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Zu schade für den Müll: Dazu eignen sich Christbäume nach Weihnachten

Nach Weihnachten werden die Christbäume weggeworfen. Das muss nicht sein: Die Nadelbäume lassen sich auch vielseitig anders verwenden.
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Ist das Fest vorüber, verschwinden auch die Christbäume aus den Wohnzimmern. Allerdings sollten sie nicht einfach irgendwo abgelegt, sondern entweder ordnungsgemäß entsorgt oder weiterverwendet werden - zum Beispiel als Frostschutz für das Beet oder als Grabschmuck.  Bernd Weissbrod, dpa
Ist das Fest vorüber, verschwinden auch die Christbäume aus den Wohnzimmern. Allerdings sollten sie nicht einfach irgendwo abgelegt, sondern entweder ordnungsgemäß entsorgt oder weiterverwendet werden - zum Beispiel als Frostschutz für das Beet oder als Grabschmuck. Bernd Weissbrod, dpa
Das große Aufräumen beginnt: Der Weihnachtsbaum muss raus aus dem Wohnzimmer. Doch wohin mit ihm, wenn die Feiertage vorüber sind? Für den Müll ist er eigentlich viel zu schade - zumal er an die zehn Jahre braucht, um zu einem stattlichen Baum heranzuwachsen, so die Einschätzung von Catrin Fetz von der Organisation PEFC, die Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zertifiziert.

Christbaum-Tipps: Pflege, Schutz und Klima

Denn: "Zum nachhaltigen Wirtschaften gehört auch, dass man einen Baum möglichst lange verwendet, bevor man ihn dem natürlichen Kreislauf wieder zuführt." Der alte Baum findet etwa Verwendung...

1. Als Deko-Element

Ein Weihnachtsbaum kann als Kleiderständer im Flur weiterleben. Die Ast-Achsen dienen als Haken, an denen auf verschiedenen Ebenen Mäntel und Jacken, Taschen, Schals und Mützen hängen. "Wenn man den geschälten und abgeschmirgelten Stamm noch in weißer Kalkfarbe tüncht, sieht er schick und edel aus", rät Fetz.

2. Für Tiere

Stärkere Zweige lassen sich auch zu Sitzstangen für Vögel oder kletterfreudige Haustiere umfunktionieren. "Das sorgt für ein bisschen Abwechslung im Käfig", so Fetz. Auch größere Tiere freuen sich über Abwechslung im Gehege. Daher nehmen einige Wildtiergehege, Wildparks, Zoos und Förster Weihnachtsbäume an - als Spielzeug oder Futter etwa für Elefanten, Kamele, Hirsche oder Wisente. "Die Bäume dürfen nicht chemisch behandelt und müssen komplett abgeschmückt sein", sagt Karl Görnhardt, Geschäftsführer des Deutschen Wildgehege Verbands. Ob die ausrangierten Nadelbäume willkommen sind, sollte man allerdings vorher abklären.

3. Im Freien

Draußen im Garten kann altes Tannen- und Fichtengrün beispielsweise Beete und Blumenkästen vor Frost schützen. "Auch als winterlicher Grabschmuck machen sich die Zweige der Nadelbäume gut", sagt Joachim Wuttke vom Umweltbundesamt. Eine weitere Möglichkeit: "Wer den Baum schreddern kann, kann mit dem Material die Beete mulchen", sagt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

4. Im Ofen

Der Nadelbaum lässt sich auch verfeuern - sei es im Kamin, im Kachelofen oder bei einem offenen Lagerfeuer. Auch viele Vereine freuen sich, wenn sie für ihre Osterfeuer Material bekommen. "Vor der Nutzung im Ofen muss das Holz allerdings so lange richtig abgelagert werden, bis es trocken ist - ideal sind zwei bis drei Jahre Lagerung", sagt Wuttke vom Umweltbundesamt. Zu frisches Holz erzeuge aufgrund der noch enthaltenen Restfeuchtigkeit zu viel Rauch. Fetz ergänzt: "Getrocknete Nadeln und dünne Zweige eignen sich hervorragend als Anzünder im Kamin und duften darüber hinaus auch noch wunderbar."

5. In Sammelstellen

Wer keine Möglichkeit hat, den Baum selbst zu verwenden, kann ihn entsorgen lassen. Pfadfindergruppen, die Freiwillige Feuerwehr, Entsorgungsbetriebe und andere Organisationen sammeln in vielen Städten und Gemeinden die Bäume kurz nach dem Jahreswechsel ein. "Solche Sammlungen sind die beste Möglichkeit, den Baum ohne großen Aufwand loszuwerden. Die Termine findet man entweder im Abfallkalender oder in der Zeitung", sagt Heldt.

Wer den Termin verpasst, kann den Baum auch bei Recyclinghöfen oder Annahmestellen für Grünschnitt abgeben. Dort werden sie in der Regel geschreddert und kompostiert. Mancherorts können Verbraucher Nadelbäume auch über die Biotonne entsorgen - aber längst nicht überall.
Den ehemaligen Weihnachtsbaum im Wald zu entsorgen, ist letztlich die schlechteste Lösung. "Dort würde er zwar verdorren, sich aber nur langsam zersetzen", erklärt Wuttke. Somit handelt es sich um unerlaubt entsorgten Abfall. Die illegale Entsorgung kann teuer werden: "Die örtlich zuständigen Behörden haben Bußgelder festgelegt." Sie liegen zwischen fünf und 100 Euro pro Baum .


Christbaum auf den Kompost


Alte Zweige helfen bei der Kompostierung - vor allem wenn man dort viele Obst- und Gemüsereste entsorgt. "Küchenabfälle sind in der Regel sehr matschig. Mit Ästen wird der Kompost besser durchlüftet und zersetzt sich besser", erläutert Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch die Überreste von Apfel, Karotte und Kartoffel leisten ihren Beitrag: "Feuchte Küchenabfälle sorgen dafür, dass die trockenen Zweige und Nadeln wieder feucht werden und besser von den zersetzenden Organismen angenommen werden."

Doch nicht jeder Weihnachtsbaum ist für den Kompost geeignet. Magnus J. K. Wessel vom BUND Naturschutz rät, dort nur Bäume aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen zu entsorgen. "So verhindert man, dass im Garten ein ungewolltes Pestizid-Endlager entsteht." Eine Übersicht zu FSC-zertifizierten Forstbetrieben und Baumschulen sowie Gärtnereien und Höfen, die nach Bio-Richtlinien produzieren, gibt es im Internet bei der Umweltschutzorganisation Robin Wood.