Lichtenfels
Kreisausschuss

Zangentor entsteht nur virtuell

Das Gremium befasste sich mit dem weiteren Vorgehen für das Keltenprojekt am Staffelberg. Auf eine bauliche Rekonstruktion muss noch gewartet werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine grafische Rekonstruktion des keltischen Zangentores am Fuße des Staffelbergs von W. Hegel, wie es in den Jahrhunderten vor Christi Geburt ausgesehen haben könnte. W. Hegel
Eine grafische Rekonstruktion des keltischen Zangentores am Fuße des Staffelbergs von W. Hegel, wie es in den Jahrhunderten vor Christi Geburt ausgesehen haben könnte. W. Hegel

Auf die Rekonstruktion des keltischen Zangentores am Fuß des Staffelberges muss noch gewartet werden - zumindest auf die bauliche. Im Projekt "Kelten am Obermain - Zangentor sichtbar gemacht", das der Kreisausschuss in seiner Sitzung am Montagvormittag beschlossen hat, ist dagegen zumindest eine virtuelle Rekonstruktion der keltischen Anlage vorgesehen.

Vom Tisch ist der Bau des Tores damit nicht, wie Landratsamtssprecher Andreas Grosch dem FT bestätigte. Aber durch das nicht erwartete Ausmaß der archäologischen Grabungsergebnisse, habe sich der geplante Zeitplan verzögert. Erst müsste man sich um neue Fördermittel kümmern, außerdem solle geprüft werden, was genau rekonstruiert werde.

Im am Montag vom Kreisausschuss abgesegneten Vorhaben, das durch das europäische Programm "Leader" gefördert werden soll, sind zwei Kurzfilme mit fünf bis sieben Minuten Länge vorgesehen. In diesen sollen die 15 Monate dauernde Grabung, Konstruktionsdetails und die Funde dokumentiert werden.

Als weitere Bestandteile des 250 000-Euro-Projekts nannte Andrea Musiol, Geschäftsführerin der Lokalen Arbeitsgruppe Region Obermain von Leader (LAG), eine App, die virtuell an Ort und Stelle in grafischer 3D-Form das mögliche rekonstruierte Torgebäude zeigt und an verschiedenen Stationen am Staffelberg Informationen gibt. Weitere Punkte sind ein Führer in Buchform über Hintergründe der keltischen Besiedlung am Staffelberg, Führungen für Kinder und schließlich die Beschäftigung des archäologischen Grabungsleiters Markus Schußmann für die wissenschaftliche Ausarbeitung der einzelnen Module.

Kosten und Hürden zu hoch

Musiol betonte, dass die Ausgrabungen spektakuläre Funde ans Tageslicht beförderten, welche die Wissenschaftler auf Jahre hinaus beschäftigen werden. Das am Montag beschlossene Leader-Programm soll schnellstens bei der Förderstelle eingereicht werden. Musiol rechnet mit einer Bewilligung Anfang nächsten Jahres. Als Ende des Projekts nannte sie Ende 2020. Aufgrund der unerwarteten Größe des Bauwerks sei es bis dahin nicht möglich, das Bauwerk eins zu eins zu rekonstruieren. Musiol: "Dafür sind die Kosten zu hoch und die Hürden, beispielsweise aus Sicht des Naturschutzes und der Denkmalpflege, zu hoch." Außerdem wolle der Landkreis kein "Disneyland" am Fuß des Staffelbergs, was auch Landrat Christian Meißner betonte.

Die Kosten für das am Montag beschlossene Projekt in Höhe von 250 000 Euro werden getragen durch Leader (135 000 Euro), die Oberfrankenstiftung (50 000 Euro) und den Landkreis (65 000 Euro).

Verwandte Artikel