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Arbeitsmarkt

Winterpause am Jobmarkt - dennoch niedrigste Januar-Arbeitslosenquote

Im Januar steigt die Zahl der Jobsucher in Bayern deutlich - das Plus gehört jedoch zum üblichen saisonalen Auf und Ab der Arbeitslosenzahlen.
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Im Januar steigt die Zahl der Jobsucher in Bayern deutlich - das Plus gehört jedoch zum üblichen saisonalen Auf und Ab der Arbeitslosenzahlen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Im Januar steigt die Zahl der Jobsucher in Bayern deutlich - das Plus gehört jedoch zum üblichen saisonalen Auf und Ab der Arbeitslosenzahlen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Wegen des Winterwetters verlieren vor allem Menschen in Außenberufen vorübergehend ihren Job. Nürnberg (dpa/lby) - Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Januar saisonbedingt auf etwa 253 500 gestiegen. Damit waren im Freistaat knapp 40 000 Menschen mehr ohne Job als im Dezember, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Erwerbslosen aber um fast 23 000. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 Punkte auf 3,5 Prozent. Dies sei die niedrigste Quote in einem Januar seit Beginn der Erfassung, sagte Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU).

"Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist typisch im Winter", sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. In Bayern arbeite ein hoher Anteil an Beschäftigten in witterungsabhängigen Branchen. Wegen des Winterwetters ruht in Außenberufen wie auf dem Bau, in Gärtnereien oder der Landwirtschaft häufig die Arbeit. Betriebe trennen sich deshalb über den Winter von einem Teil ihrer Beschäftigten, die sich derweil arbeitslos melden. Entscheidend sei daher der Vorjahresvergleich - "und dieser zeigt, dass wir nach wie vor auf einem sehr guten Weg sind", sagte Holtzwart.
Die Zahl der Menschen mit regulärem Job lag nach den jüngsten Zahlen im November bei 5,565 Millionen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm damit gegenüber dem Vorjahr um 143.700 zu.

Die sogenannte Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch jene Menschen erfasst, die beispielsweise gerade an einer Fördermaßnahme teilnehmen, lag im Januar bei knapp 350.700. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vormonat um 11,5 Prozent, Im Vergleich zum Vorjahr sank sie aber um 6,3 Prozent.

Bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern waren zuletzt mehr als 24 500 offene Stellen gemeldet - 1470 mehr als vor einem Jahr. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe - insbesondere der Metall-, Elektro- sowie Stahlindustrie - werden Mitarbeiter gesucht. Die Besetzung der Stellen mit qualifiziertem Personal sei die "Kern-Herausforderung" für die kommenden Jahre, sagte Holtzwart.
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Bayern, Matthias Jena, sagte: "Fachkräfte backen sich nicht von allein." Die gute Lage am Jobmarkt müsse jetzt genutzt werden, um insbesondere Ungelernte und Langzeitarbeitslose nachhaltig in Arbeit zu bringen. "Dazu braucht es Bildung, Bildung und nochmal Bildung", sagte Jena. Auch an die Unternehmen appellierte er, in Fachkräfte zu investieren, statt nur zu klagen.
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