Bamberg

Konzerte & Festivals

Konzert mit dem Staatsorchester Braunschweig

Bamberg
09.11.2019 | 17:00
31-51251076
Quelle: Ronald Rinklef 
Filmmusik des 19. Jahrhunderts...?
Staatsorchester Braunschweig unter Gerd Schaller in der Bamberger Konzerthalle

Nein, es ist nicht nicht wirklich Filmmusik, was das Staatsorchester Braunschweig unter dem Dirigenten Gerd Schaller da am 9. November um 17 Uhr in der Bamberger Konzerthalle zum Besten geben wird; obwohl es Ende des 19. Jahrhunderts übrigens durchaus üblich war, Filmvorführungen mit einer Kinoorgel oder sogar kleinen Orchestern zu begleiten.
Doch Bedrich Smetanas Die Moldau, Edvard Griegs Peer Gynt-Suite und Richard Strauss’ Alpensinfonie, die bei Schallers Konzert auf dem Programm stehen, entstanden nicht zur Untermalung eines Films. Allerdings sind die Werke auch nicht allzu weit weg davon, handelt es sich doch um romantische Programmmusik: Musik zu einem bestimmten Thema oder gar einer konkreten Geschichte. Und zwar sind dabei von den Komponisten keine speziellen Bilder zur Illustration der Musik vorgesehen, aber das kann in diesem Falle durchaus als Vorteil angesehen werden – erlaubt es dem Hörer doch, sich sein eigenes Kopfkino zur Musik anzuschauen!

So beschreibt Bedrich Smetana, lebenslang begeisterter Kämpfer für die tschechische Nationalbewegung, in Die Moldau, einem Satz seiner Sinfonischen Dichtung Mein Vaterland, den Lauf der Moldau. Sinfonische Dichtungen sind Orchesterstücke, die ohne Worte und nur mit Orchester (= sinfonisch) ein Thema illustrieren oder eine Handlung schildern. Und so beschreibt Smetana seine geliebte Moldau denn auch ganz lautmalerisch: Vom Plätschern der beiden Quellen bis zum Tanz der Nymphen am Ufer im Mondenschein. Da gibt es reichlich Stoff, um sich reizvolle eigene Bilder vorzustellen!
Ziemlich nah an der Filmmusik ist auch Edvard Griegs berühmte Peer Gynt-Suite: ursprünglich entstand das Stück nämlich als Bühnenmusik zu Henrik Ibsens gleichnamiger Dichtung. Da die Theaterbesucher jedoch so begeistert von seiner Musik waren, stellte Grieg etwas später zwei Orchestersuiten aus der Musik zusammen, die nun auch im Konzert gespielt werden konnten. Der Erfolg gab ihm Recht: Viele Stücke daraus dürften heute zu den bekanntesten klassischen Melodien überhaupt zählen, denn wie Grieg die Stimmungen und Situationen schildert, in die der Held des Stückes gerät, ist nicht nur treffend, sondern einfach auch wunderschön.
Auch die Alpensinfonie von Richard Strauss gehört zum Genre der Sinfonischen Dichtung. Doch hier ist die Sache mit der Geschichte nicht so leicht: Hat er nun eine Bergwanderung in seiner Jugend musikalisch nachgemalt – oder doch im düsteren Sinne Nietzsches das menschliche Leben von der Wiege bis zur Bahre dargestellt? Beide Theorien werden von Fachleuten diskutiert.
Doch das hat auch seine Vorteile, denn jeder Konzertbesucher kann selbst wählen, welchen innerlichen Film er sieht, während er dieses großartige Werk hört.

Das Braunschweiger Staatsorchester – eine ja durchaus bekannte Größe im Musikleben der Region – wird in diesem Konzert also nicht nur spielen müssen, sondern auch (ton–) malen; Gerd Schallers Dirigentenstab muss die Feinheiten dieser Musik exakt nachzeichnen. Und den Konzertbesuchern ist es dabei durchaus gestattet, die Augen zu schließen, um ihre ganz persönlichen innerlichen Filme zu den romantischen Klängen des Orchesters ganz entspannt und in voller Schönheit zu genießen...

Samstag, 9. Nov. 2019, 17 Uhr, Konzerthalle Bamberg, Staatsorchester Braunschweig, Gerd Schaller. Werke von Smetana, Grieg und Strauss. Karten beim BVD, Tel.: 0951-9808220 sowie beim Ebracher Musiksommer, Tel.:09552-297; www.ebracher-musiksommer.de
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