Studien, in denen eine Flut von neuen Arbeitsplätzen etwa durch die Energiewende in Aussicht gestellt würden, basierten häufig auf unklaren Annahmen, kritisierte Pestel. Nicht einmal die Definition eines «grünen» Arbeitsplatzes sei geklärt. Außerdem werde oft ausgeblendet, wie viele «nicht-grüne» Arbeitsplätze durch den Umbau gefährdet seien.

«Ich halte die Euphorie, wie sie von interessierter Seite an den Tag gelegt wird, für deutlich überzogen», sagte Pestel. Er glaube nicht, dass ein ökologischer Wirtschaftsumbau auf absehbare Zeit für ein Beschäftigungswunder sorgen werde.

Zwar habe sich die Zahl der Arbeitnehmer, die ihr Geld mit der Herstellung oder dem Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien verdienten, zwischen 2004 und 2012 auf rund 380 000 mehr als verdoppelt. Doch gemessen an der Zahl aller Arbeitsplätze in Deutschland falle dieser Zuwachs kaum ins Gewicht, betonte der Wissenschaftler. Zudem habe die jüngste Krise in der Solarindustrie gezeigt, wie abhängig die Branche von Subventionen sei.