Mit dem Tod wurde Feride nicht bedroht. Aber sie wurde misshandelt, von ihren eigenen Eltern. Weil sie den Mann nicht heiraten wollte, den die Familie für sie ausgesucht hatte - einen Fremden in der fernen Türkei. In ihrer Not wandte sich die 19-Jährige an Scheherazade. Das Projekt hilft seit einem Jahr mit Krisenplätzen und Beratung jungen Frauen aus Bayern, die von drohender oder erfolgter Zwangsverheiratung betroffen sind.

Trägerin von Scheherazade ist die ökumenische "Stop dem Frauenhandel" GmbH in München. "Du entscheidest, wen Du heiratest!" steht groß auf ihren Flyern. Gefördert vom Bayerischen Sozialministerium unterhält Scheherazade eine Wohnung irgendwo im Freistaat und beschäftigt vier Sozialpädagogen. Eine von ihnen ist Maria Müller. Ihren richtigen Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen: Anonymität spielt in ihrer Arbeit eine große Rolle.