Wiesen
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Kirchweih in Wiesen

Das Weihefest der Ortskirche St. Andreas lockt vom 23. bis 26. November wieder zahlreiche Besucher nach Wiesen.
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Der schöne Dorfmittelpunkt mit St. Andreas.   Foto: Franz Böhmer
Der schöne Dorfmittelpunkt mit St. Andreas. Foto: Franz Böhmer

Am 30. November ist der Namenstag des Heiligen Andreas, einer der Apostel Jesu. Der ursprüngliche Beruf des Heiligen - Fischer - dürfte der Grund gewesen sein, weshalb die Bewohner des Fischerdorfes Wiesen ihn im Spätmittelalter zu ihrem Kirchenpatron wählten. Zeitnah zum Patronatstag läuten die Glocken am Samstag, 1. Dezember, um 18 Uhr, und laden zum Festgottesdienst ein. Der Name Andreas stammt vom altgriechischen "andreios" ab. Andreas kann somit als "der Tapfere" oder "der Mannhafte" interpretiert werden. Mit den Römern gelangte der Name nach Mitteleuropa. Der heilige Andreas war wie sein Bruder Petrus ein Apostel Jesu Christi. Der Heilige ist Schutzheilige der Bergwerke, Seiler und der Fischer. Das Andreaskreuz gilt als blitzabweisend.

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die letzten Wallfahrer rasteten in den Ferientagen über Allerheiligen am Dorfplatz. Für Mesnerin Kunigunde Wohnig ist es, wie sie selbst sagt, eine ehrenvolle Aufgabe Wallfahrten mit Glockengeläut willkommen zu heißen oder die St. Andreas Kirche den Wallfahrern für Gebetsanliegen zu öffnen. Vornehmlich am Wochenende trifft man am Dorfplatz die Wallfahrer an. Ausruhen, Innehalten und in der örtlichen Gastronomie stärken auf dem Weg zu den Vierzehn Nothelfern.

Die St. Andreas Kirche unter Kennern ein Kleinod Barocker Baukunst. Wie Professor G. Dippold in der Chronik "500 Jahre St. Andreas" recherchierte, war im 15. und frühen 16. Jahrhundert eine rege Bautätigkeit im Kirchen- und Kapellenbau zu verzeichnen. Für Wiesen muss der Bau von Chor und Turm ab 1500 ein ungeheurer Kraftakt gewesen sein. Zu bewältigen war dieser nur durch etwa 30 Haushalte, die die gewiss unentgeltlich Steinfuhren und Handlangerdienste beim Bau übernahmen. Viele auswärtige Gläubige versuchten durch ihre Gaben dem Himmel ein Stück näher zu rücken, um damit den Wiesenern halfen den Neubau zu errichten. Der Ablassbrief von 1475 übte lange Zeit Zugkraft aus, so dass die Kirche nach dem Neubau Anziehungspunkt für Gläubige blieb. Wiesen war im weiteren Sinn ein Wallfahrtsort, indem die Filialkirche, deren Besuch heilswirksam schien, "am allgemeinen geläuff ihrer Tage" partipizierte, "dessen Ausmaß wir uns heute schwerlich vorzustellen vermögen". Ein Ehepaar ragte unter den Spendern wohl heraus: Marx (Marcus) von Giech zu Oberbrunn und seine Ehefrau, eine geborene von Stiebar. Das Wappen des benachbarten Adeligen ließ man als sichtbaren Dank und Andenken am Chorborgen anbringen. Den mittelalterlichen Stiftern lag auch daran, sich das Gedenken der Nachwelt zu sichern.

Rund 280 Einwohner zählt der Ortsteil von Bad Staffelstein. Blasmusik, Obst- und Gartenbauverein, Feuerwehr, Fanclub, Stammtische und Theatergruppe: Vereinsleben mit öffentlichen Veranstaltungen sowie Pflege des Ortsbildes und ihrer Kirche liegt den Einwohnern am Herzen. Die Frauen des Ortes lassen es sich nicht nehmen, während des gesamten Jahres für die Innenreinigung der Kirche Sorge zu tragen. Kirchenpfleger Engelbert Lieb weiß dies zu schätzen und dankt allen, die während des Jahres ihren Beitrag leisten. Durch das viele Grün und die Weiträumigkeit des Dorfplatzes verbunden mit dem Spielplatz wird eine Gastlichkeit im Ort erzeugt. Hierzu tragen auch die Brauereigaststätten bei, die am Wochenende zum Patronatsfest Bestes aus Küche und Keller anbieten.

Franz Böhmer

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