Grundsätzlich tragen Beschäftigte das Wegerisiko - das heißt, sie müssen dafür sorgen, rechtzeitig am Arbeitsplatz zu sein. Werden Streiks angekündigt, müssten Arbeitnehmer entsprechend vorausplanen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. "Die Vergütungspflicht des Arbeitgebers zur Zahlung des Lohns entfällt so lange, bis der Mitarbeiter seine Arbeit aufnimmt", erklärt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Weitere arbeitsrechtliche Sanktionen hat der Arbeitnehmer im Falle des Streiks von Verkehrsbetrieben aber nicht zu befürchten. Wenn er nachweislich wegen streikbedingter Ausfälle von Verkehrsmitteln nicht am Arbeitsplatz erscheinen kann, habe er das nicht zu verantworten und könne deshalb auch nicht abgemahnt werden. Voraussetzung sei, dass der Arbeitnehmer sich nachweislich bemüht, mit anderen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu kommen, erklärt Hans-Georg Meier.