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Kopenhagen
Unglück in Dänemark

Zug von Gegenstand getroffen: Sechs Menschen sterben bei Zugunglück in Dänemark

In der Folge eines Zugunglücks am Mittwochmorgen sind in Dänemark mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Ein Zug war am Morgen von einem Gegenstand getroffen worden.
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Ein Zug hält auf der Brücke über den Großen Belt bei Nyborg nach einem Zugunglück. Die dänische Polizei berichtet, dass mehrere Menschen bei dem Zugunglück getötet wurden. Foto: Tim K. Jensen/Ritzau Scanpix/AP/dpa
Ein Zug hält auf der Brücke über den Großen Belt bei Nyborg nach einem Zugunglück. Die dänische Polizei berichtet, dass mehrere Menschen bei dem Zugunglück getötet wurden. Foto: Tim K. Jensen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Bei einem Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt (Storebælt) in Dänemark sind am Mittwochmorgen mehrere Menschen ums Leben gekommen. Wie die Dänische Bahngesellschaft (DSB) am Mittwochvormittag mitteilt, handelt es sich um sechs Tote. Zuvor war die Anzahl der Verstorbenen noch unklar. Weiterhin wurden 16 Menschen verletzt.

Der Zug war gegen 7.30 Uhr von einem Gegenstand getroffen worden, der Medienberichten zufolge von einem entgegenkommenden Güterzug stammte. Genaueres dazu war zunächst unklar. Mittlerweile gehen die Behörden davon aus, dass ein per Güterzug transportierter leerer Lastwagen das Zugunglück ausgelöst haben könnte.

Bo Haaning von der zuständigen Unfallkommission sagte nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, der Trailer sei am Mittwochmorgen vermutlich umgekippt oder von dem Güterzug heruntergeweht worden. Er habe den entgegenkommenden Schnellzug entweder frontal oder seitlich gerammt. Zum Unglückszeitpunkt hatte es heftig über Teilen Skandinaviens gestürmt, auch über dem Großen Belt.

Daraufhin hatte der Zug hart bremsen müssen. Der DSB zufolge waren 131 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder an Bord. Die 18 Kilometer lange Brücke über den Großen Belt und die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden wurde wegen heftigen Windes für den Autoverkehr gesperrt. Fahrzeuge könnten die Brücke seit Mittwochvormittag in östlicher Richtung wieder mit verminderter Geschwindigkeit befahren, teilte die Polizei mit.

Schlimmstes Zugunglück in Dänemark seit 1988

Nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau handelte es sich um das schlimmste Zugunglück in Dänemark seit 1988. Die Brücke verbindet die dänischen Inseln Fünen und Seeland (Sjælland) und ist damit einer der wichtigsten Verkehrswege Dänemarks. Auf Seeland liegt auch Kopenhagen.

Nach dem Zugunglück mit mindestens sechs Toten in Dänemark will die Deutsche Bahn die Behörden vor Ort bei den Untersuchungen unterstützen. Das sagte ein Konzernsprecher am Mittwochnachmittag in Berlin. "Wir sind sehr betroffen über das tragische Zugunglück", fügte er hinzu. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen." Zur Unfallursache wollte die Bahn sich nicht äußern und verwies auf die zuständigen Behörden.

Zuvor hatte heftiger Wind in weiten Teilen Skandinaviens zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen geführt. Auch der Fährverkehr wurde durch den Sturm beeinträchtigt. In Schweden waren am Mittwochmorgen wegen umgestürzter Bäume mehr als 100.000 Haushalte ohne Strom.

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