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Kirchweih in Neubrunn

In Neubrunn wird vier Tage lang zünftig in Gastwirtschaften und bei Vereinen gefeiert.
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Auf einer kleinen Anhöhe im Ort thront die Ortskirche St. Andreas und St. Katharina. Die gute Stube des Dorfplatzes schmücken auch einige Fachwerkhäuser.  Fotos: Günther Geiling
Auf einer kleinen Anhöhe im Ort thront die Ortskirche St. Andreas und St. Katharina. Die gute Stube des Dorfplatzes schmücken auch einige Fachwerkhäuser. Fotos: Günther Geiling
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Die Neubrunner verstehen es zu feiern und das gilt insbesondere auch für die Kirchweih, die am kommenden Wochenende vom 22. bis 25. November stattfindet. Die Vereine und Organisationen haben dazu ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt , bei dem auch so traditionelle Dinge wie der Kirchweihtanz im Sportheim und der Hahnenschlag am Dorfplatz nicht fehlen.

Leckeres aus Küche und Keller

In der Gastwirtschaft "Oberer Berg" begann das bunte Treiben bereits Donnerstag doch auch in der Gastwirtschaft Morgenroth wird die Tage über das Beste aus Küche und Keller aufgetischt. Der Fußballclub FC Neubrunn hat sein Sportheim drei Tage geöffnet. Am Samstag besteht dabei die Möglichkeit, das Tanzbein zu schwingen. Am Sonntag kann die Küche zu Hause kalt bleiben, denn es wird ein Mittagstisch angeboten mit zahlreichen Spezialitäten und zum Kirchweihausklang am Montag gibt es ein Fischessen.

Traditioneller Hahnenschlag

Am Dorfplatz präsentiert ein Stand auch Süßigkeiten und allerhand Sachen für die Kinder und Jugendlichen. Dabei gibt es dort am Montag, 25. November, um 14 Uhr den traditionellen Hahnenschlag, der durch die Junge Union organisiert wird.

Kirchweihgottesdienst

Selbstverständlich gibt es in der Ortskirche am Sonntag um 10 Uhr auch einen Kirchweihgottesdienst, der unter anderem auch den verstorbenen Musikern und Mitgliedern der Neubrunner Dorfmusikanten gewidmet ist. Die katholische Kirche St. Andreas und St. Katharina, die auf einem erhöhten Platz mitten im Ort steht, wurde an Stelle einer im 15. Jahrhundert erwähnten Kapelle errichtet. Sie entstand von 1777 bis 1779 unter Leitung des Bamberger Stadtbaumeisters Johann Joseph Vogel.

Fund hinter dem Seitenaltar

Als im Jahr 1974 die beiden Querschiffe angebaut wurden, mussten auch die Altäre abgebaut werden. Da fand man hinter dem linken Seitenaltar mit dem Ortspatron St. Sebastian einen Bündel Zettel. Ein reumütiger Sünder - der Name war nicht angegeben, es war aber jemand aus dem Ort, der ein besonderes Verhältnis zu diesem Patron hatte, hielt es für besser, diese Zettel dort zu deponieren, als zu vernichten. Darauf standen seine von 1777 bis 1808 aufgeschriebenen und gebeichteten Fehler oder Vergehen.

Den Inhalt der Zettel analysierte man natürlich und dabei stellte man fest, dass es sich bei 2/3 der aufgeführten "Sünden" um die Sexualität und Erotik handelte. Vergehen gegen die Gemeinschaft oder den Nächsten kamen weniger zum Ausdruck. Erschütternd waren aber die Strichlisten über Tausende von kleinsten Fehlern bis in die geheimen Gedanken hinein. In einer Schrift "Frommes, Kurioses und Sündiges aus den Heiligen Ländern" stellte Archivar Norbert Kandler aus Neubrunn fest, dass sich im Denken der Kirche doch viel geändert habe mit der Vermittlung eines liebenden Gottes, der viel großzügiger und offener sei, als viele manchmal meinten.

Mittelpunkt des Geschehens

In der jüngsten Zeit ist die "Heilig-Länder-Halle" mit dem Gasthaus "Oberer Berg" immer mehr zum Mittelpunkt des Geschehens geworden. Das alte Gasthaus mit seiner Fachwerkfassade wird ab dem nächsten Jahr eine Sanierung erfahren, um weiterhin Gastlichkeit bieten zu können und auch den Vereinen für Veranstaltungen zu dienen.

Auf ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk darf sich schon die Freiwillige Feuerwehr Neubrunn freuen, die noch im Dezember ihren neuen Mannschaftstransportwagen in Empfang nehmen kann.