Laden...
Hamburg
Limonade

Limonade droht Verbannung aus Supermärkten: Begründung überrascht

Getränkehersteller "Lemonaid" muss sich - erneut - verteidigen. Kritisiert wird der zu niedrige Zuckeranteil einer Limonade. Die Gründer wollen sich das nicht gefallen lassen.
 
Limonade
Einer Limonade droht die Verbannung aus Supermarktregalen. Der Vorwurf lautet: Das Getränk enthält zu wenig Zucker. Symbolfoto: pixabay.com
+1 Bild

"Zu wenig Zucker" wird Limonandenhersteller "Lemonaid" vorgeworfen. Ein Argument, das in der heutigen Zeit durchaus selten ist, denn viele Getränke sind heimliche Kalorienbomben. Dennoch müssen sich Lemonaid-Gründer Paul Bethke und Felix Langguth nun verteidigen.

Konkret ist die Maracuja-Limonade von "Lemonaid" ins Visier des "Amtes für Verbraucherschutz" der Stadt Bonn geraten. Der Knackpunkt sind die sogenannten "Leitsätze für Erfrischungsgetränke", die vorschreiben, dass Limonaden mindestens sieben Prozent Zucker enthalten müssen. Dieser Wert wird von "Lemonaid" mit "nur" 5,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter unterschritten. 

Zuckergehalt der Limonade zu niedrig

Somit könne das Getränk nicht als  "Limonade" betitelt werden. In einem Brief, der der Welt vorliegt, heißt es: "Ich darf Sie bitten, ab sofort nur noch Produkte in den Verkehr zu bringen, die den rechtlichen Anforderungen entsprechen." Ansonsten wären "weitergehende behördliche Maßnahmen gegen Sie nicht [zu] vermeiden." "Lemonaid" müsste mehr Zucker verwenden, um weiterhin in Regalen von Supermärkten und Discounter vertreten zu sein, wie die Welt berichtet.

Das Unternehmen teilt in einer Meldung jedoch mit, sich dagegen wehren zu wollen. Nach Ansicht der "Lemonaid"-Hersteller widersprechen die Anforderungen für Limonaden der "nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten", die vom "Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft" um Ministerin Julia Klöckner (CDU) verabschiedet wurde. 

Darin werden auch die negativen Auswirkungen eines zu hohen Zuckerkonsums thematisiert, denn ähnlich wie Fast Food sind auch Softdrinks mit viel Zucker schädlich für Kinder. Das Ziel: Lebensmittel sollen weniger Fette, Salz und Zucker enthalten. Die Umsetzung soll schon in den nächsten Jahren erfolgen, bis Ende 2025 soll der Zuckeranteil in Erfrischungsgetränken um 15 Prozent sinken. 

Ärger bereits im vergangenen Jahr - Vorwürfe damals abgewiesen

Bereits im vergangenen Jahr musste sich "Lemonaid" verteidigen. Auch in diesem Fall ging es um den zu niedrigen Zuckergehalt, der vom "Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt" kritisiert wurde. Das  Unverständnis des Getränkeherstellers war von Erfolg gekrönt, die Hamburger Behörde ließ die Vorwürfe fallen.

Smoothies als gesunde Alternative: Ratgeber bei Amazon

"Der aktuelle Fall zeigt: Die Leitsätze für Erfrischungsgetränke sind in manchen Bereichen nicht nachvollziehbar und konterkarieren unsere Strategie zur Zuckervermeidung sowie zur gesundheitsbewussten Ernährung. [...] Ich werde mich bei Bundesernährungsministerin Julia Klöckner für eine Überprüfung auf Sinnhaftigkeit der Lebensmittel-Leitsätze einsetzen. Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden - sondern der Normalfall sein", erklärte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks im Januar 2019.

Verändert habe sich jedoch noch nichts. "Es ist verblüffend, dass es offenbar keine Konsequenzen gab", betont "Lemonaid"-Gründer Paul Bethke gegenüber dem Stern. Somit sieht sich der Getränkehersteller erneut einer Anklage gegenüber. 

Ein "Denk mal" setzen - Lemonaid will sich wehren

Für die Getränkehersteller steht der nun erhobene Vorwurf des "Verbraucherschutzamtes Bonn" im klaren Widerspruch zu dem Strategiepapier zur Reduktion von Zucker. Um Ernährungsministerin Julia Klöckner darauf aufmerksam zu machen, teilte "Lemonaid" mit: "Unsere Gründer Paul und Felix werden Julia Klöckner am 16.09.2020 ein "Denk mal" aus Zucker setzen - mit ihrem Antlitz."

Als Lösung schlägt Bethke vor, dass Klöckner selbst eine Flasche Lemonaid trinken solle, um "zu verstehen, dass eine richtig gute Limo nicht viel Zucker braucht." An der Rezeptur der Maracuja-Limonade soll zunächst nichts geändert werden, heißt es.

Auch interessant: Einige Lebensmittel sind krebserregend und genauso schädlich wie Rauchen.

Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser – nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegenzulassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis.