Der türkisch-zyprische Norden wird nach einem Beschluss seiner Führung die Uhren nicht auf die Winterzeit umstellen. Im griechisch-zyprischen Süden wird dagegen, von Sonntag an wie in den meisten Staaten Europas, die Winterzeit gelten. Damit passt sich der türkisch-zyprische Norden der Entscheidung der Türkei an, die Winterzeit dieses Jahr nicht zu übernehmen. Das berichtete der staatliche zyprische Rundfunk (RIK) am Mittwoch.   
"Wir müssen wohl zwei Uhren umbinden, eine für den Norden und eine für den Süden", sagte Giannis Stylianou, ein Einwohner der geteilten Hauptstadt Nikosia, der Deutschen Presse-Agentur. Zahlreiche Zyprer fahren aus geschäftlichen oder privaten Gründen fast täglich auf die jeweils andere Seite. "Mit einem Schritt in die andere Zeitzone auf einer Insel. Das ist verrückt", hieß es in einem Kommentar des zyprischen Radios. 

Die Nicht-Umstellung auf die Winterzeit im Norden gilt als ein Rückschlag für die Bemühungen zur Überwindung der Teilung, die seit Jahren andauern. Zypern ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Als Lösung ist ein föderaler Staat mit zwei Bundesstaaten im Gespräch, einem türkisch-zyprischen im Norden und einem griechisch-zyprischen im Süden. Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden.