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Krefeld
Zoo-Brand

Brand in Krefelder Affenhaus: Deutlich mehr tote Tiere als bisher angenommen

Rund sechs Wochen nach dem verheerenden Brand im Zoo Krefeld beginnen die Abrissarbeiten des Affenhauses. Nun ist klar: Mehr als 50 Tiere verendeten damals.
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Mehr als 50 Tiere verbrennen bei Affenhaus-Feuer im Krefelder Zoo: Und Comedian Felix Lobrecht macht sich darüber lustig. Bei einem Auftritt in Gelsenkirchen zog der 31-Jährige ordentlich über die toten Tiere her. Für ihn ist der Tod fast schon eine logische Konsequenz - Affen würden schließlich permanent "mit einer Jacke aus Grillanzündern" herumlaufen. Nun beginnen die Abrissarbeiten im Krefelder Zoo:

Update vom 17.02.2020: Abrissarbeiten im Krefelder Zoo beginnen

Gut sechs Wochen nach dem schweren Brand im Krefelder Zoo beginnen am Montag die Abrissarbeiten an dem ausgebrannten Affenhaus. Wie aus einer Vorlage für den Stadtrat hervor geht, sollen zunächst die stählernen Überreste des Dachs abgetragen werden. In dem Papier wird auch erwähnt, dass das verheerende Feuer mehr als 50 Tiere getötet habe. Bisher war von rund 30 Tieren die Rede gewesen.

Unter den toten Tieren waren laut der Ratsvorlage acht Menschenaffen, sowie goldene Löwenäffchen, Silberäffchen, Weißgesichtsakis, Zwergseidenäffchen, Epauletten-Flughunde "und diverse tropische Vögel". Zwei Schimpansen hatten das Feuer verletzt überlebt. Sie sind nach früheren Angaben des Zoos auf dem Weg der Besserung.

Drama im Zoo Krefeld: Himmelslaterne löste Feuer aus

Das Rathaus-Papier, das bereits am 6. Februar vorgelegt wurde, beschreibt auch Details des geplanten Abrisses. So solle nach der Beseitigung von Brandschutt, Glasresten und verbrannten Pflanzen mit dem Rückbau des Daches begonnen werden. Der Abrisslärm stellt laut Stadtverwaltung "eine besondere Herausforderung dar, wodurch eventuell eine Umsiedlung der benachbarten grauen Riesenkängurus notwendig wird."

Das Affenhaus des Familienzoos war in der Silvesternacht komplett niedergebrannt. Nach den Ermittlungen der Polizei wurde das Feuer von einer sogenannten Himmelslaterne ausgelöst, mit der drei Frauen unwillentlich den Brand ausgelöst hatten.

Update vom 21.01.2020: Comedian Felix Lobrecht macht Witze auf Kosten der toten Affen

Er ist bekannt, er ist beliebt - und er ist für manche über das Ziel hinausgeschossen: Felix Lobrecht (31 - "Gemischtes Hack") hat sich bei einem Auftritt in Gelsenkirchen über die 30 Affen lustig gemacht, die bei dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo in der Silvesternacht ums Leben kamen.

"Woll'n ma über die abgefackelten Affen sprechen?", fragte Lobrecht zu Beginn seines Auftritts. In einem Video auf YouTube zieht der Comedian weiter über die toten Tiere her. So findet er es doch sehr erstaunlich, dass bei diesem Unfall genau dreißig Affen ums Leben kamen. Dann setzt Lobrecht noch einen drauf: "Ich glaube auch, Affen brennen richtig gut. Wegen ihrem Fell. Die tragen ja quasi permanent eine Jacke aus Grillanzünder."

Das Publikum freilich lacht über die Witze Lobrechts. Im Netz aber sorgen seine Worte für unverständliche Reaktionen. So schreibt eine Nutzerin in der Kommentarspalte auf YouTube: " Schwarzer Humor schön und gut aber das geht zu weit!!! Ihr die hier schreibt habt ihr je ein Tier voller Qual Sterben sehen??? Das gleiche gilt für Menschen!!! Was glaubt ihr eigentlich wie man sich dabei Fühlt??????".

Auch andere Nutzer finden diesen Auftritt geschmacklos. Ihre Meinung: Über 30 tote Menschen würde Lobrecht keine Witze machen - also warum dann über Menschenaffen?

