München
Strafverfahren

Zoll findet 200 tote Vögel in Koffer am Münchner Flughafen

Rund 200 tote Feldlerchen und Wiesenpieper, verpackt in Plastikbeutel, haben Zöllner am Münchner Flughafen im Koffer eines Mannes gefunden.
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Das Foto, das der Zoll am 29.10.2014 zur Verfügung stellt, zeigt tote Singvögel am Flughafen München. 200 tote Feldlerchen und Wiesenpieper, verpackt in Plastikbeutel, haben Zöllner am Münchner Flughafen im Koffer eines Mannes gefunden. Foto: Hauptzollamt München/dpa
Das Foto, das der Zoll am 29.10.2014 zur Verfügung stellt, zeigt tote Singvögel am Flughafen München. 200 tote Feldlerchen und Wiesenpieper, verpackt in Plastikbeutel, haben Zöllner am Münchner Flughafen im Koffer eines Mannes gefunden. Foto: Hauptzollamt München/dpa
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Wie ein Sprecher des Zollamtes am Mittwoch mitteilte, gab der 65-jährige Italiener an, die Singvögel in Rumänien getötet zu haben. Er gehe der Vogel-Jagd als Hobby nach. Die erlegten Vögel wollte er mit in seine Heimat nehmen, um sie mit seiner Familie zu verspeisen.

Das kommt häufiger vor, als man denkt. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) spricht von einem regelrechten "Jagdtourismus": Hunderttausende Vögeln würden jedes Jahr in Koffern illegal von Osteuropa nach Italien gebracht - auch durch Deutschland. Weil die Jagd auf Singvögel verboten ist und auch in Italien auf immer weniger Gegenliebe stößt, weichen die selbst ernannten Feinschmecker nach Osteuropa aus. 2006 war am Flughafen München ein Vogelschmuggler aufgeflogen, der fast 2000 Vögeln im Gepäck hatte.

Laut LBV stehen in Europa alle wildlebenden Vögel unter Naturschutz. Besitz und Jagd seien in allen EU-Mitgliedsstaaten verboten. Staaten wie Rumänien, Bulgarien oder Kroatien setzten diese Schutzgesetze aber nur selten bis gar nicht um. In Malta war die Jagd auf Finken wegen einer Übergangsregelung noch bis 2008 erlaubt - weiter gejagt wurde auch danach noch. Anfang Oktober flatterte darum ein Mahnschreiben der EU-Kommission auf den Tisch der maltesischen Regierung: Man solle doch die Einstellung zur Vogeljagd überdenken.

Im aktuellen Fall aus München fällt die Reaktion schärfer aus. Dem Italiener wurde die illegale Jagdbeute abgenommen. Dem 65-Jährigen drohen ein Strafverfahren und eine Geldstrafe von mehr als 1000 Euro.