971 in der Nähe von Kümmersreuth gefunden wurde. Darin befanden sich das Skelett einer etwa 30-jährigen Frau und weitere Funde. Unter anderen auch eine Silexklinge und das Bruchstuck einer Axt. Die Knochen befinden sich heute in der anthropologischen Staatssammlung in München. Weitere Spuren früherer Vorfahren lassen sich am 500 Meter nordwestlich von Kümmersreuth gelegenen Schlossberg ausmachen. Hier soll sich einst eine allerdings nicht urkundlich belegte mittelalterliche Burganlage befunden haben, auf die heute nur noch tiefe Gräben im Gelände hinweisen. Die Reste dieser baulichen Vergangenheit bedeckt eine dicke Schicht aus Erde und verrottetem Laub. Am Wochenende lädt das Juradörfchen zu Kirchweih ein.

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