Update vom 19.01.2020: Hannes Jaenicke fordert Böllerverbot

Hannes Jaenicke, Schauspieler und Umweltaktivist, hat nach dem schweren Brand im Krefelder Affenhaus ein Böllerverbot gefordert. "Das tut mir entsetzlich Leid für diese Primaten im Krefelder Zoo", sagte der 59-Jährige am Sonntag auf der Wassersportmesse boot in Düsseldorf. Das wahre Thema hierbei sei allerdings ein Böllerverbot, so Jaenicke. "Ich verstehe nicht, warum wir das nicht verbieten, das Geböller. Die Tiere drehen alle durch - ob Hunde, Katzen oder Vögel".

Jaenicke engagiert sich unter anderem für bedrohte Tierarten und drehte eine ZDF-Dokumentation über Orang-Utans.

Das Affenhaus in Krefeld war in der Silvesternacht abgebrannt. Dabei waren mehr als 30 Tiere ums Leben gekommen. Zwei Schimpansen überlebten verletzt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde das Feuer von einer Himmelslaterne ausgelöst, die drei Frauen losgeschickt hatten.

Update vom 16.01.2020: Polizei erklärt die Tötung des Affen

Die Polizei hat die tödlichen Schüsse auf einen schwer verletzten Gorilla nach dem Brand im Krefelder Affenhaus als notwendig begründet. In einer Mitteilung am Mittwoch, 15. Januar hieß es: "Unsere Kollegen waren zur Tötung des Tieres durch Kugelschuss nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet." Die Beamten hätten sich sonst nach dem Tierschutzgesetz strafbar machen können.

Über einen Bericht des Innenministeriums an den Landtag war bekannt geworden, dass ein Polizist am Morgen nach dem Großbrand im Krefelder Zoo einen schwer verletzten Gorilla mit Schüssen aus einer Maschinenpistole hatte töten müssen. Wie der Zoo am Mittwoch mitteilte, hatte eine Tierärztin zwei weitere schwer verletzte Tiere eingeschläfert.

Gorilla erschossen: Polizei hatte keine Wahl

"Bei einem männlichen Gorilla entfaltete das Narkotikum aufgrund der Schwere der Brandverletzungen mit großflächigen Hautschäden nicht seine volle Wirkung, so dass die schnellste Erlösung des Tieres durch Kugelschuss mit Unterstützung der Polizei Ultima Ratio war", so der Zoo. Um welches Tier es sich handelte, sagte der Zoo nicht.

Die Vorgänge seien dem Zoodirektor bereits bei der ersten Pressekonferenz am Neujahrstag bekannt gewesen. "Zum emotionalen Schutz der beteiligten Personen (Tierärztin, Tierpfleger, Polizei) wurde gemeinschaftlich mit den beteiligten Behörden entschieden, diese Informationen nicht zu kommunizieren", so der Zoo am Mittwoch in der Mitteilung.

Der Brand in der Nacht zu Neujahr war laut den Ermittlungen der Polizei durch eine Himmelslaterne ausgelöst worden, die auf dem Dach des Affenhauses gelandet war. Drei Frauen haben gestanden, die Himmelslaternen gestartet zu haben. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Update vom 15.01.2020: Polizist muss Affen mit Maschinenpistole erschießen

Nach dem Brand im Krefelder Zoo in der Nacht zu Neujahr sind nun bisher unbekannte, dramatische Szenen bekannt geworden: Ein schwer verletzter Gorilla musste am Morgen von einem Polizeibeamten durch mehrere Schüsse aus einer Maschinenpistole getötet werden, da die Tierärztin es nicht schaffte, das Tier einzuschläfern. Dies geht aus einem Bericht des Innenministeriums an den nordrhein-westfälischen Landtag hervor.

Laut Innenministerium hatten sich bereits während des Brandes Polizisten mit Maschinenpistolen rund um das Affenhaus postiert, um notfalls verletzte oder panische Tiere zum Schutz der Einsatzkräfte zu stoppen. Dazu kam es nicht. Die Retter gingen laut dem Bericht davon aus, dass alle Tiere tot sind. Gegen 8 Uhr morgens wurden zwei schwer verletzte Tiere gefunden, von denen die Tierärztin ein Orang-Utan-Weibchen einschläferte. Den Gorilla tötete der Beamte (34) nach Freigabe durch den Polizeiführer.

Update vom 05.01.2020: Tweet von Himmelslaternen-Hersteller empört Twitter-Nutzer

Ein Himmelslaternen-Hersteller aus Großbritannien sieht sich nach einem Tweet zum Affenhaus-Brand im Krefelder Zoo großer Kritik ausgesetzt.

