Das kirchliche und gesellschaftliche Leben der kleinen Bergstadt steht in den kommenden Tagen ganz im Zeichen der Kirchweih. Highlights sind zweifelsohne der Festgottesdienst am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Vitus, das Kerwa-Rumspielen der Prinzengarde am Samstag, der Kerwatanz mit der oberfränkischen Spitzenband "die 3" am Samstagabend in der Stadthalle, das Standkonzert der Stadtkapelle am Sonntagnachmittag am Marktplatz sowie das Wirtshaussingen am Montagabend im Gasthaus Schott.
Die Kinder bekommen wie alle Jahre ihr Recht mit dem Fahrgeschäft und den Buden vor dem Rathaus. Sportlicher Höhepunkt ist bereits ebenfalls am Samstagnachmittag das Kreisligaspiel des 1. FC Kupferberg gegen den VfR Katschenreuth. Hierbei steht für die Einheimischen ein Heimsieg des FCK außer Zweifel.


Ab dem heutigen Mittwoch bieten die Kupferberger Gaststätten mit Schlachtfesten sowie reichhaltigen Speisekarten an allen Tagen das Beste auf, was Küche und Keller zu bieten haben. Am Nachmittag wird zudem Kaffee und Kuchen angeboten. Und zwischen den Mahlzeiten ist genügend Zeit zu einem Verdauungsspaziergang in die landschaftlich reizvolle Umgebung oder einen Abstecher ins Bergbau-Erlebnis St.-Veit-Zeche an der Wirsberger Straße oder zum Besuch des Bergbau-Museums gleich neben dem Gasthof "Weißes Ross" der Familie Schiffauer.

 


Pfarrkirche und Pfarrei Kupferberg

Wann die Pfarrei Kupferberg genau entstanden ist, ist urkundlich nicht detailliert nachzuweisen. Als sicher kann jedoch die Errichtung im ausgehenden 13. Jahrhundert etwa um 1280 - 90 angekommen werden. In diese Zeit fällt auch der Bau der heutigen Stadtpfarrkirche, deren Grundmauern noch Reste aus der Gründerzeit enthalten.

 

Sie zählt zunächst als Filialkirche zur Pfarrei Ludwigschorgast, die auch Kupferberg mit betreuten. Noch im März 1331 wird in einem Ablassbrief des Spitals die hiesige Kirche als St. Maria bezeichnet. Im Juni 1331 scheint sie selbstständig geworden zu sein, hohe Zehnteinnahmen von der mittlerweile umfangreichen Bevölkerung hatten den Grundstock dafür geschaffen. Die erste Kirche wurde im gotischen Stil erbaut, den man bis heute beizubehalten versuchte. Im 14./15. Jahrhundert war das Gotteshaus dann Überfällen und Kriegszügen ausgesetzt. Am 30. Januar 1430 wurde sie von durchziehenden Hussiten geplündert und ziemlich beschädigt.
Eine größere Renovierung wurde im Jahre 1511 durchgeführt, und es entstand das heutige Kirchenschiff mit acht Säulen und den steilen Kreuzgewölben. Nach der Erneuerung durch Pfarrer Jobst Großkopf blieb sie dann fast 250 Jahre unverändert.

Das Gotteshaus überstand die Kriege des 16. Jahrhunderts und den 30-jährigen Krieg ohne nennenswerten Schaden und wurde danach zum Dank dem Heiligen Vitus geweiht, einem der 14 Nothelfer und Schutzpatron der Kupferschmiede.
Anfangs des 18. Jahrhunderts wurde eine umfangreiche Reparatur des baufälligen Turmes nötig. Eine Sammlung unter der Bürgerschaft brachte innerhalb von 30 Jahren rund 1600 Gulden zusammen. Als man 1756 endlich begann, brach aber der Kupferberger Großbrand aus, der den alten Turm und das Kirchendach zerstörte. Im Frühjahr 1757 begann der Neubau des Turmes, der am 7. Januar 1758 mit dem Aufsetzen des Turmkreuzes seinen Abschluss fand.
Spätestens nach dem Brand erhielten die Kirchenfenster ihre unregelmäßige Form, da heute kein Fenster mehr dem anderen gleicht. In den Jahren 1807 und 1893 waren nicht weniger als acht größere Reparaturen nötig. 1893 wurde das Kirchenpflaster erneuert.

Viele kleine Reparaturen konnten aber nur einen geringen Zeitraum überbrücken und führten letztendlich zur Generalsanierung in den Jahren 1966/67. Unter Pfarrer Dürschinger wurde das Innere der Kirche total verändert. Der Turmaufgang wurde nach außen verlegt, der Fußboden, die Empore und das Gestühl - das die Kupferberger Firmen Holhut und Zanner herstellten - eingebaut. Bereits 1986 zeichnete sich eine neue Generalsanierung ab. Wasser hatte die Grundmauern durchnässt, und es bestand sogar Einsturzgefahr. Die mit Millionenaufwand neugestaltete Kirche wurde am 22. November 1992 übergeben und präsentiert sich fast wieder im Originalzustand des 18. Jahrhunderts. Das Kirchenumfeld wurde zudem im Rahmen der Städtebausanierung 1997/98 neu gestaltet. kpw