Wirsberg
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Die Feuerwehr Wirsberg lädt herzlich ein

Am Wochenende 18. und 19. Mai 2019: Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen und Kreisfeuerwehrtag
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Die Aktiven der Feuerwehr Wirsberg im Jubiläumsjahr mit Bürgermeister Hermann Anselstetter (rechts).   Fotos: Werner Reißaus
Die Aktiven der Feuerwehr Wirsberg im Jubiläumsjahr mit Bürgermeister Hermann Anselstetter (rechts). Fotos: Werner Reißaus
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Die Freiwillige Feuerwehr Wirsberg feiert an diesem Wochenende ihr 150-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten werden am Samstag, 18. Mai, mit dem 19. Erwachsenen-Leistungsmarsch Oberfrankens eröffnet und am Sonntag, 19. Mai, mit dem Kreisfeuerwehrtag fortgesetzt.

Aus den Aufzeichnungen des verstorbenen Heimatforschers Karl Hahn ist zu entnehmen, dass die Geschichte der Feuerwehr Wirsberg damit begann, dass von der Landkreisverwaltung, dem damaligen Bezirksamt Kulmbach, aufgrund der mangelnden Ausbildung der Bürger an den vorhandenen Gerätschaften, die Bildung von Feuerwehren auf Kreisebene angeordnet wurde. Gründungstag war der 14. November 1869.

Aber im Gegensatz zu den Nachbarorten hatte Wirsberg vor der Gründung einer Feuerwehr außer den vorhandenen ledernen Feuereimern - sie standen in jedem Haus griffbereit zur Verfügung - schon eigene Löschmaschine, die jedoch nicht immer gewartet war. Das zeigte der Brand im Jahr 1862 in Sessenreuth und Karl Hahn schrieb in seinen Aufzeichnungen darüber: "Trotzdem hat sich der Einsatz der Löschmaschine gut bewährt, denn ohne sie wäre auf alle Fälle die linke Hälfte des Ortes ein Opfer des Feuers geworden." Diese Löschmaschine war damals im alten Rathaus am Marktplatz untergebracht, und im Brandfalle waren alle verfügbaren Bürger zur Hilfeleistung aufgerufen. Der Löscheinsatz sah damals so aus, dass die Bürger eine Kette bildeten und die die gefüllten Feuereimer von der Entnahmestelle von Hand zu Hand weiter bis zur Brandstelle gereicht wurden. Da war der Einsatz der Löschmaschine schon nutzbringender und die Brandbekämpfung erfolgreicher. Der Einsatz dieser einfachen Maschine erforderte aber dennoch eine ausgebildete Mannschaft am Gerät, die es nicht nur pflegte, sondern auch stets einsatzbereit hielt.

Gründungstag war also der 14. November 1869, und der damalige Bürgermeister Leonhardt Oetter berichtete seinem Gemeinderat, dass es ihm gelungen sei, eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. In der Chronik der Feuerwehr heißt es: "Die Gemeinderäte begrüßten diese Initiative und sagten bestmöglichste Unterstützung zu. Auch das königliche Bezirksamt Kulmbach bestätigte mit Schreiben vom 25. November 1869, dass die Anzeige über die Bildung einer freiwilligen Feuerwehr in Wirsberg mit Befriedigung aufgenommen worden sei und gehofft wurde, dass dieses neue Institut bald lebenskräftig werde."

Gründungsmitglieder sind unbekannt

Es ließ sich bis heute nicht mehr feststellen, wer die Gründungsmitglieder waren und wie die Mannschaft damals aussah. Bekannt ist nur, dass die Wirsberger Wehr damals in ihrem Gründungsjahr immerhin 36 Aktive zählte, die als ersten Vorstand und Kommandanten in der nunmehr 150-jährigen Geschichte der Wehr den Bäckerssohn August Hertel wählten.

Ihre Feuertaufe hatte die Wehr bereits wenige Monate später am 12. Juni 1870 bei einem Brand in Weißenbach zu bestehen. Am 11. Juli 1871 kam der Bezirksamtmann persönlich nach Wirsberg, um sich die junge Wehr bei einer Übung anzusehen. Einen Tag später bestätigte er dem Bürgermeister, dass die Wirsberger Freiwillige Feuerwehr wohl organisiert und mit den notwendigsten Gerätschaften versehen und auch soweit geübt ist, dass sie im Falle der Gefahr sehr gute und erfolgreiche Hilfe zu leisten im Stande ist. Das waren also die Anfänge der Wirsberger Feuerwehr, und zwei Jahre später leisteten bereits 55 Feuerwehrmänner aktiven Dienst.

Der 2. Weltkrieg ging auch an der Feuerwehr nicht spurlos vorüber, und die starke Dezimierung der Aktiven machte 1944 die Gründung einer Frauenfeuerwehr erforderlich. Rund 30 Frauen übernahmen damals den Feuerschutz. Nach Kriegsende nahm sich besonders der verstorbene Ehrenbürger der Marktgemeinde Wirsberg, Heinrich Wimmer, der Feuersicherheit in der Gemeinde an. Zusammen mit Heinrich Goller als Maschinist ordnete Wimmer die vorhandenen Feuerwehrutensilien und bereitete die Neugründung der Wehr vor. In einer Versammlung wurden Heinrich Wimmer zum Vorstand, Konrad Maisel als Kommandant, Edmund Stark zu dessen Stellvertreter, Konrad Schlegel zum Kassier und Heinrich Goller zum Maschinisten gewählt.

Weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Wirsberger Wehr war der Neubau des Feuerwehrgerätehauses, das am 13. September 1986 eingeweiht wurde. Die Kosten betrugen damals 416 021 Mark, und bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass von Privatleuten Spenden in einer Höhe von 41 000 Mark eingingen. In einem beispielhaften Arbeitseinsatz leisteten viele aktive und passive Mitglieder der Wehr insgesamt 3412 freiwillige Arbeitsstunden mit einem Lohnwert von rund 50 000 D-Mark. Die Anschaffung neuer Löschfahrzeuge und die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses im Jahr 2015 waren weitere Höhepunkte in der stolzen Geschichte der Wirsberger Wehr.

Werner Reißaus

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