Das Unternehmen "Night Sky Lanterns" aus London hatte getwittert: "Wir sind sehr traurig über den Verlust von mehr als 30 Tieren/Affen im Krefelder Zoo. Lasst uns 30 Himmelslaternen entzünden zum Gedenken an diese Tragödie. Hoffentlich trägt dies mit dazu bei, alle daran zu erinnern, wie wichtig es ist, nur Himmelslaternen aus hochwertigem Material auszuwählen."

Internet-Nutzer reagierten auf "Night Sky Lanterns" mit Kommentaren wie "Meinen Sie das ernst?" oder "Wenn eine Himmelslaterne erstmal abgeschickt worden ist, handelt es sich im Grunde um ein Feuer, das nicht mehr kontrollierbar ist. Man kann nicht kontrollieren, wo es landet."

Umweltministerin sieht moralische Verantwortung bei Himmelslaternen-Verkäufer

Nach dem verheerenden Brand sieht die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser eine moralische Mitverantwortung beim Verkäufer der Himmelslaterne, die das Feuer vermutlich ausgelöst hat.

"Wichtig ist auch die Frage, warum solche gefährlichen Gegenstände wie Himmelslichter bei uns so einfach in den Verkehr gebracht werden können, obwohl die Anwendung verboten ist", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post" (Samstag). Sie kündigte an: "Dem werden wir nachgehen. Hier scheint mir das Handelsunternehmen, das diese Himmelslichter verkauft hat, zumindest moralisch in der Mitverantwortung zu stehen."

Update vom 02.01.2020: Nürnberger Tiergartendirektor traurig über Affenhaus-Brand Nürnbergs

Tiergartendirektor Dr. Dag Encke ist tieftraurig über den Tod der Tiere im Krefelder Affenhaus. Denn Encke wuchs im Krefelder Zoo auf und kannte einige der Tiere - sein Vater Walter war von 1959 bis 1996 der Direktor des Zoologischen Gartens in Krefeld. Dag Encke: "Als die ersten Schimpansen nach Krefeld kamen, habe ich als Kind mit ihnen gespielt. Die Schimpansen gehörten zum Bestand des Zoos und wir Kinder des Zoodirektor auch - der Zoo war unser Spielplatz, zusammen mit den Kindern der dort wohnenden Pfleger." Von den nun durch den Brand getöteten Tieren kannte er noch drei.

Auch den Gorilla Massa, der jetzt bei dem Unglück ums Leben kam, kannte Encke. "Er war der erste Gorilla, von ihm aus hat sich die Gorilla-Gruppe aufgebaut."

Die Nachricht vom Tod der Tiere nimmt ihn mit. "Wir haben nachts noch Bilder vom Feuer via Internet gesehen. Schon da war klar: Das konnte kein Tier überlebt haben. Wir fühlen uns wie alle, die ein Haustier haben - und wissen, dass es bei lebendigem Leib verbrannt ist."

Er versteht die jetzigen Diskussionen und Vorschläge, wie das Unglück hätte verhindert werden können und wie weitere Tragödien dieser Art in der Zukunft zu vermeiden sind. "Das ist völlig legitim, die Brandschutzbestimmungen waren 1975 komplett andere als heute."

Als der Nürnberger Tiergarten vor kurzem eine Brandschutzhelferausbildung angeboten hatte, verbannten zu diesem Zeitpunkt eine Mutter mit ihren vier Kindern in ihrem Wohnhaus in Nürnberg. "Wir haben uns damals gedacht, wie wichtig es ist, auf Brandschutz zu achten und dass man so viel wie möglich tun muss, um derartige Unglück zu verhindern. Aber wir alle wissen, dass sie nicht auszuschließen sind. Und wenn sich diese Akzeptanz in der Gesellschaft nicht mehr durchsetzen lässt, dann haben wir ein Problem."

Susanne Will

Update vom 02.01.2020, 17.45 Uhr: Tote Menschenaffen können nicht beerdigt werden

Die durch den Brand im Krefelder Zoo umgekommenen Menschenaffen können nicht beerdigt werden. Da es sich bei ihnen nicht um Haustiere, sondern um Wildtiere handele, sei eine Beerdigung nicht erlaubt, sagte Zoosprecherin Petra Schwinn am Donnerstag (2. Januar 2020).

Die Tiere seien dem Veterinäruntersuchungsamt übergeben worden. Zoointern werde es eine Trauerfeier geben. Die Anteilnahme aus der Bevölkerung sei "sehr, sehr groß". Das Affenhaus war in der Silvesternacht abgebrannt. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer durch eine Himmelslaterne verursacht wurde.

