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Andreas-Kirchweih in Wiesen

Am kommenden Sonntag feiert die Christengemeinde Wiesen das Patronatsfest ihres Kirchenpatrones, dem Hl. Andreas.
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Der neu gestaltete Dorfplatz mit der Kirche.   Foto: Franz Böhmer
Der neu gestaltete Dorfplatz mit der Kirche. Foto: Franz Böhmer

Der Heilige Andreas war einer der 12 Apostel Jesu. Am 30. November feiert die Filialkirchengemeinde seinen Namenstag. Bis 1836 floss der Main direkt an Wiesen vorbei. Der ursprüngliche Beruf des Heiligen war Fischer. Dies dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, weshalb die Bewohner des einstigen Fischerdorfes Wiesen ihn im Spätmittelalter zu ihrem Kirchenpatron wählten. Am Patronatstag läuten die Glocken um 18 Uhr und laden zu einem Festgottesdienst ein.

Der Heilige Andreas war zusammen mit seinem Bruder Petrus ein Apostel Jesu Christi. Mit den Römern gelangte der Name nach Mitteleuropa. Der Name stammt vom altgriechischen "andreios" (=mannhaft, tapfer, tüchtig) ab. Als Schutzheiligen rufen ihn die Bergwerker, Seiler und Fischer an. Das Andreaskreuz, welches in verschiedenen Variationen in Fachwerken zu erkennen ist, gilt als blitzabweisend.

Das Kalenderjahr neigt sich seinem Ende entgegen. Die letzten Wallfahrer rasteten in den Ferientagen über Allerheiligen am Dorfplatz. Für Mesnerin Kunigunde Wohnig ist es, wie sie selbst sagt, eine ehrenvolle Aufgabe Wallfahrten mit Glockengeläute willkommen zu heißen oder ihnen die St. Andreas Kirche für Gebetsanliegen zu öffnen. Vornehmlich am Wochenende trifft man die Wallfahrer an. Am Dorfplatz Ausruhen, Innehalten oder in der örtlichen Gastronomie für den Weg zu den Vierzehn Nothelfern stärken. Die Wallfahrt aus Ebern beispielsweise ist schon über 300 Jahre nachgewiesen. Der Bau von Chor und Turm ab 1500 muss für die Christenschar von Wiesen ein ungeheurer Kraftakt gewesen sein. Zu bewältigen war dies gewiss auch dadurch, dass etwa 30 Haushalte unentgeltlich Steine transportierten und Handlangerdienste beim Bau übernahmen. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass viele auswärtige Gläubige versuchten durch ihre Gaben dem Himmel ein Stück näher zu rücken um damit den Wiesenern halfen den Neubau zu errichten.

Ein Ehepaar ragte unter den Spendern wohl heraus: Marx von Giech zu Oberbrunn und seine Ehefrau, eine geborene von Stiebar. Das Wappen des benachbarten Adeligen ließ man als sichtbaren Dank und Andenken am Chorbogen anbringen. Den mittelalterlichen Stiftern lag auch daran, sich das Gedenken der Nachwelt zu sichern.

Durch das viele Grün und die Weiträumigkeit des Dorfplatzes verbunden mit dem Spielplatz wird eine Gastlichkeit im Ort erzeugt. Hierzu tragen auch die beiden Brauereigaststätten bei.