Update vom 02.01.2020, 15 Uhr: Real stoppt Verkauf von Himmelslaternen

Die Warenhauskette Real hat nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo den Verkauf von Himmelslaternen auf ihrem Online-Marktplatz gestoppt. "Ausgelöst durch die Diskussion, die sich im Zusammenhang mit dem tragischen Brandunglück in Krefeld entwickelt hat, haben wir entschieden, dass diese Artikel von Drittanbietern nicht länger Teil unseres Angebotes sind", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Rheinische Post" über den Schritt berichtet.

Der Real-Sprecher betonte, die Himmelslaternen seien nicht Teil des Real-Sortimentes gewesen, sondern von Dritten auf der Online-Plattform der Handelskette angeboten worden - zusammen mit rund 15 Millionen anderen Produkten. Die Himmelslaternen seien mit Warnhinweisen versehen gewesen, dass der Gebrauch "in fast allen Bundesländern verboten" sei. Weiter hieß es dort: "Bitte beachten Sie die dem Produkt beiliegenden Sicherheitshinweise und bedenken sie die möglichen Brandgefahren! Wir empfehlen die Himmelslaterne an einer Drachenschnur zu befestigen, um den Flug des Skyballons besser kontrollieren zu können." Auf zahlreichen anderen Online-Seiten waren die Himmelslaternen auch am Donnerstag weiter im Angebot.

Durch das Feuer war das Affenhaus im Krefelder Zoo abgebrannt, mehrere Menschenaffen starben. Die Polizei geht davon aus, dass Himmelslaternen den Brand verursacht haben.

Update vom 02.01.2020, 12.15 Uhr: Drei Tatverdächtige für Brand im Krefelder Zoo ermittelt

Nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine 60 Jahre alte Krefelderin und ihre beiden erwachsenen Töchter. Die drei Frauen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und dort angegeben, dass sie in der Silvesternacht fünf Himmelslaternen hätten aufsteigen lassen, sagten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag (2. Januar 2020) bei einer Pressekonferenz. Man gehe davon aus, dass diese Himmelsleuchten den Brand des Affenhauses ausgelöst hätten. Durch das Feuer war das Affenhaus abgebrannt, mehrere Menschenaffen starben.

Update am 02.01.2020, 06.15 Uhr: Sachverständige ermitteln Hergang der Krefelder Feuerkatastrophe im Zoo

Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus bleibt der Krefelder Zoo am Donnerstag (2. Januar 2020) weiter geschlossen. Bei dem Feuer waren in der Nacht zu Neujahr mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Am Neujahrstag untersuchten Kriminalpolizei und Sachverständige den Brandort. Das Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Es entstand ein Millionenschaden.

Die Tiere, die ums Leben gekommen sind, seien ein unersetzlicher Verlust, auch für die Erhaltungsprogramme, sagte der Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete.

Wenige Stunden nach der Feuerkatastrophe hatten sich am Mittwoch mögliche Verursacher des Brandes bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler meinen, dass eine in der Nacht zu Neujahr gezündete Himmelslaterne den Brand ausgelöst haben könnte. Diese in Deutschland verbotenen Leuchtkörper waren im nordrhein-westfälischen Krefeld gesichtet worden. "Die Polizei hat die Personen vernommen und wird ihre Angaben überprüfen", erklärte die Polizei. Die Überprüfung der Angaben werde aber einige Zeit dauern.

Das Drama im Zoo schockierte die Tierfreunde: Vor den Toren des traditionsreichen Tierparks legten viele Menschen, oft unter Tränen, Kerzen, Blumen, Briefe und Stofftiere ab. "Gestorben für euer Silvestervergnügen", stand auf einem Karton. Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast.

Der Brand im Krefelder Zoo ist eines der schwersten Zoo-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte: Mehr als 30 Tiere, darunter viele Menschenaffen, starben. Die Tierpfleger hätten eine enge Bindung an diese Affen, ähnlich wie Besitzer zu ihren Haustieren, berichtete Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen.

Einer der toten Affen ist der Gorilla Massa. "Ich habe ihn altern sehen", sagte der Direktor über den seit langem in Krefeld lebenden Senior-Affen.

Eine Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht. Das sei nicht vorgeschrieben, erklärte der Zoo. Der Brand habe sich so schnell entwickelt, dass eine solche Anlage auch nicht geholfen hätte, hieß es. Eine Brandschutzversicherung bestehe aber.

Unter den umgekommenen Tieren waren auch kleinere Affenarten sowie Flughunde und Vögel. Zwei Schimpansen überlebten das Feuer mit leichten Verletzungen. In einem angrenzenden Gehege blieb eine junge siebenköpfige Gorillafamilie unversehrt. Die Gorillas hätten danach normal gefressen, berichtete eine Sprecherin des Zoos. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Update von 19.30 Uhr: Polizei vernimmt mögliche Verursacher - verbotener Leuchtkörper im Einsatz?

Nach dem verheerenden Feuer im Krefelder Zoo mit etlichen toten Menschenaffen haben sich mögliche Verursacher bei der Polizei gemeldet. "Die Polizei hat die Personen vernommen und wird ihre Angaben überprüfen", teilten die Ermittler am Mittwoch in Krefeld mit. Da die Überprüfung einige Zeit dauere, würden am Mittwoch keine weiteren Informationen zu den Tatumständen und den Verdächtigen gegeben. Der Zoo bleibt auch am Donnerstag noch geschlossen.

Die Polizei vermutet, dass eine Himmelslaterne das Feuer in der Nacht zu Neujahr ausgelöst haben könnte. Diese schwebenden Leuchtkörper sind in Deutschland verboten. Mehrere von ihnen, teils auch mit handschriftlichen Zetteln daran, waren in Krefeld sichergestellt worden.Bei dem Feuer im Affenhaus starben mehr als 30 Tiere, darunter fünf Orang-Utans, zwei Flachland-Gorillas und ein Schimpanse. Dabei entstand ein Millionenschaden. Das Affenhaus brannte völlig aus.

Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen sprach vom "schwersten Tag in der Geschichte des Krefelder Zoos." Der Brand hinterließ einen Millionenschaden.Zwei Schimpansen überlebten mit leichten Verletzungen die Feuersbrunst in dem Affenhaus. Die beiden Tiere Bally und Limbo seien narkotisiert und in ein benachbartes Haus gekommen, berichtete der Zoo-Direktor, der zum Zeichen der Trauer schwarze Kleidung trug.

Unter Tränen stellten vor dem Eingang am Mittag zahlreiche Menschen Fotos von Affen auf - bis zum Nachmittag war es eine große Menge von Blumen, Kerzen und Stofftieren. Dazu platzierten Zoofreunde Schilder mit Aufschriften wie "Warum" oder "Gestorben für euer Silvestervergnügen". Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort. Am Neujahrstag blieb der Tierpark wegen des Unglücks geschlossen: "Unsere Mitarbeiter stehen unter Schock", erklärte der Zoo und warb um Verständnis.

Bei Tageslicht offenbarte sich die ganze Tragödie: Nur noch das Gerippe des im Gewächshausstil erbauten Affentropenhauses steht noch. Die Haltung von Affen soll aber weitergehen, bekräftigten Zoo-Direktor Dreßen und Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD).

Laut einer Sprecherin waren unter den toten Tieren auch kleinere Affen wie goldene Löwenäffchen und Zwergseidenäffchen sowie Flughunde und Vögel. Das direkt angrenzende Gorillagehege blieb verschont. Dort lebt eine junge siebenköpfige Gorillafamilie.

Der vergleichsweise kleine, familienfreundliche Zoo bekam zahlreiche Botschaften via Facebook. "Ein Tag mit einer schwarzen Trauerkante!", schrieb ein Besucher und wünschte den Pflegern und Mitarbeitern eine Menge Kraft, um mit diesem schrecklichen Verlust fertig zu werden. "Wir hatten als Familie seit Jahrzehnten viele schöne Momente im Affenhaus", schrieben andere.

Erstmeldung von Mittwochmorgen: Zoo-Brand in Krefeld: Affenhaus brennt nieder

Wie der Zoo mitteilt, kam es kurz nach Mitternacht zu dem verheerenden Brand, der das Gebäude bis auf das Grundgerüst zerstörte.

Am Neujahrsmorgen bestätigte der Zoo schließlich über Facebook die Befürchtungen: "Es gibt keine überlebenden Tiere im Affenhaus." Dort lebten unter anderem Orang-Utans und Schimpansen. Lediglich der Gorilla-Garten und die dort lebende Gorilla-Famile blieben laut Zoo-Mitteilung verschont.

Die Löscharbeiten der Feuerwehr dauerten bis in die frühen Morgenstunden an - noch ist zur Brandursache nichts bekannt. Die Stadt Krefeld hat bereits eine Pressekonferenz für Mittwoch angekündigt, bei der weitere Informationen bekanntgegeben werden sollen.